Freitag, 20. Januar 2012

Warum Flickr auch 2012 für mich noch funktioniert

Ironischerweise war es Google+, dass mich wieder zu Flickr brachte. Ja, das Google+, dass von Fotografen auf der ganzen Welt als der neue Messias gefeiert wurde: endlich so richtig vernetzen, austauschen, sich gegenseitig anspornen, ganz groß rauskommen. In der Realität blieb davon für mich nicht viel übrig. Je länger ich mich mit der Platform beschäftigte, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass es eine Einbahnstraße ist: man schießt seine Fotos rein, raus kommt dagegen nichts. Nun ist meine Fotografie nicht unbedingt diskussions- oder anbetungswürdig, bei anderen sah es aber auch nicht besser aus. Massig Shares, massig +1′s, viele Kommentare, alles ohne Substanz. Die Verhältnisse blieben gleich, wer davor bekannt war, der war es auch hier, wer vorher schon unter “ferner lief” gehandelt wurde, der blieb auch dort höchstens dritte Wahl. Es geht, habe ich das Gefühl, bei Google+ nur um die Information, also das Foto, nicht um die Person, den Fotografen.

Dem krass gegenüber steht aber das Vernetzen, insbesondere das sogenannte Circle Sharing. Was soll ich mit einem Circle “Analogfotografen” oder “Die besten deutschen Fotografen”, wenn ich außer Namen, die mir nichts sagen, erst mal überhaupt nichts zu sehen kriege, wo ich davon ausgehen muss, dass von den 1000 Menschen in einem Circle 999 für mich völlig uninteressant sein werden? Das Rauschen ist gigantisch, und es trägt nicht dazu bei, mich näher mit jedem Einzelnen zu beschäftigen.

Und dann gab es diesen einen Abend, Marc bloggte über Joshua Black Wilkins, ich checkte ihn kurz bei Flickr aus und fing an, in seinen Favoriten zu stöbern. Bei zu der Zeit etwa 40.000 Favoriten eine abendfüllende Beschäftigung, und so saß ich gedankenverloren mit einer Tasse Kaffee in der Hand, Jimi Hendrix aus den Boxen vor dem Rechner und klickte mich bequem über die neue Lightbox und einen Tastendruck auf die rechte Pfeiltaste weiter durch. Und nach 45 Minuten und etlichen Sternchen meinerseits, da dämmerte es mir. Das isses. Flickr funktioniert für mich einfach so gut, weil die Fotos zuerst kommen, danach der Fotograf. So habe ich schon immer so ziemlich alle Fotografen entdeckt, die ich spannend finde; wenn jemand auf mich interessant wirkt, dann stöbere ich in seinen Favoriten, da die Chance recht hoch ist, dort mehr zu finden. Es ist, wenn man so will, eine Art persönliche Empfehlung.

Und erst die Gruppen! Jede meiner Kameras, jedes meiner Objektive, jeder meiner Lieblingsfilme, sie alle haben eine Gruppe mit tausenden anderen, die mir stets aufs Neue Input liefern, Möglichkeiten des Machbaren zeigen. Ich bin allein in sechs verschiedenen Gruppen, die sich nur mit Berlin in all seinen Facetten beschäftigen, in diversen Street Photography Gruppen, habe meine eigene für das Blog hier… du findest etwas interessant, und sei es noch so banal? Die Chancen stehen gut, dass es dafür bereits eine Gruppe mit Gleichgesinnten gibt. Und wenn nicht? So what, dann mach ich eben eine Gruppe auf und bin der Erste! Hier sehe ich aber auch zuerst die Fotos, dann erst die Mitglieder der Gruppe – so wie es sein sollte. Dass das Rauschen bei Flickr auch hoch ist, höher als beipielsweise bei 500px, unbestritten. Nur bekomme ich davon nichts mit. Die Suche spült mir jede Menge Unfug rein, ja, aber wenn ich mich durch meine Gruppen hangel, von Favorit zu Favorit klicke, dann kriege ich wirklich nur ganz ganz selten wirklichen Schrott vorgesetzt. Ganz im Gegenteil, da tun sich immer noch Welten voller fantastischer Fotos vor mir auf! Und ich habe nicht das Gefühl, dass sich das so schnell ändern wird. Die Kommunikation ist nach wie vor eine Schwachstelle, Kommentare wie “Toll gesehen!” oder “Super Farben!” kennt, zusammen mit irgendwelchen blinkenden GIFs, wahrscheinlich jeder. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass es mit Ausnahme des eigenen Blogs woanders besser wäre, und bei Flickr habe ich über das Feedback wenigstens noch die volle Kontrolle. Und wenn es kritische Kommentare gibt, dann auch wirklich gute.

