
Habt ihr euch mal gefragt, was mit ausrangierten U-Bahnen-Waggons passiert? Okay, ich auch nicht, aber spontan hätte ich gedacht, die Dinger werden ausgeschlachtet, eingeschmolzen oder sonstwie zurück in den Wirtschaftskreislauf gebracht.
In New York werden sie ins Meer geschmissen.
Industriefotograf Stephen Mallon las darüber vor mehreren Jahren in der New York Times, wirklich aufgefallen ist es ihm aber erst 2008, als er ein Schiff mit gestapelten Wagen entdeckte. Neugierig geworden fuhr er zum entsprechenden Hafen und sprach mit dem Sicherheitspersonal, dass ihn entsprechend weiter leitete, bis er bei Jason, dem Senior Engineer landete. Stephen erzählte ihm von seinen Fotoarbeiten, und nachdem er sich einen Genehmigung zum Fotografieren bei der Metropolitan Transit Authority besorgte erhielt er vollen Zugang zum “Loadout”.
Ein Schiff zu beladen dauert etwa zwei Tage, bevor es zum ablegt. Stephen war bei insgesamt vier Beladungen und zwei Abwürfen an den Küsten von Maryland, South Carolina, Virginia, New Jersey, Delaware and Georgia dabei. Seine Fotos sind ein starkes, ein beeindruckendes Portrait eines Vorgangs, der einem normalerweise verborgen bleibt. Zeitweise hatte ich gar einen Vergleich zu einem Schlachthof im Kopf – die alten, ausgeschlachteten Waggons, wie sie fast hilflos wirken, wenn sie ins Meer geschleudert werden.



Neben Next Stop Atlantic gibt es noch weitere, nicht minder beeindruckende Serien, darunter beispielsweise auch Flight 1549, dem Flugzeug, dass im Hudson River notlanden musste, im Portfolio von Stephen Mallon zu sehen. Mit Dank an Dirk Anschütz für den tollen Fund!
Beeindruckend finde ich diese Fotos auch, aber eher im negativen Sinn. Ich finde es schlimm, was in unsere Meere gekippt wird… mir fehlen bei diesen Fotos echt die Worte und schön muss man das nun wirklich nicht finden.
Bevor verständlicherweise die Empörung hochschwappt, wäre dieses in dem Zusammenhang vielleicht nicht ganz unwichtig zu erwähnen:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/kuenstliche-riffe-eine-u-bahn-fuer-die-fische-1.211060
Du bist mir zuvorgekommen ;)
Die ganze Aktion hat nämlich grosse Vorteile.
Schiffe werden auch versenkt, damit Riffe entstehen. Diese sind für Fische, Taucher und andere Lebewesen. Solange alle Schadstoffe entfernt werden, ist alles ok.
… Für Fische, Taucher und andere Lebewesen… ;-) Ist ein Taucher ein Meeres-Lebewesen, das ein Riff braucht? ;-)
Jup, darüber gabs auch mal eine Reportage im Fernsehen… dass diese da rein geworfen werden um ein neues Riff zu schaffen.
@ Jana. Dazu muss man sagen, dass die ganze Aktion einen “ökologischen” Hintergrund hat. Ich kenne diese “Aktion” schon seit langem und es funktioniert (soweit ich weiß) ganz gut.
Was ich genau meine , kannst du hier lesen:
http://www.innovations-report.de/html/berichte/umwelt_naturschutz/bericht-69306.html
Und so sieht das dann am Ende aus: http://www.youtube.com/watch?v=5gOfLCeyuZA#at=44
Unfassbar. Und in 1000 Jahren werden die Menschen glauben, wir hätten im Jahre 2011 schon eine Bahn quer durch den Atlantik gehabt…
Gut das es Eure Kommentare gibt, ich war erst mal ordentlich schockiert. Man kann sich das erst mal gar nicht vorstellen, dass die Versenkung von U-Bahn Waggons gut sein soll.
