Und was bringt mich dazu, zu der eh schon nicht wirklich leichten Nikon D7000, dem 24-70mm und dem 70-200mm, auch bekannt als Totschläger unter den Objektiven, den Rucksack nochmal mit ungefähr 2,5 weiteren Kilogramm in Form der Kiev 88 vollzupacken, wohlwissend, dass ich das Ding ja auch die nächsten 8 Stunden oder so durch die Gegend schleppen muss und mir mein Rücken das am Abend garantiert nicht danken wird?
Zwei Antworten: weil ichs kann. Und weil fuck yeah!
Denn während der digitale Output sozusagen die Pflicht darstellt, also das, was das Extreme Playgrounds-Eventmarketing gerne sehen will dafür, dass sie mir die Akkreditierung gegeben haben, ist alles darüber hinaus die Kür. Genau das, was ich will. Im Vorfeld hab ich noch die wildesten Gedanken gesponnen, wie das alles hinhauen kann: im Graben muss ja alles fix gehen, nimmste vielleicht noch den Gurt mit, dann kannste die Kamera so, oder vielleicht doch lieber mit dem Sniper-Strap, aber dann haste ja wieder das Problem das, ach nee, einfach nur die Kamera, und dann geht das schon irgendwie. Film der Wahl konnte natürlich nur ein Ilford Delta 3200 sein, und wenn schon Kiev, dann doch bitteschön Fisheye!
12 Aufnahmen, ich hatte mir schon überlegt, was ich wo gerne haben will. Die Übersicht, die war ja noch einfach zu meistern, die Lichtmessung hatte ich ja noch von der D7000, also fix bis fast unters Dach geklettert, anvisiert, abgedrückt, fertig. Bei den Skatern sollte es ein Grind sein, erster Versuch, Mist, Skater versemmelt, zweiter Versuch, alles klar. Zebrahead, die digitalen Fotos sind bereits im Kasten, also noch schnell die Kiev aus dem Rucksack gezogen, im Vorfeld eine halbwegs vernünftige Zeit und Blende überlegt, ein Shot vom Publikum, in dem ich auf gut Glück die Kamera über mich halte und ohboy der Sänger steht ja gerade ganz vorne! Schnell hin, zwei Mal durchgedrückt, hell yeah! Die Biker mit ihren irrwitzigen Sprüngen, ich kann ja immer nur erahnen, in welcher Pose ich sie gerade einfange, hoffe aber so sehr, dass das saugut wird. Incubus vom Seitenrand – meine Kür in allen Ehren, aber dafür muss ich mich nicht nochmal zur Mitte des Bühnengrabens durchprügeln und allen anderen auf die Nerven gehen. Und wofür auch, ich hab doch meine geilen Shots!
Und wer mir nochmal was von entschleunigtem Arbeiten beim Entwickeln von Fotos erzählen will, der hat mich noch nicht gesehen, wenn ich auf einen Film wirklich scharf bin! Beim Fixieren noch “Ruhig jetzt, ruhig! Mach das richtig, fixier solang wie nötig. Wässer ordentlich, das soll doch was werden!” gedacht und dabei schon halb auf einem Bein rumgehüpft. Der erste Moment der Wahrheit, der Film liegt ausgerollt vor mir, okay, bei zwei Fotos hat wohl der Vorhang oder so geklemmt, jedenfalls sind dort zwei leere Stellen, und ein Foto ist mir flöten gegangen, aber neun Bilder, bei denen die Belichtung auf den ersten Blick okay ist! UAAAAAH! Der erste Freudenjuchzer, dem sich zwei Stunden später beim Scannen noch eine Menge anschließen werden. Denn dann tat sich das hier vor mir auf:








Wenn ich bei jedem Durchdrücken des Auslösers dieses Kribbeln spüre, ob das jetzt wirklich was geworden ist, wenn der Typ, den ich eben noch fragte, ob er mich kurz vor sich an die Bande lassen könnte, damit ich mein Foto von der Quarterpipe machen kann, meint, dass ich ja eine geile Kamera hätte, wenn ich zwischen all den Profis im Graben stehe, und sie sehen meine Kiev 88 und für einen Moment vergessen sie das Geschehen auf der Bühne und schenken mir dieses kurze Fuck-yeah-Nicken – dann lächel ich, dann weiss ich genau, dass sich die Schlepperei verdammt nochmal gelohnt hat.