Am 17. Dezember 2010 fragte ich schon einmal, wohin die Reise bei Flickr gehen soll, hätte zu dem Zeitpunkt gerne eine neue Ausrichtung gesehen, mehr in Richtung Social. Seitdem sind erste behutsame, aber angenehme Anpassungen gemacht worden, am 13. Januar wurde über das Flickr-Blog gar das Jahr der Innovationen angekündigt (via UARRR), auf dass ich mich freue, auf dass ich gespannt bin. Denn spätestens seit Google+ bin ich der festen Überzeugung, dass Flickr funktioniert.

Auch 2012.

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28 Kommentare

  1. DasMaddin

    Hätte es nicht besser beschreiben können.. Google+ funktioniert (dafür) einfach nicht..
    Werde auch meinen Pro Account wieder verlängern..

    M.

  2. Marc vm

    So sieht es aus :)
    Ich habe den ganzen G+ Kram auch echt über mittlerweile und speise eigentlich nur noch ein. Man sieht’s ja auch an den Rückmeldungen, am Anfang viel, dann nix mehr als 1+. Diese shared circles gehen mir auch schwer auf den Sack ehrlich gesagt. Jeden Tag 10-60 neue Leute??? Nä. Ich werde nächste Woche meine interessanten Kontakte dort mal durchforschen und schauen bei welchen anderen Plattformen, z.B. flickr die noch zu sind. Und dann überlege ich mir so langsam G+ abzuschiessen.
    Flickr ist meiner Einschätzung das beste wenn es um Fotos in Verbindung mit social geht. Allein wie schnell man in den Gruppen Hilfe bekommt oder findet. Und ich habe dort wirklich ne Menge, Menge interessantes gefunden. Vor allem durch Favs von Favs durchstöbern. JBW favs mache ich nachwievor einmal die Woche. Immer top.

  3. Robert B.

    Flickr <3 Bei Flickr ist die Community wichtiger als Schnickschnack. Es gibt sicherlich Verbesserungspotential, aber es ist ein schönes Beispiel dafür dass die Menschen den Mehrwert ausmachen und nicht Features.

  4. pascal

    danke! genau so fühlt sich für mich der unterschied von flickr und google+ an. nur hätte ich das nicht so passend in worte fassen können.

  5. spanier

    ja, flickr ist toll. bin seit fast 7 jahre drauf und immer noch begeistert. nicht nur das teilen sondern auch das feedback ist toll (die sollen aber die möglichkeit einführen gif und pictureposts zu verhindern). die gruppen sind wie du sagst auch super. zu allem kann mann bilder finden. und ich mag gruppen wie jeriko wo jeder einfach sein kramm dazu zeigen kann.
    facebook hilft aber auch extrem um flickr bilder zu teilen, für mich viel interessanter als g+. und deckt für mich die soziale komponente die mir bei flickr tatsächlich nicht fehlt.

  6. DocMaowi

    chapeau!
    tolles statement und ja du hast recht!! auch ich bin am anfang sehr überzuckert gewesen von G+ und nu ist der erste wahn weg und das ist gut so…und ja flickr wird auch für mich als eigentlicher flickr verweigerer immer interessanter und ich gestehe ich hatte mich geirrt sowohl was flickr als auch was G+ angeht und nehme nun meine euphorie G+ gegenüber zurück.

    danke für den tollen artikel der das bewußtsein in meiner sicht erweitert hat.

  7. julian

    “Es geht, habe ich das Gefühl, bei Google+ nur um die Information, also das Foto, nicht um die Person, den Fotografen.”
    vs.
    “Das isses. Flickr funktioniert für mich einfach so gut, weil die Fotos zuerst kommen, danach der Fotograf.”

    “Was soll ich mit einem Circle “Analogfotografen” oder “Die besten deutschen Fotografen”, wenn ich außer Namen, die mir nichts sagen, erst mal überhaupt nichts zu sehen kriege, wo ich davon ausgehen muss, dass von den 1000 Menschen in einem Circle 999 für mich völlig uninteressant sein werden?”
    vs.
    “Jede meiner Kameras, jedes meiner Objektive, jeder meiner Lieblingsfilme, sie alle haben eine Gruppe mit tausenden anderen, die mir stets aufs Neue Input liefern, Möglichkeiten des Machbaren zeigen.”

