
Letzten Freitag und Samstag war ich zusammen mit einigen anderen bekannten Bloggern (Christina, Steffen, Stefan, Martin, Michael, Oliver, Alex, Paddy, Simon, Holger und Manfred) von Panasonic eingeladen worden, ihr neues Micro FourThirds-Modell Lumix G3 auf Herz und Nieren zu testen, bevor es Mitte Juni 2011 in den Handel kommen wird.
Da ich das Rad ja nicht neu erfinden muss kann ich an dieser Stelle auf den Test von Stefan Groenveld hinweisen, dem ich in allen Punkten zustimme. Die Zielgruppe erwartet eine kompakte Kamera, die in den Automatiken gute Ergebnisse liefert, bei Bedarf aber auch voll manuell bedient werden kann – und das gelingt hier gut. Die Bedienung ist weitestgehend intuitiv und das Gebatsche mit dem Touchscreen hat mich auch weit weniger genervt als zuerst gedacht. Prinzipbedingt komme ich als DSLR-Benutzer damit so lala zurecht, beispielsweise müssen erst zwei Tasten gedrückt werden, bevor ich im Sucher das Fokusfeld auch verändern kann. Dafür arbeitet besagtes Fokussystem aber auch sehr schnell, und gerade der neue Modus für wirklich punktgenaue Fokussierung in Verbindung mit der eigentlich nicht vorhandenen Auslöseverzögerung ist ein ziemlicher Knüller.
Mit dem Gehäuse konnte ich mich nicht vollständig anfreunden. Es ist kompakter geworden, der Batteriewulst, der von der G2 noch bekannt ist, wurde gestrichen. Für mich mit meinen Riesenhänden ein kleines Problem, dadurch liegt der Handballen auf den Steuerkreuz-Knöpfen, und drückt diese auch mal sehr gerne. Falscher Weissabgleich oder auch mal ein Video statt einem Foto waren die Folge. Die G3 ist aber klar für Consumer ausgerichtet, von daher verschmerzbar. Das Gehäuse an sich fühlt sich allerdings sehr wertig an und sieht schick aus. Insgesamt hat mich die Anordnung der Knöpfe nicht weiter gestört – sie ist anders als bei Spiegelreflexkameras, aber was sagt das schon aus? Es ist Gewöhnungssache.
Genauso wie all die anderen Dinge, die wir anmerkten. Wenn man beispielsweise nicht weiss, dass es einen Sensor gibt, der automatisch zwischen LCD und elektronischem Sucher wechselt, sobald man das Gesicht Richtung Kamera bewegt, wie es die NX-Reihe von Samsung kann, der wird es auch nicht vermissen. Das macht die Kamera nicht automatisch schlechter.
Die Bildqualität konnte mich überzeugen, ich hatte da aber auch nichts anderes erwartet. Ich habe sowohl vollautomatisch also auch mit Blendenpriorität fotografiert: Der iA-Modus ist sehr gut und liefert höchstens mal bei wirklich schwierigen Situationen ein nicht ganz korrekt belichtetes Bild (ich sage bewusst “nicht ganz korrekt” und nicht “falsch”). Überrascht war ich vom Dynamikumfang, wo ich bei manchen Motiven normalerweise über- oder unterbelichten würde, um noch genug Details zu kriegen, war hier nur ein Bild nötig. Der HDR-Modus liefert in entsprechenden Situationen gute Bilder, beispielsweise wenn man mitten in einem Zimmer steht und aus dem Fenster fotografiert.
Die Auswahl an Linsen ist beachtlich, von 8mm bis 300mm ist alles dabei, durch den Crop-Faktor 2 kommt man hier auf heftige 600mm KB-Äquivalent. In diesem Zusammenhang sei auch auf die exzellente Stabilisierung hingewiesen, die auch bei der höchsten Brennweite zuverlässig arbeitet. Und mit den Pancake-Objektiven (14 und 20mm) wird die Kamera dann auch ziemlich kompakt. Ich hab mich dann aber doch die meiste Zeit mit dem Fisheye beschäftigt.















