
In einem kurzen Vorgespräch zum Kodak Panel auf der photokina kam auch die Frage auf, ob wir überhaupt noch die Zeit haben für jede einzelne Aufnahme, oder ob uns die digitale Gesellschaft dahingehend etwas überrannt hat und wir mit der neuen Geschwindigkeit mithalten müssen.
Ich denke schon.
Oder anders: es kommt darauf an. Klar gibt es die Situationen, in denen es nicht schnell genug gehen kann. Ich erinnere mich an die Pressekonferenz von Microsoft im Rahmen der E3, da wurden die Fotos der Anderen direkt ohne Umweg über Speicherkarten auf dem Notebook gespeichert – natürlich JPEG, für eine RAW-Nachbearbeitung bleibt überhaupt keine Zeit – im Schnellverfahren vorsortiert, ganz selten minimale Korrekturen in Photoshop vorgenommen und sofort an die zuständige Redaktion weitergeleitet. Das alles natürlich noch während der Konferenz. Ich fand das beeindruckend, frage mich aber auch, ob es Aufnahmen sind, die mir im Gedächtnis bleiben werden. Oder der Generation nach mir, sollten sie sie mal zu Gesicht kriegen. Ich vermute nicht.
Aber Fotos sind zeitlos. Sie mögen an bestimmte Ereignisse gebunden sein, trotzdem können wir sie uns auch nach Jahrzehnten noch anschauen und uns daran erfreuen. Und deswegen sollte es meistens auch egal sein, wenn wir uns der Geschwindigkeit der heutigen Gesellschaft nicht hingeben, uns stattdessen die Zeit nehmen, aus jedem Foto das maximal Mögliche rauszuholen. Ich mein damit noch nicht mal exzessive Nachbearbeitung, sondern sich vielleicht schon die Zeit für die Aufnahme selbst nehmen. Matt Stuart meinte, er warte manchmal Stunden, um diese eine, perfekte Aufnahme zu kriegen. Aber er macht es gerne, und der Erfolg gibt ihm ja auch Recht. Und manchmal sind es ja erst die kleinen Details, die man erst beim zweiten Blick bemerkt, und die eine Aufnahme von gut zu großartig werden lässt.

So, jetzt muss ich irgendwie den Bogen zu Chelak Maxim spannen. Der ursprüngliche Gedanke war mal, dass ich mit der Zeitlosigkeit eine Art Rechtfertigung schaffen wollte, warum ich ihn nach einem Dreivierteljahr nochmal hier vorstelle, da mich seine Portraits nach wie vor sehr beeindrucken. Dass ich seinen konsequenten Einsatz des quadratischen Formats sehr mag, dem ich mittlerweile ja auch sehr zugeneigt bin, da ich das Gefühl habe, dort gelten andere irgendwie andere Kompositionsregeln.


Aber dann kam dieses kleine Detail, dass mir vorher gar nicht auffiel: Reflektionen von Häusern in Autos fotografieren. So simpel wie toll, es gibt den Aufnahmen einen völlig neuen, etwas surrealistischen Eindruck. Ich kann mir nicht vorstellen, dass niemand vor ihm auf die Idee gekommen ist, gesehen habe ich es aber noch nicht.
Portfolio und Flickr-Stream sind groß, ja, aber mir bleibt wirklich nur zu wiederholen, was ich schon im März schrieb: Wenn ich groß bin will ich auch mal so tolle Portraits machen können wie Chelak Maxim. Schauts euch an.
Seine Portraits sind der Wahnsinn! Danke für die Links kannte ihn noch nicht.