Sonntag, 06. November 2011

Knackscharf unterwegs in Berlin

Und es mag vielleicht nicht so aussehen, aber neben all dem Spaß haben wir bei der Knackscharf Tour 2011 auch noch was gelernt! Okay mal kurz Spaß beiseite, mein Wissen um künstliches Licht und Blitze ist ja nach wie vor mangels Möglichkeiten sehr begrenzt, so dass ich hier einiges mitnehmen konnte, beispielweise dass man erst das Umgebungslicht eliminiert, bevor man sich daran macht, das künstliche Licht zu formen, oder auch mal was es denn mit den ganzen Lichtforme(r)n so auf sich hat.

Allerdings auch so nützliche Tipps wie in RAW mit einer schwarzweissen Vorschau zu fotografieren. Macht tatsächlich Sinn: wenn ich davon ausgehen kann, dass der Weissabgleich korrekt eingestellt ist muss ich mir um die Farben beim Fotografieren selbst ja erst mal keine Sorgen machen, da interessiert mich eine korrekte bzw. die gewünschte Belichtung viel mehr, und die kann man mit einem Graustufenbild viel einfacher erkennen. Auf das RAW hat das keine Auswirkung, sobald es in Lightroom, Aperture & Co. oder wo auch immer importiert wird wird ja eine neue, diesmal farbige Vorschau erstellt. Probiert es mal aus, ich war das ganze Wochenende in diesem Modus unterwegs und kann es empfehlen.

Einen großen Teil machte der Umgang mit den Menschen vor der Kamera aus: wie ich mit ihnen kommuniziere (am besten von Angesicht zu Angesicht ohne störende Kamera vor dem Gesicht), meine Ideen vermittle (Filmszenen! Kennt jeder, erschließen sich sofort), wie man die Models lockerer kriegt (guter Tipp: irgendwas in die Hand drücken. In den meisten Fällen wissen die gar nicht, wohin mit ihren Händen und sind dankbar für alles, an dem sie sich festhalten können) oder wie ich sie gekonnt in Szene setze (beispielweise sollte man rote Töne im Hintergrund eliminieren. Rot ist eine Signalfarbe, die ablenkt).

Spaß wieder in den Vordergrund, denn das bisher Beschriebene ist ja nur die halbe Miete, mindestens die Hälfte macht ja einfach das Gespann aus Techie-Paddy und Bauchgefühl-Steffen, die sich ganz wunderbar ergänzen und das geballte Wissen um eigene Geschichten ergänzen und locker-flockig aus dem Nähkästchen plaudern, sowohl während des Workshops, als auch beim gemütlichen Bierchen danach. Der Stil ist locker, die beiden sind ja selber Autodidakten und wissen, wie man den Stoff angenehm an den Mann bringt – ich fühlte mich jedenfalls gut unterhalten.

Wo viel Licht, da wenig Schatten. Streckenweise hatte ich leider doch das Gefühl, dass es sich mehr um einen Vortrag denn einen Workshop handelte. Klar hätte ich mich bei den paar Gelegenheiten, bei denen ein Freiwilliger zum ausprobieren gesucht wurde, melden können, für meinen Geschmack kam der praktische Teil aber doch ein wenig zu kurz, dafür dass learning by doing immer noch die beste Methode ist. Aber was solls, es gibt immer Raum für Verbesserungen. Ich sag mal Vielen Dank für ein schönes Wochenende mit alten Freunden, neuen Bekanntschaften, viel Wissen und noch mehr Licht. Auf bald!

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3 Kommentare

  1. Marc vm

    Bisher habe ich ja viel positives oder zumindest ne Menge “Es war toll” Kommentare zu tour gehört. Daher ist es gut zu wissen das du angesprochen hast das es für dich mehr einen Vortrag den Workshop Charakter hatte. Ich persönlich bin auch mehr der workshop als Vortrag Typ. Bei zuviel Theorie macht man irgendwann zu, immer gut das zeitnah auch mal in die Tat umzusetzen, vor allem weil meist dann erst die Fragen kommen ;)
    Hätte schon sehr Bock trotzdem mal hin zu gehen, ist aber momentan finanziell nicht drin, hatte schon ein paar workshops vorher gebucht ;)

    • Jeriko

      Mir hats Spaß gemacht, gar keine Frage! Aber konstruktive Kritik bringt ja jedem etwas, und das war einfach ein Punkt, der mir aufgefallen ist. Die Beiden wissen auch so prächtig zu unterhalten, und am Ende ist es ja auch nur mein ganz persönlicher Eindruck.

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