
Yahoo! hatte erst vor ein paar Tagen nach einer massiven Entlassungsrunde – die Dritte innerhalb von drei Jahren – angekündigt, unter anderem auch del.icio.us sowie AltaVista dicht zu machen [Update: de.licio.us wird nicht geschlossen, sondern verkauft]. Ich sag jetzt mal nichts dazu, was ich davon halte, dass kurz vor Weihnachten mehr als 600 Personen entlassen werden. Ich sag jetzt auch mal nichts dazu, dass mit del.icio.us die wahrscheinlich beliebteste Social Bookmarking Platform und mit AltaVista ein Stück Internetgeschichte demnächst nicht mehr verfügbar sein wird. Aber es lässt mich auch über die Zukunft, und damit auch über die Vergangenheit von Flickr nachdenken. Denn, was hat die wahrscheinlich größte Internetplatform für Bilder eigentlich erreicht?
Flickr hat es nicht geschafft, teil der Social-Welt, wie wir sie heute kennen, zu werden. Natürlich hat es ein paar Features, aber am Ende des Tages geschieht dort nichts weiter, als das User ihre Fotos hochladen, die von anderen kommentiert werden. Das hat nichts mit Social zu tun, das hatten wir auch schon vor zig Jahren. Wenn sich daran was ändern soll, dann muss Flickr seinen Fokus ändern, den Fokus auf die User legen, die mit Fotos und Videos ihre Stories erzählen. Facebook hat vorgemacht, wie das aussehen kann. Flickr war mal wesentlich besser, hätte das Facebook für Bilder werden können. Ist es aber nicht.
Noch ein Beispiel? Tumblr. Ebenfalls eine Website, deren User fast ausschließlich Inhalte aggregieren, sie mit kurzen Erklärungen oder Geschichten garnieren und damit einen kleinen Einblick in ihre Persönlichkeit geben. Alternativ die thematisch etwas fokussierterten Tumblelogs, die aber gewissermaßen auch eine Story erzählen. Flickr hat zwar dieselben Features, um sowas zu ermöglichen, durch die Formatierung als Galerie wird es aber nicht wirklich genutzt. Durch ein simples Redesign hätte Flickr Tumblr werden können. Ist es aber nicht.
Auf Twitter werden Bilder über TwitPic oder yFrog gezeigt. Flickr bietet das Feature auch, nur muss mich dafür erst durch eine grausige Registrierung sowie eine Anbindung per API kämpfen – wer will das schon? Bei TwitPic musste ich bis vor kurzem nur meinen Usernamen angeben, mittlerweile genügt ein Klick auf einen Button – keine Registrierung, einfach loslegen. Flickr hätte das TwitPic für Twitter werden können. Ist es aber nicht.
Die Liste lässt sich fortführen.
Nicht falsch verstehen, ich mag Flickr, sehr sogar. Ich könnte mir nicht vorstellen, auf einer anderen Plattform meine Fotos zu zeigen, um ehrlich zu sein fallen mir spontan gerade mal drei weitere ein. Das könnte unter Umständen auch am Gruppenzwang liegen, immerhin sind so ziemlich alle Fotoblogger, denen ich folge, auch dort vertreten. Andererseits, ich zahle ja auch sehr gerne für meine Premium-Mitgliedschaft. Aber ich habe das Gefühl, dass Flickr dasselbe Problem wie MySpace hat oder kriegen wird: eine riesige Seite, die aber nichts bewegt und seit Jahren eigentlich still steht. Im Sommer gab es ein großes Update beim Layout, es wäre die Chance gewesen, auch strategisch etwas zu ändern. Ist nicht passiert. Und mit einer Firma wie Yahoo! dahinter, die in den 90ern mal groß waren, aber seit Jahren ganz offensichtlich zeigen, dass sie keine Ahnung haben, wohin die Reise gehen soll, habe ich ja wirklich die Befürchtung, dass das auch so bleiben wird. Es wäre zu wünschen, dass Yahoo! Flickr verkauft – etwas besseres könnte der größten Bilderplatform im Internet nicht passieren.
Update: Kellan Elliott-McCrea, einer der wichtigsten Entwickler bei Flickr, der Yahoo! im Sommer 2010 verließ, beantwortet auf Quora ungefähr dieselbe Frage: Why did Flickr miss the mobile photo opportunity that Instagram and picplz are pursuing?
Einer mein erstern Gedanken, als ich das gestern von del.icio.us gelesen hatte, war auch: und Flickr als naechstes?
Aber Flickr wirft im Gegensatz zu del.icio.us Geld ab. Premium-Accounts, Getty Images Coop, Druckfunktion. Wenn also Yahoo Flickr dicht machen bzw. verkaufen wuerde, waehre das endgueltig das eigene Begraebnis. Zum einen beruhigend, zum anderen, wie du auch schon geschrieben hattest, im Hinblick auf die Weiterentwicklung beunruhigend.