Der erste Gedanke wenn man soetwas hört ist wohl »So eine Umweltverschmutzung« — aber in einer Dokumentation wurde mal gesagt, dass sich durch dieses ins Meer werfen Pflanzen darauf absetzen und das Meer diese »Verschmutzung« zum eigenen Vorteil nutzt, demnach ist es ja schon fast eine gute Sache.
Beeindruckende Bilder sind es auf jeden Fall und interessant ist es auch.
Ohne jetzt mal die Sache an sich zu bewerten: Die Bilder sehen einfach toll aus.
Ich hatte neulich bei mir mal eine Doku über eine nordkoreanische Frisöse (Friseurin?) am Start.
Die fuhr mit ‘ner ausrangierten Berliner Tram zur arbeit. In Nordkorea.
SO können solche Teile also auch Enden. Wobei ich das hier irgendwie netter finde. Auch wegen der Fischis und so ;)
Respekt an den Fotografen…sehr schöne und wirklich beeindruckende Aufnahmen.
Ja es stimmt, aber Altmetalle…wie z. B. U-Bahn Waggons oder sogar ausgemusterte Panzer werden weltweit ins Meer geschmissen…
Warum? Tatsächlich nur weil hier das Öko-System Ozean aufrecht erhalten werden soll. Die aufwendig gereinigten, ausgeschlachteten Waggons werden als “Riffersatz” verwendet und bieten neuen Lebensraum für die Meeresbewohner. Das ganze wurde über Jahre hinweg in diversen Pilotprojekten genauestens untersucht und überpüft mit großem Erfolg.
Die Waggons und anderen ausgeschlachteten Karosserien bieten nachhaltig mehr Lebensraum für die unter uns Menschen leidenden Meeresbewohner.
Es ist zwar eine äußerst merkwürdige Form der Schadensbegrenzung aber immerhin ist es eine…
Leider jedoch nur ein kleines Trostpflaster für die Schäden die wir Menschen auf dem gesamten Globus verursacht haben…Aber ein Anfang..
Sehr gute Fotos, eine sinnvolle Aktion, find ich gut!
ich kenne die Aktion zwar schon länger, finde aber die Fotos wirklich beeindruckend. Danke für die Fotos. :)
Die Fotos sind wirklich extrem plastisch. Allerdings nicht diese Serie – auch die anderen auf seiner Webseite sind echt beeindruckend.
Christoph, Danke mal wieder. (so langsam frage ich mich echt, wie Du es immer wieder schaffst, diese Fotoserien in dieser Qualität aufzuspüren)
Ich war eine Weile lang beruflich sehr oft auf Kreuzfahrtschiffen. Da gibt es unter Mitarbeitern nur den Spruch “…for the fishes…” und so ist das wirklich. Es gibt eine breite Palette an Gegenständen und Materialien die tatsächlich legal ins Meer geworfen werden dürfen. Überrascht war ich nur als ich nachts bei einer Fahrt aus der Werft in Genua zum Hafen von Monaco drei Schiffsmitarbeiter sah, die dort gerade zwei große Kühlschränke ins Meer warfen… so sollte es dann doch nicht sein.
sehr interessant und vor allem starke Bilder
anfangs dacht ich auch erst ob das sein muss die Dinger im Meer zu versenken, aber ok, wenn dadurch die Bewohner des Meeres neuen Lebensraum bekommen
Längst nicht so schöne Bilder, trotzdem interessant, was so alles unter dem Deckmantel einer Riffbildungsmaßnahme im Meer versenkt wird: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-67195.html
Ah, wunderbar, genau deswegen wollte ich noch mal in den Kommentaren blättern. Ich war nämlich auch erst mal kopfschüttelnd vor dem Rechner, aber der Link erklärt dann natürlich einiges. Ich dachte schon, die Amis kippen ihren ganzen Schrott einfach blindlinks in das Meer.