One of the most respected professions in Latin America is that of the gunman. Although remuneration is variable (between fifteen and tens of thousands of Euros), the killings in Guatemala, Salvador, Honduras and Mexico are attracting many young people, including minors. In the process of training, young killers from the poorest strata of society begin by killing dogs to harden their nerves. To ‘graduate’, the gunman must kill a person in a situation that involves a high degree of risk. When the target has been killed, the murderer must attend the funeral of the victim to make sure that no one witnessed the crime. The subject then becomes a professional assassin.
Alejandro Chaskielberg war der Hauptgewinner der Sony World Photography Awards, Gesamtsieger war aber Javier Arcenillas mit seinen Serien zu einer Minderheitengruppe in Myanmar (1st Place Current Affairs), sowie zu den Sicarios, den Mördern in Lateinamerika (1st Place Contemporary Issues). Es war vor allem letztere Serie, die mich förmlich in meinen Stuhl drückte, und der gespenstischen Stille im Saal nach zu urteilen, die nur von der begleitenden Musik unterbrochen wurde, war ich damit nicht der einzige. Es war dieses eine Foto, ein Mann hält eine Waffe an den Kopf eines Jungen, dass mich wirklich schlucken ließ, und das ich seit dem nicht mehr vergessen konnte.

War die Szene gestellt, um zu imponieren? War sie echt? Sehen wir dort gerade einen Tötungsakt? Wie geht Javier damit um, so etwas nicht nur in Fotos festgehalten, sondern auch mit eigenen Augen gesehen zu haben? Ich wollte wissen, ob der Junge noch lebt, es ließ mir keine Ruhe.
Ich fragte Javier. Es war ein Dienstag abend, er hat gerade Pizza und Drinks für eine Gruppe Sicarios’ besorgt. Er hat sich zuvor mit ihnen unterhalten und hatte vor, sie noch ein paar Stunden zu begleiten, um zu sehen, wie sie ihre Opfer einschüchtern, und wollt einfach nicht unhöflich wirken. Er wusste nicht genau, wo er war, er hatte Angst – die Kids brauchen nicht erst einen Grund, um jemanden zu verprügeln und auszurauben. Er befand sich gerade in einem Haus mit einer anderen Gruppe Sicarios, als er auf der Straße Schreie hörte. Ein Sicario bedrohte einen anderen wegen fehlendem Geld bei irgendeinem Job. Es war dunkel, Javier war zu spät, er konnte nur noch 10 Fotos machen, acht davon mit falschem Fokus, zwei mit Verwischen.
Er drückte nicht ab, die Pistole hinterließ aber einen Abdruck, um den Jungen an seine Schuld zu erinnern. Beide wurden, wie Javier später erfuhr, bei einer Schießerei mit der Polizei getötet.



Wie ihn ein solches Projekt als Menschen beeinflusst vermag ich nicht sagen, ich kann nur spekulieren. Es ist etwas, mit dem ich mich in nächster Zeit intensiver auseinandersetzen möchte. Javier Arcenillas jedenfalls hat meinen allergrößten Respekt für seine Arbeit.
Uff, das Letzte …
Bin sprachlos.
…
da fehlen einem wirklich die worte…
Was mich dabei immer beschäftigt ist, genau wie bei Reportern, der innere Kampf zwischen Materialgewinn und “Courage”. Ich meine, man versucht eine Szene einzufangen, in der Menschen misshandelt oder im schlimmsten Falle getötet werden, wobei man doch eigentlich einen inneren Druck verspürt, den Betroffenen zu helfen. Trage ich nicht vielleicht eine gewisse Mitschuld, wenn ich den Mord lieber bildlich festhalte, als zu versuchen dem Opfer zu helfen?
verdienter sieger!
Mich würde es interessieren wie du dazu kamst auf die sony world picture award zu gehen vll schreibste ja mal paar wörter darüber ;)
Nö.
Finde auch das letzte Pic schwer hart.
Knarre an den Kopf sieht man dagegen in den Medien täglich.
Die Fotos machen mich gerade ein wenig fertig. Andererseits bin ich dankbar, dass es Fotografen gibt, die sich diesen Gefahren aussetzten um uns ein Welt zu zeigen, so fern ist von unserem Alltag.
Danke auch dafür, dass Du die Bilder hier teilst. Ich kannte den Fotografen nicht und bin froh, dass es jetzt anders ist.
Das ist so hart am Leben. Allerdings an einem anderem als ich es kenne – es ist fast schon unglaubwürdig. Dann begreift man die Realität, und dann geht es ins Mark.
Wer ein wenig Ablenkungen braucht: Die anderen Gewinner der Pros sind weniger eindringlich:
http://leichtscharf.de/fotografie/sony-world-photographic-awards-die-professionellen-inflationar-aber-gut/
Und daher die Amateure auch fast besser, zumindest die Bullenrenn – sollte die irgendjemand noch nicht kennen:
http://leichtscharf.de/fotografie/sony-world-photographic-awards-amateure-alle-sind-gewinner/
Moin,
wie mich solche Sachen beeinflussen …….
Ich denke nach ….. warum ich mich manchmal beschwere…. und vor allem worüber ich mich beschwere.
Schlagartig wird einem bei solchen Bildern klar wie gut man es doch hat, wie klein die eigenen Probleme sind bei solch einem Anblick………
Respekt vor den Fotografen die sich in diese Situation begeben und Dokumentieren.
Und leider manchmal sehr drastisch zeigen, das der ‘mensch’ nicht viel mehr ist als ein primitives Raubtier.
Eigentlich sogar noch viel primitiver … ein Raubtier tötet nur aus Angst,Hunger und Selbstschutz….
@Frank
ich würde nicht das wort “leider” benutzten. es ist notwendig und gut das es fotografen gibt die gewalt dokumentieren und uns mal ab und an etwas wachrütteln. Und um so drastischer, desto besser.
ein bekannter regisseur hat auch einmal gesagt, dass er “Gewalt so darstellt wie sie ist, nähmlich unerträglich”. Das finde ich einen guten Punkt. Gewalt ist für uns schon so alltäglich geworden, dass es nur noch weniger Darstellungen gibt die einen wirklich schockieren und nachdenken lassen…
Vielen Dank
Diese Arbeit wurde sehr schwierig für mich.
Alle Toten, die auf den Fotos sind auch Mörder
verlor sein rechtes Bild zu einem Zeitpunkt getötet.
weiß nicht, ob ich es geschrieben habe
Verzeihung mein Deutsch
herzliche Grüße
Javier Arcenillas