Ob es wirklich mein bestes Foto des Jahres ist, das weiss ich nicht, es ist mir aber immer noch mein Liebstes. Und da Martin wie jedes Jahr seine Blogparade zum besten Foto macht stellte sich die Frage nach einem anderen Kandidaten für mich überhaupt nicht mehr.
Alles kam dort zusammen: Der Mut, sie (sie!) überhaupt anzusprechen, obwohl ich erst zum zweiten Mal gezielt Menschen fotografierte und immer noch auf etwas wackligen Beinen stand. Das Wissen, dass ich brauchte, um die vollständig manuelle Hasselblad trotzdem sicher bedienen zu können, zu einer Zeit, in der ich mich immer noch gerne von Automatiken verwöhnen ließ. Das Glück, dass sie vor einem beleuchteten Schaufenster stand, was ich als Hintergrundlicht nehmen konnte. Die Tatsache, dass sie wusste, wie sie fotogen wirkt, wie sie ihren Mantel zuhält, der leicht schief gestellte Kopf – ich war ja schon froh, wenn die Personen überhaupt “Ja” sagten, zu mehr war ich noch gar nicht fähig. Und dann die Freude, als ich die Negative vom Drogeriemarkt abholte und wusste, dass sie etwas geworden sind. Fuck yeah. Es blieb fortan immer meine erste Wahl, wenn ich etwas Neues ausprobierte: der erste Scan zuhause, der erste richtig gute Scan über eine Hasselblad Flextight X5 im Profilabor, mein erster eigener Abzug…
Wie fast immer, wenn ich Menschen auf der Straße fotografiere, frage ich nicht nach dem Namen. Ich geben ihnen meine Karte, damit sie sich bei mir melden können, nicht umgekehrt. Sie tat es nicht.

Das Original könnt ihr bei Flickr oder in diesem Beitrag sehen.
Gutes Foto, Sehr schöne Story dazu,
Ja, gute Wahl. Ich erinnere mich gut daran das ich Neid verspürte als du das geblogged hast :)
Sehr schön, vor allem die Geschichte dazu.
Die Hasselblad belichtet Kleinbildfilme?
Schöne Geschichte, die mal wieder beweist: machen! Einfach machen!
Klar. Ist aber ein bisschen fummelig, den Film einzulegen, und ohne Markierungen auf der Mattscheibe ists auch eher ein Glücksspiel. Aber Mittelformat ist doch viel zu teuer. Ich mach lieber mit Kleinbild.