    Ich verstehe die Argumentation nicht so wirklich. Das liegt wohl auch daran, dass ich keine der beiden Platformen nutze. Allerdings wirken die Argumente auf mich sehr wiedersprüchlich.

    Wo liegt denn nun der Unterschied zwischen den Plattformen begraben?
    Große Gruppen, den Fokus auf die Fotografien und überflüssige Kommentare scheinen ja beide zu bieten.
    Lassen sich die Vorteile Flickrs auf seine Etabliertheit und Eingespieltheit reduzieren oder gibt es weitere nennenswerte Unterschiede, vor allem was das Interface betrifft?

    • Jeriko

      Na Google+ ist ja zuerst mal ein Social Network. Will ich etwas sehen, muss ich der Person folgen. Das tue ich anfänglich auf Basis des Namens, nicht wegen der Fotos (die kenne ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht). Nur kenne ich die Person meist nicht und, offen gesagt, ist die Chance auch sehr hoch, dass sie mich nicht interessiert. Trotzdem muss ich zuerst aktiv werden, um das rauszufinden.

      Bei Gruppen vs. Circles ist der Zugang anders, ähnlich wie gerade beschrieben: bei Gruppen kriege ich eine Übersicht von Fotos, mit denen ich mich bei Gefallen näher beschäftigen kann. Dass nicht alle Fotos in einer Gruppe das Gelbe vom Ei sind, klar, aber dann muss ich sie auch nicht weiter beachten. Kriege ich einen Circle angeboten, dann stehen dort 999 Namen, und ich habe noch kein einziges Foto gesehen. Interessiert mich ein Foto nicht, kriegt es auf der Website trotzdem denselben Platz zugewiesen, komplett mit Kommentarvorschau etc. Das macht es schwierig.

      Dass es bei Google+ um die Information an sich, nicht um den Austausch geht ist meine persönliche EInschätzung, mit der ich auch falsch liegen kann. Das ist aber ein komplexes Thema, auf dass ich nicht näher eingehen will. Sagen wir es mal so: in seiner aktuellen Form macht es Google+ Spammern und anderen Idioten recht leicht.

  8. Djura Stankovic

    Am Anfang wahr ich auch richtig begeistert von den neuen Platformen wie zumbeispiel: Google+ , 500px usw. Aber es wahr schon gleich klar das alle diese neuen möglichkeiten wo man sich als Photograph gegenseitig inspirieren und präsentieren kann mit Flickr nicht mithalten können.
    Es gibt natürlich auch da einiges zum verbessern aber es ist und bleibt die beste Photo-Community im netz.

    liebe grüsse

  9. Florian

    Flickr ist einfach gewachsen, es bietet das beste Verhältnis einer Photo-Community. Es ist besonders einfach bestimmten Content zu finden oder einfach nur zu stöbern und sich inspirieren zu lassen. Es gibt einige Wege seine eigenen Inhalte weiter zu teilen oder auch in Gruppen zu veröffentlichen ohne das es irgendwann unübersichtlich wird. Auch der Kontakt unter den Mitgliedern kommt nicht zu kurz – auch wenn ich ebenfalls der Ansicht bin das diese bunten blinkenden Kommentare unterbunden werden sollten (meinetwegen auch über einen opt-out).

    Google+ zeigt mir viele Kontakte, aber das meiste geht in den Massen einfach unter. Nur Benutzer die bereits eine gewisse Popularität haben werden auch entsprechend beachtet. Neues findet man nur schwer. Es gibt kaum Möglichkeiten zum stöbern sofern es nicht explizit geteilt wurde und wenn es geteilt wurde ist die Masse einfach zu groß und das stöbern zu schwer. Die Werkzeuge sind gut, aber es ist eben eine Plattform die vorrangig den Social Aspekt hat und im nächsten Schritt erst Media.

    500px hat mich zu Anfang schon begeistert, aber das Konzept spricht mich nach einigen Monaten nicht so richtig an. Wenn man sich mal die Kategorie “Fresh” anschaut ist das Rauschen deutlich höher als die Seite sonst suggeriert. Das meiste geht einfach unbeachtet in diesem Rauschen unter. Nur weniges kann Popularität erreichen und wenn sie erreicht wird gibt es scheinbar Nutzer die es Systematisch negativ beeinflussen/bewerten. Desweiteren ist das fishing for compliments dort sehr verbreitet, man wird quasi überhäuft mit offensichtlichen copy & paste posts auf der Wall.
    Die Kontaktmöglichkeiten auf 500px und das community feeling fehlen mir auch irgendwie, es gibt eigentlich keine Diskussionen und es ist relativ schwer, abseits der Kategorien, bestimmten content zu finden.

