Sonntag, 29. Mai 2011

Der Red Carpet der MoMA Aftershow Party

Ich habe überlegt, ob ich die Fotos hier zeigen möchte, denn die Umstände, wie sie entstanden sind, haben mir nicht wirklich gefallen. Dass es auf dem roten Teppich nicht so glamourös zugehen mag, wie uns die Fotos meist suggerieren, das konnte ich mir ja vorher schon denken, dass es dann aber so aussah, darauf war ich dann doch nicht gefasst. Jeder einzelne Star wurde einzeln der Fotografenmeute vorgeführt, die auch vor heftigem körperlichen Einsatz und viel Gebrüll nicht zurückschreckten, um ihr Foto zu kriegen. Und nach 30 Sekunden ist alles vorbei, und der nächste ist an der Reihe. Vielleicht gibt man hier und dort noch ein kleines Interview, in dem alle so unendlich freundlich sind, gleichzeitig aber auch wieder nicht, denn am Ende ist es nur Business. Es geht nie um die Person, die Fotografen bekommen gar vorher einen Katalog in die Hand gedrückt, damit sie auch wissen, wer berühmt und wer wirklich berühmt ist, und wie sie überhaupt heissen. Wie auf einer Auktion. Ich hatte diesen “Luxus” übrigens nicht.

Der absolute Tiefpunkt für mich war die Dame, die auf irgendwas drauf war und desillusioniert über den Teppich stolperte, sichtlich darunter litt, dass sie fotografiert wurde und einfach weg wollte, am Ende des Teppichs aber von einer kleinen, den ganzen Abend schon nicht sonderlich sympathischen Fotografin nochmal zurückgestoßen wurde, weil sie ihren Moneyshot noch nicht im Kasten hatte. Es machte mich wütend und gleichzeitig ein wenig traurig, ich konnte mich nicht zurückhalten: “She doesn’t want to get photographed, don’t you get it!?”

Aber dann ist es auch so, dass sie es alle freiwillig machen. Sie können es handhaben wie Madonna oder James Franco, die einfach den Hintereingang zur Party benutzten. Sie können es machen wie Chloë Sevigny, die für fünf Sekunden machte, was sie wollte, bevor sie einfach über den Teppich zur Party ging. Aber sie tun es nicht, sie stellen sich der Meute, sie geben die Interviews, sie lächeln in die Kameras. Denn am Ende ist es auch für sie Business.

Ich danke Volkswagen und dem MoMA dafür, dass sie uns die Möglichkeit gaben, am Red Carpet stehen und fotografieren zu dürfen, denn ein Erlebnis war es allemal. Aber es ist nicht mein Business, und ich will es nicht.

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10 Kommentare

  1. Jeriko

    Bevor jemand fragt: ich stehe nicht bei den Fotografen, sondern seitlichen Rand des Teppichs – ich bin doch nicht lebensmüde. Und ich kenne nur Lucy Liu, Penn Badgley und Yoko Ono, vielleicht könnt ihr mir bei den anderen helfen?

  2. Marco

    Ach ob Business oder nicht, die Lucy ist schon eine Süße :>
    (Die anderen hab ich leider nicht erkannt *g* Dafür ist das noch weniger meine Welt, als deine ;))

  3. Kagamiyama

    Hach, die Lucy, die mag ich ja sehr. Schön eingefangen – trotz der ätzenden Begleitumstände.

  4. Marc vm

    > “She doesn’t want to get photographed, don’t you get it!?”
    Hero. Schön das du es gesagt hast. Zurückschubsen, ich glaub ich spinne…
    Es ist business und ich kann beide Seiten da “verstehen”, die einen arbeiten unter immensem Leistungsdruck die anderen brauchen die Promoshots damit sie berühmt werden oder bleiben (wer auch immer das misst), wie auch immer, kein Job für mich. Ich würde warscheinlich nach kurzer Zeit die Kamera in die Ecke pfeffern und mir was anderes suchen. Aber gucken wir mal genau in die Gesichter, man sieht doch bei vielen das sie echt keinen Bock haben. Echtes Lächeln kann man schlecht spielen.

  5. Marie

    Ich hatte schön öfter die “Ehre” mich zwischen den ganzen Catwalk-Fotografen wiederzufinden. “Streck mal deinen Arsch raus” “Bück dich mal” “Nimm deinen Arm aus meinen Blitz”. Nett und respektvoll ist was anderes. Aber gut, sie verdienen ihr Geld damit und sind auf gute Fotos angewiesen. Meins wärs definitiv nicht.
    Trotz der Umstände sind das extrem gute Fotos, vor allem das vom Penn!

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