Die Lumix G3 ist ein schönes Stück Kamera für alle, die etwas Kompaktes suchen, die gerne in Automatiken fotografieren, bei Bedarf aber auch die volle Kontrolle haben möchten und Wert auf eine gute Bildqualität legen. Für alle anderen, die sich auch mit mehr Größe und Gewicht zufrieden geben können, kann ich mich dem Fazit von Stefan aber anschließen: für nur wenig Geld mehr gibt es bereits eine Nikon…
schöner artikel und nice fotos. harhar de martin. :D
Danke! Für Text und Bild :)
Spiegelt ein wenig meine Verständnis mFT gegenüber wieder. Habe die GF1 selber 8 Monate genutzt. Die Kompaktheit ist große Klasse. Jedoch fehlen aufgrund des Crops wirklich lichtstarke Objektive mit AF (ja, das 20/1.7 ist eine feine Linse, jedoch leider auch die bis dato einzige).
mFT bleibt ein interessantes System für Leute, die nicht viel tragen wollen. Und sich keine M9 leisten können / wollen. Wer Interesse an meiner GF1 sowie diversen AF- und manuellen Objektive hat, auf meinem Blog findet sich die Aufstellung meines Gesamtpakets. Steht gerade alles bei ebay drin:
http://leichtscharf.de/in-eigener-sache/micro-four-thirds-vor-der-abwechslung-bei-mir-jedenfalls-gf1-stuff-for-sale/
Die neue steht bereits vor mir. Und ist groß. Ja, ich trage jetzt.
Schade, denn ich finde speziell erst mit den beiden Lumix Objektiven 7-14mm 4.0 und dem Leica Macro 45mm 2.8 zeigen die G-Kameras, was überhaupt damit möglich ist.
Und ich rede hier nicht von einem leichten optischen Unterschieden zu den anderen Lumix Objektiven, sondern teilweise von Welten.
Kauft man sich eine Nikon D3 und verwendet nur Kitobjektive oder mal ein 50mm 1.8, so wird man auch nie das wahre Potenzial dieser Kamera sehen.
Ich hatte an meiner G2 schon die verschiedensten Objektive dran, von AF(Lumix) bis zu allen möglichen manuellen hochwertigen Objektive, aber erst beim Panasonic Workshop habe ich gesehen was mit der G3 und den beiden oben genannten Objektiven noch alles qualitativ möglich ist!
Da geht noch einiges.
Richtig, genau die beiden von Dir genannten sind sehr Vertreter ihrer Art. Für Porträtfotografie ist jedoch auch das 45/2.8 aufgrund des nicht wirklich schönen Bokehs nur sehr begrenzt geeignet. Jetzt habe ich ein 50/1.4 an einer D7000 – das sind wirklich Welten, sowohl in Bezug auf das cremigere Bokeh (wie man so schön sagt) als auch die Möglichkeit zur Freistellung.
Randnotiz: Auch available light funktioniert so wesentlich besser. Mit Vollformat wird’s dann richtig interessant.
Das kommt dann später mal irgendwann. Erstmal den neuen Spaß ausreizen. Oder besser: beherrschen lernen.
Nichtsdestotrotz hat mFT ohne Zweifel seine Berechtigung.
Muss nur loswerden, dass ich das Bild von Martin sehr geil finde. :D
Eine kompakte Kamera mit Fisheye Objektiv, das ist etwas ganz Neues. Mich persönlich zieht die Kamera sehr an. Man fährt oft irgenwo hin, wo man die viele, schwere Fotorüstung nicht mitschleppen kann. Ich glaube der Lumix ist gerade perfekt für solche Situationen.
@ThilliMilli, das 45er Leica ein unruhiges Bokeh? Sehe ich nicht so, im Gegenteil meiner Meinung nach besitzt dieses Objektiv ein sehr harmonisches und stimmiges Bokeh.
Und zu dem Begriff “Unruhiges Bokeh” möchte ich hier nicht ausholen und es dabei belassen, es geht ja hier um die Bilder von Christoph. ^^
Recht hast Du. Und auch eine kleine Erklärungsemail. Verlagern wir uns ein wenig aus Christophs Blog heraus (Christoph, danke für die Plattform ;)).
Och macht ihr ruhig, ich freu mich ja wenn hier auch mal eine Diskussion zustande kommt :-)
Hi,
mit welchen beiden Objektiven sind eigentlich die beiden Portrait-Aufnahmen von den beiden Frauen gemacht?
Danke schon mal,
gruß Hinrich