    Ich bin auf jeden Fall gespannt wo es mit Flickr hingeht, für mich spielt es aber weiter ganz vorne. Und das kommt auch durch die Benutzer und die Community sowie die vielfältigen Möglichkeiten die aber fast nie in der unbedeutbarkeit versinken.

  10. Ben

    Flickr war und ist für mich nach wie vor DIE Community.

    g+ fand ich am Anfang ganz schick, wurde mir aber schnell langweilig. Außerdem wurde man mit Anfragen zu gebombt von Menschen, die man noch nie gesehen hat und die auch nichts zu bieten haben.
    500px finden einige aufgrund der Optik total schön, aber ich fand das immer relativ substanzlos, ich habe mich da nie länger als 2 Minuten aufgehalten. Außerdem sind sie mit ihrem Look auch schon ein paar Jahre zu spät dran,

    UXwise hat flickr, auch wenn einige meinen es sei in die Jahre gekommen, immer noch einiges zu bieten: Nirgendwo anders navigiert man sich so schnell und so gezielt durch Photostreams, Galerien, Faves, etc.
    Die Gruppen sind nach wie vor Chef, wie du schon sagtest, da findet man zu jedem noch so obskurem Thema etwas passendes. I like.

  11. Jonathan

    Interessante Gedanken und ein guter Artikel, Christoph!

    Dennoch bin ich der Meinung, dass Google+ sehr gut funktioniert, auch für Fotografen und Fotobegeisterte.

    Bei Google+ geht es für mich in erster Linie gar nicht darum den Menschen kennenzulernen – Es geht um die Inhalte, die geteilt werden. Ich stecke Leute in meine Circles, wenn ich glaube, dass sie interessante Informationen für meine unterschiedlichsten Interessen über ihren Google-Plus Account veröffentlichen. Für mich sind die Circles und so vieles mehr, was Google Plus bietet , eine Wissenskomprimierung eigen vordefinierter Interessensbereiche. Wenn ich nach etwas suche, weiß ich sofort wo ich suche – Z.B. in meinen Circles. Der Mensch dahinter ist mir eigentlich egal. Auch wenn es bei Google darum geht, die Anonymität im Web abzuschaffen, interessiert es mich nicht wer etwas postet, sondern was aus meinen Circles gepostet wird.

    Warum also Google+ für mich auch nicht so recht funktioniert, um wertvolles Feedback für meine Bilder zu bekommen, ist deswegen so, weil ich mich nicht dazu entschieden habe, Google als solches Werkzeug zu betrachten und folglich zu nutzen. Und ich denke, darin liegt auch irgendwo der Schlüssel.

    Welche der Sozialen Plattformen sollte man als Fotograf für die Ausdehnung seiner Bekanntheit nutzen, vor allem wenn man noch nicht so bekannt ist? – Das muss jeder für sich selbst herausfinden. Ebenso sollte man für sich herausfinden, welcher dieser Plattformen für gute Kritik in Frage kämen.

    Christoph, du fühlst dich bei flickr besser aufgehoben und das ist gut – wenn es für dich stimmig ist. Ich hingegen fühle mich bei Deviantart besser aufgehoben, wenn es um wertvollen Kritikerhalt geht. Generell spricht aber nichts dagegen sich bei den Bekanntesten Plattformen erkenntlich zu zeigen, zusätzlich der eigene Blog, gerade wenn es darum geht, seine Bekanntheit zu erhöhen!

    Wer wirklich wertvolles Feedback für seine fotografischen Arbeiten haben möchte , sollte dies jedoch nicht über Soziale Netzwerke tun, indem man ein paar Bilder in seine öffentliche Fotoalben hochladet, sie einfach nur mit jedem teilt, sich zurücklehnt und einfach mal abwartet.

    Die wertvollste Kritik erhält man, so denke ich, indem man sich selbst auch die Mühe macht gute Kritik zu schreiben. Der Betroffene wird einen sehr dankbar sein, wird auf dich aufmerksam und fängt an deine Bilder ebenfalls mit Kritischen Blick zu betrachten. Unweigerlich wird diese Person Interesse für einen entwickeln. Und es ist dann auch völlig egal, über welche Plattform man Kritik abgibt.

