Dienstag, 29. November 2011

Mona Kuhn: Evidence

I’m interested in working with the body as an element of culture not so much as a gender element.

Wenn ich die Arbeiten von Mona Kuhn beschreiben müsste, dann würde mir vermutlich zuerst die völlige Abwesenheit von Bewegung auffallen, und damit einher eine gewisse Natürlichkeit, aber auch Künstlichkeit, eine Abstraktion des Ganzen. Das Spiel mit der geringen Schärfentiefe macht das Ganze nur noch intensiver. Es sind langjährige Freunde von ihr, die sie während eines Sommerurlaubs in Frankreich 2008 für ihr Buch Evidence fotografierte, und für die Nacktheit der Normalzustand ist. Die Posen jedoch sind sorgfältig gewählt, bevor sie mit ihrer Hasselblad das Foto macht – man kann die Beziehungen zueinander nur erahnen, manchmal sind es auch einfach nur Konstellationen von Körpern. Es ist, wie sie sagt, ein organischer Prozess, man weiss ja nie, die die Freunde gerade drauf sind, im Gegensatz zu einem reinen Fotograf-Model-Verhältnis.

Kuhn schafft gewissermaßen etwas aus dem Nichts. Und das finde ich ziemlich faszinierend. Das Buch gibt es bei Amazon, weitere Arbeiten findet ihr in ihrem Portfolio.

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10 Kommentare

  1. Maik Mersmann

    Ziemlich interessant. Die Dame scheint sehr genau zu wissen, wie man mit einer analogen Kamera umzugehen hat.

  2. Hauke

    … diese Art von gleichzeitig erscheinender Intimität und Abwesenheit erinnert mich an die Arbeiten von Jock Sturges. Wundervoll.

    • Christian

      Die Jock Sturges Assoziation hatte ich auch. Fein finde ich, dass Sie auch mal Männer fotografiert.

  3. Mac

    Wobei das letzte Bild erinnert mich stark an die Werbung aus den 70ern und frühen 80ern. Erste Versuche mal etwas Haut zu zeigen, ein wenig verrucht zu wirken. Gelungen!

  4. FreePX

    Abgesehen vom letzten Bild finde ich alle ziemlich künstlich und überhaupt nicht natürlich. Auch von der Lichtstimmung her und den gezeigten Körpern. Barbies und Kens… Hat die Frau nur magersüchtige Models als Freundinnen?

    • Jeriko

      Die Natürlichkeit entsteht für mich durch das Fehlen von absurden Posen, die Aktfotografie ja zu Genüge bietet. Es klingt bescheuert, aber ich fühlte mich im ersten Moment an TV-Werbungen von Langnese aus vergangenen Zeiten erinnert, wo die Protagonisten auch erst regungslos in der Mittagshitze lagen (bevor dann der Eismann kam…)

      Und dem gegenüber die Künstlichkeit, ja! Das macht es ja so faszinierend, die nahezu makellosen Personen, gleichzeitig aber dieses surreale, so als schauen wir gerade in ein Puppenhaus. Es lenkt davon ab, dass wir hier immer nackte Menschen anschauen und legt den Fokus auf die Situation.

  5. DasMaddin

    Mir gefallen die Bilder sehr. Die Models sind sehr jung (zu jung?).
    Mir gefällt die Unpersönlichkeit durch die ausdruckslosen Gesichter, die im Gegensatz zu der intimen Nacktheit steht..

    M.

    • Jeriko

      Ich hab mich das auch gefragt und auch ziemlich lange recherchiert, konnte es aber nicht in Erfahrung bringen. Wenn es so wäre, dann wäre es allerdings nicht so offensichtlich wie bei Sturges – den würde ich mich wohl nicht trauen, hier zu zeigen.

  6. Christian

    Ehrlich gesagt würde ich mich das auch nicht trauen Bilder von Sturges auf einem Blog im Netz zu zeigen. Ich bin mir allerdings auch nicht sicher, ob das wirklich so sinnvoll wäre. Ich habe seine Bilder im MMK in Frankfurt gesehen und war am Anfang ehrlich gesagt etwas über die Bilder verärgert (Altersfrage etc.). ich habe mir dann aber mal die Doku über Ihn angesehen, was mein Meinung von seinen Fotos wieder etwas revidiert hat (Der Film wurde auch im MMK gezeigt). Der Rahmen eines Museums ist aber eben ein anderer als der eines Blogs.
    Die Bilder von Monika Kuhn sind auf jedenfalls natürlich und nicht so übersexualisiert wie das, was man sonst so im Bereich Aktfotographie sieht. Da Buch habe ich mir bestellt (der Preis ist ein Witz!). Bin sehr gespannt.

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