Donnerstag, 28. April 2011

London, Tag 2

Aufstehen, english breakfast, Parks and Palaces Tour, Kensington Palace sieht bestimmt toll aus, wenn die aktuelle Kunstausstellung nicht alles verschandeln würde, abgesetzt, Big Ben, Westminster Abbey, Die-Hard-Royal-Wedding-Fans, Trafalgar Square, Hyde Park, meine Füße tun weh und mit das hier auf der anderen Seite gefahren wird irritiert mich zwar nicht, ich vergesse es aber noch viel zu häufig, was bei dem Fahrstil der Engländer wirklich nicht gut ist, Fish & Chips, Hotel, kurz entspannen und Fotos bearbeiten, bloggen, umziehen, scheisse sehe ich gut aus in einem Anzug!, Hotellobby, mein Ticket für die Sony World Photography Awards ist schon mal ohne mich los gefahren, leichte Panik, auf gut Glück hinterher fahren, sich doch noch treffen, rein kommen, es geht los, wow.

Nochmal: Wow.

Ich mag das Wort “inspirierend” eigentlich nicht, für meinen Geschmack wird es viel zu häufig an viel zu unpassenden Stellen benutzt. Aber diese zwei Stunden waren genau das: inspirierend. Umgeben von lauter Menschen, deren Fähigkeiten und Wissen ich gerne besitzen würde. Die in jeder Hinsicht beeindruckenden Fotos der Finalisten, auch wenn ich persönlich nicht mit allen Gewinnern einverstanden bin. Die Freude über einen Gewinner, dessen Foto bei einem anderen Award noch ziemlich achtlos sofort aussortiert wurde, was mich damals ja ein bisschen erschrak. Und dann die Fotos von Javier Arcenillas, Fotojournalist aus Spanien, der insgesamt drei Mal nominiert war. Vor allem seine erste Serie über die Hit Men in Lateinamerika hat mich nachdenklich gestimmt – und das ist vielleicht viel mehr wert als umgehauen werden. Wenn ich mit jemandem ein Interview machen möchte, dann mit ihm. Aber sowas von. Die Auftritte von Bruce Davidson und Elisabeth Biondi waren da noch das kleine Sahnehäubchen von zwei unglaublich tollen Stunden, die viel zu schnell vorbei waren.
Marc Dolan, der durch den Abend führte, sagte am Ende der Ceremony sinngemäß, dass es bezeichnend wäre, dass wir hier in einem Kinosaal sitzen würden, aber den Einfluss des einzelnen Bildes ehren. Wie Recht er doch hat.

Aber wo war ich?

Transfer zum Dinner, bei Elisabeth Biondi erst mal dezent ins Fettnäpfchen getreten, gutes Essen, perfekte Organisation für mehr als 600 Menschen, je besser der Service, desto kleiner die Portionen, ist jedenfalls meine Vermutung, weitere interessante Gespräche geführt, gerade über den Spagat von dem, was ich moralisch verantworten kann und dem, was ich als Fotograf trotzdem leisten muss, Toilette, herrje ich sehe ja immer noch gut aus in diesem Anzug, Barney Stinson hatte doch Recht, ganz kurz mit Javier Arcenillas gesprochen und ein Online-Interview ausgemacht, jetzt schon aufgeregt, zu warm, zu viel, zu alles, Absacker in der Hotelbar, gute Nacht.

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11 Kommentare

    • stiller

      Behauptet die Beste auch immer, wenn ich mal einen trage. Aber bloß zu Hochzeit oder Beerdigung und beides braucht man nicht allzu häufig. Fühle mich persönlich immer sauunwohl darin.

      Aber für so einen Event würde ich mir wohl auch einen anziehen. Schöne Sache, Christoph!

  1. ThilliMilli

    Gibt es irgendwo auch die Gewinner, Platzierten und Nominierten zu sehen. Konnte die auf der SWP Awards Seite nicht finden. Noch nicht?

  2. David

    Gibt es einen der spanisch spricht und die “12 Basis Regeln für Fotografen” von Javier Arcenillas Seite übersetzen kann? Das wäre fantástico!

    Danke

  3. Phei

    Verstehe ich das richtig, dass es getrennte Awards für Amateure und Profis gab?

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