    Entscheide dich für eine Plattform und fang an selbst zu kritisieren (Damit meine ich nicht dich persönlich, damit meine ich jeden). Dann wirst du auch selbst wertvolle Kritik erhalten. Ob dann über Flickr oder Google+, der Ort spielt dabei dann keine wesentliche Rolle mehr.

    Was denkst du dazu Christoph?

    Schönes Wochenende und lieben Gruß,
    Jonathan

    • Jeriko

      Danke für deinen Kommentar!

      Natürlich kommt es darauf an, was man von einer Platform für sich selbst erwartet. Geht es nur um Reichweite, kann man vermutlich überall erfolgreich werden, wenn man sich nur geschickt anstellt. Ich habe aber das Gefühl, dass die Leute zum Launch von Google+ von Facebook genervt waren und deswegen dieses neue Unbekannte mit offenen Armen empfangen haben. Trotzdem fehlt mir eine feinere Abstufung, die ein generisches Social Network, dass für alles offen sein muss, eben nicht haben kann, im Gegensatz zu bspw. Flickr oder das von dir genannte deviantArt, dass sich ja explizit an Künstler richtet. Dazu kommen bei Google+ m.M.n. strukturelle Probleme.

      Kritik ist davon unabhängig! Ich gebe Kritik bei Flickr, ich erhalte sie, da gebe ich dir völlig Recht. Du erzeugst ja automatisch schon Interesse beim Gegenüber, wenn du mehr als nur ein “Tolles Bild!” als Kommentar unter einem Foto hinterlässt. Es zeigt ja, dass du dich näher damit befasst hast. Das war auch nicht Thema des Beitrags.

      Ich habe bei Google+ einfach das Gefühl, dass im Rauschen alles untergeht. Und dafür sind mir meine Fotos zu schade. Ich brauche keine große Beachtung, ich bin mit meinen 100 Views und dem gelegentlichen Kommentar bei Flickr sehr zufrieden, da ich weiss, dass mein Foto trotzdem wahrgenommen wurde. Und wenn nicht? Dann macht Flickr es mir trotzdem sehr einfach, es im Archiv zu finden. Versuch das mal bei Google+. Und dann geht auch die Kritik irgendwann flöten.

      Ich hab übrigens ganz bewusst deviantArt, 500px usw. außen vor gelassen, da sie mich persönlich eher nicht ansprechen und ich mir deswegen kein Urteil darüber erlauben möchte.

  12. spanier

    ich würde gern eure meinung über facebook auch haben. ich kriege täglich ein paar hundert views über fb.

    • Marc vm

      Kann nur für mich persönlich sprechen, aber ich habe über Facebook ne Menge nette und interessante Fotoleute kennengelernt, zu denen ich guten Kontakt Pflege. Mittlerweile sogar mit ab und zu mal richtig treffen.

    • Jeriko

      Die Seite zum Blog funktioniert für mich auch gut. Es ist der wichtigste Traffic-Lieferant, es entstehen Diskussionen, ich kann Fragen stellen und kriege Antworten, habe Kontakte darüber geknüpft… Daneben bin ich aber eher schlecht im Umgang mit Social Networks, mein privates Profil verkümmert bei Facebook ein bisschen. Ich glaube aber, dass Facebook sehr gut funktionieren kann.

  13. malte

    Ja die Navigation ist manchmal etwas umständlich und das Design vielleicht nicht auf dem aktuellen Stand(wie auch immer der grad sein mag), aber im großen und ganzen ist Flickr halt für Fotos gemacht und das merkt man auch! Mir perönlich gefallen auch die ganzen, teilweise hochspezialisierten, Gruppen un die Freaks die sich daran tummeln. Interressant finde ich da meist nicht die Gruppen zu bestimmten Equipement sondern sowas wie “ugly enough 2 be beautiful” oder “small town Angst” etc. Ich denke G+ hat als Eierlegende Wollmilchsau das Problem alles anzubieten aber nirgends so wirklich am besten zu sein.