Und wenn ich mich über neun Fotos, die mit Lichteinfall, einer gewissen Unschärfe und Fixer aufm Negativ zu kämpfen haben, mehr freue als über die 180 anderen, dann weiss ich, dass mein kleines Herzelein mittlerweile ein bisschen mehr fürs Analoge schlägt.
Fuck Yeah!
Wie recht du hast.
Ziemlich sehr abgefahren geil. Das Fisheye kommt echt klasse, war die richtige Wahl für die Location.
Mhhh, komisch. Mir war so als hätte ich sämtliche Bilder schon mal in Bunt gesehen. Dort wirkten sie überhaupt nicht.
Die sw-Bilder nun sind der Hammer!
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Na prima. Habenwollen-Reflex. Ich.
Und beim Lesen nehme ich mir vor doch endlich mal wieder meine Analoge mit in die Tasche zu packen und frage mich wann ich eigentlich angefangen habe das zu vernachlässigen …
Danke dafür!
Und ps: geile Bilder!
Hell Yeah!!! Geiler Kram!
Analog, weil mans kann. :) Super Bilder!
Öhm, das war dann wohl der Beweis dafür, dass du das nächste Mal einfach das Fisheye für deine Nikon einpackst und gut is.
Sorry ;-)
Dafür müsste ich ja erstmal eins haben ;-)
Fuck YEAH! Geile Bilder, denen man ansieht, dass da Herzblut hintersteht. Die Nummer mit dem Fixierer kenn ich nur zu gut … und je mehr ich Anfange den Kodak TX in die Grenzbereiche zu treiben, desto weniger vermisse ich die im Moment kaputte Digitale. Film <3!
Geht mir genauso, wenn ich meine kleine Diana mitnehme, wie ein alle damit immer anschauen, und die Vorfreude erst auf den fertigen Film.
Großartige Bilder, allen voran das Letzte ist wirklich überragend geworden! Hut ab!
Wo du recht hast…hast du recht. (und ich will jetzt dieses blöde Fisheye haben…sehr schöne Bilder!) Dieses Gefühl von: ist es jetzt was geworden, oh bitte lass mich die richtigen Zeiten und Blenden eingestellt haben!
benutzt du am ende netzmittel? die wasserflecken sehen doch sehr nach kalkresten aus, die bei dem harten wasser hier doch recht stark sein können.
Bisher noch nicht, werd ich mir aber wohl mal anschauen. Hatte damit bisher aber eigentlich keine Probleme…
destilliertes Wasser beim letzen Mal schlusswässern is auch ganz gut! Hilft mir zu 99%. Ich tu dann weder abstreifen noch nach dem Trocknen nochmal drüberwischen.
Kommt mir ziemlich bekannt vor, 5D mit 70-200, TS 24mm und natürlich noch die Pentax 67 bei Dunkelheit mit Taschenlampe auf den Hochofen im Landschaftspark Nord geschleppt. Man kann schon ganz schön bescheuert sein (aber Spaß macht’s trotzdem)
das bild vom Publikum ist gut, der Rest leider nicht. bei den bmx bilder sucht man die bmx er zu sehr die gehen im hintergrund unter, und der verwischte skater ist auch nicht der bringer, sorry, da hilft auch analog nichts
Du hast echt nichts verstanden.
Was?
Du hältst dich völlig an technischen Aspekten auf, dabei schreibe ich da oben doch, dass es um die Leidenschaft geht, die mich nochmal mehr Krimskrams mitschleppen und all das lässt. Herrje, ich erwähne sogar noch, dass die Fotos nicht perfekt sind, und dass das von vornherein klar ist, wenn das Equipment, mit dem ich sie mache, nicht mal 250€ wert ist, und dass es mir egal ist, solange ich mich darüber freuen kann.
ich rede gar nicht über technische Aspekte, es ging mir um den Bildaufbau. Und da spielt doch der Wert der Ausrüstung keine Rolle und auch nicht das Medium. Dein BMX Rider geht im Hintergrund unter, siehe zb dein letztes Bild. Wenn man nicht weiß was man sucht findet man es nicht :-)
Das ist meine Kritik, nicht irgendwelche technischen Dinge.
Bild 3 ist mega mega gut! Einmal bitte gedruckt auf A3! ;)
Leidenschaft. Ich kanns mehr als nachvollziehen :)
Es ist wirklich interessant die eigene Entwicklung vom digitalen zum analogen hin zu beobachten. Meine analogen Fotos machen mich deutlich glücklicher, weis Gott warum… und ich spreche hier von wirklich glücklicher.
“Entschleunigen” Fotohype Unwort des Jahres.