  14. Christian

    Hallo Christoph,
    Du beschreibst exakt meine Empfindungen zu flickr und G+. Zunächst hatte ich auf die Schelligkeit und Vernetzung von G+ gesetzt, um dann stzustellen, dass der Weg über das Foto zum Fotografen und nicht umgekehrt der bessere ist – und den bietet in der von Dir beschriebenen Weise nur flickr an.
    Ich bin gespannt, ob Yahoo den Ankündigungen, flickr in 2012 weiterzuentwickeln nun auch Taten folgen lässt.
    Christian

  15. boris

    Ich bin da zwiespältig, weil ich mich immer schnell für Dinge begeistern kann, aber auch schnell das Interesse verliere. Vielleicht setzt sich endlich die Erkenntnis duch, dass die eierlegende Wollmilchsau a: nicht existiert und b: nicht unbedingt erstrebenswert ist. G+ legt den Fokus doch eigentlich auf Vernetzung, Text und “social” – Flickr auf das Bild und primär das Bild. Reicht ja auch. Bei der Beschreibung des Durchforstens von Favoriten anderer Fotografen finde ich mich wieder und das kann in der Güte bislang kein anderer Anbieter.

    • Jeriko

      Ja, eierlegende Wollmilchsau ist Utopie, im Grunde ist es eine Kombination aus mehreren Teilen, mit dem wir uns wohl fühlen müssen, in meinem Fall z.B. Flickr und das Blog. Aber so umgemünzt kann ich sagen, dass Google+ mir bisher am wenigsten gegeben hat und es deswegen in meiner Kombination nicht mehr auftaucht.

  16. Christian Ernst

    Hallo Christoph,

    ich sehe das Ganze Thema schon seit längerer Zeit genauso wie Du.

    Und wenn ich mir Deinen Artikel sowie die Kommentare dazu durchlese, fühle ich mich zum einen bestätigt, zum anderen freut es mich, dass ich mit meinem subjektiven Empfinden nicht alleine dastehe.

    Denn manchmal hat man das Gefühl, viele denken genau anders herum, nach der ganzen Euphorie über Google+ und 500px. Viele haben geschrieben, die brauchen kein Facebook oder Flickr mehr.

    Ich habe meinen Flickr Pro Account auch verlängert, Facebook funktioniert für mich ganz gut. Bei 500px habe ich mich nie angemeldet und Google+ nervt mich nur noch, dieses Netzwerk finde ich absolut unpersönlich…

    Viele Grüße,
    Chris

  17. Hartmut

    Ich liebe auch Flickr, wobei ich noch nie Pro war. Was sich aber in den nächsten Tagen, vielleicht auch schon heute, ändern wird. Es ist überhaupt nicht mit Google+ vergleichbar. Wie mal jemand sagte: “Google Plus ist wie ein Mitgliedschaft in einem Fitnesscenter. Man ist angemeldet aber geht nicht hin.”

    Flickr macht echt Spaß, das Entdecken und natürlich besonders wenn man entdeckt wird. Die Roadmap für 2012 sieht gut aus und es bleibt zu hoffen das niemand was versaut oder Flickr sogar mit Yahoo mal untergeht.

  18. lomomo

    Ich bin ja auch ein großer Fan von Flickr. Die meisten guten Fotografen habe ich aber über Tumblr gefunden.

    • Jeriko

      Tumblr ist auch eine saugute Quelle, es wird mir dort aber teilweise echt schwer gemacht, überhaupt rauszufinden, wer der Fotograf von Foto XY eigentlich ist. Zumindest in den Tumblelogs, die ich so verfolge.

  19. Jeriko

    For the record: dass man Google+ eigentlich nicht mit Flickr vergleichen kann weiss ich. Aber ich weiss auch noch, wie sich alle Fotografen darauf stürzten, zig Blogposts rausgehauen haben, wie man das Dings für sich nutzen kann, Hangouts an jeder Ecke, und sowieso und überhaupt. Wobei ich immer noch vermute, dass es mit der zu der Zeit schönsten Darstellung von Fotos in einem reinen Social Network zu tun hatte. Ich beschreibe hier nur, wie mir die Schwachstellen von Google+ gezeigt haben, was ich an Flickr eigentlich habe.

  20. georg

    … ich sehe das ebenfalls ganz ähnlich.

    Allerdings wird sich auch Google+ weiterentwickeln, und ich frage mich, ob heute schon der richtige Zeitpunkt ist für Fotointeressierte, die Plattform komplett aufzugeben. Mir gefällt das immer noch besser, als Facebook für meine Fotos.

    Und auf der anderen Seite habe ich ein wenig die Befürchtung, das Flickr mit seiner Produktoffensive eher verschlimmbessert, als verbessert. Aus Interviews und über die ersten Beta Features lässt sich schließen, dass es um Instapaper-like Filter geht, um Gesichtstagging und ähnlichen Schnickschnack, den ich eher als störend empfinden würde.

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