Die Integration von Flickr zu anderen Social Networks ist zugegeben etwas hakelig, aber sie macht aus Programmierersicht fuer mich Sinn und sie funktioniert gut. Sehr gut. Neue Bilder landen zuverlaessig automatisch im Facebook Stream, Bilder lassen sich problemlos Twitter, in Blogs und Foren einbinden, weitergeben. Ein eigenes Social-Netzwerk daraus machen finde ich ueberfluessig.
Wir werden sehen was Yahoo daraus macht. Was anderes als hoffen bleibt uns Benutzern in dem Fall leider wohl kaum uebrig. So lange werde ich Flickr treu bleiben.
Da muss ich dir zustimmen. Ich stelle alle Fotos (die nicht privat sind) auf flickr – und verlinke sie dann auf Facebook. Dadurch bekomme ich immer wieder Fragen von Fruenden, warum ich denn auf flickr hochlade. Wenn ich darauf sage, dass die Organisation von Fotos (Geotagging, Tags, Alben, EXIF-Daten) wesentlich besser ist als Facebook, kommt darauf zurück, dass das ja alles schön und gut sein mag – aber es geht ja eigentlich darum, dass Leute die Fotos sehen. Das schönst Archiv ist eigentlich nutzlos. wenn das, was im Archiv ist, keiner sehen will.
Flickr – glaube ich – wird sicherlich weiterleben. Ohne Frage. Aber: Das was ich an flickr vermisse ist, dass ich gerne etwas wie einen Blog-Stream hätte. Der Photostream ist kein Blogstream. Sobald ich von einem Konzert mehrere Fotos hochlade, habe ich zwar 40 Fotos – aber alle sind thematisch zusammen. Sollte somit einen “Eintrag” ergeben.
Der Blogstream wäre halt wirklich etwas, was ich mir wünschen würden. Mit einer Layout-Funktion, einer Ansprechenden Oberfläche – all das, was sozusagen die Möglichkeit bietet, mit dem Foto auch eine Geschichte zu servieren. Und nicht nur zu sagen, dass dieses oder jenes Foto “good in composition” sei.
Verdammt, du hast Recht. Dass delicious eingestellt wird hat mich schon sehr geärgert, ich hab wenig Lust mich nach einer Alternative umzuschauen. Dass etwas ähnliches auch irgendwann mit Flickr passieren könnte habe ich noch gar nicht bedacht.
Wer weiß, vielleicht verkauft Yahoo Flickr irgendwann mal an jemanden der etwas sinnvolles daraus macht bevor sie es einfach so dicht machen.
@tobi: Es gab 2009 eine recht unbeachtete Software namens storytlr, die im Grunde genau das macht: Aus Bildern, Videos etc. eine kleine Story erzählen. Flickr hätte sowas sicherlich etwas ähnliches machen können, und es wäre ein verdammt großer Mehrwert gewesen.
@Gerald: Yeah, ein Verkauf wäre für die Weiterentwicklung wohl das Sinnvollste. Wird aber kaum passieren, dafür dürfte die Platform dann doch zu viel Geld abwerfen.
Interessante Ansätze!
Ehrlich gesagt bin ich sehr froh, dass flickr nicht tumblr geworden ist oder Twitpic/Yfrog/etc. Ich verbinde flickr immer noch mit einer gewissen Grundqualität und gerade der Fokus auf den Bildern hat meiner Meinung nach dafür gesorgt, dass das bis heute wiederzufinden ist. Origineller Content ohne zuviel Communityblabla drumherum. Tumblr ist zwar nett, aber für eine Seite, auf der ich Bilder präsentieren und präsentiert bekommen will, eigentlich zu flüchtig. Und Twitpic und Konsorten sind halt die Abziehbildchen für das schnelle Foto unterwegs.
Dazu im Gegensatz flickr, wo ich hochauflösende Bilder finde, mehr oder weniger gut thematisch getaggt und in Gruppen organisiert. Ich habe unterschiedliche Lizenzmodelle und eine große Anzahl talentierter Fotografen. Das ist doch ne ganz andere Kiste. Ich mag den Fokus von flickr auf die Bilder und finde ihn richtig.
Yahoo hat seit dem Kauf von delicious keine Ressourcen mehr investiert, die aus delicious mehr hätten machen können als diesen “externen Bookmarkdienst”, als den es so viele fälschlicherweise auffassen. In flickr wird jedoch investiert, es generiert auch Geld (hier wäre es mal interessant ob es auch Gewinn generiert über die Premium Accounts) und ist auf jeden Fall kein naheliegender Streichkandidat für die nächste Runde.
Ich sehe auch nicht, dass die Seite still stünde. Sie hat ihr naheliegendes Featureset ausgereizt und ist momentan erstmal da. Die Features, die geboten werden, funktionieren alle und flickr ist nicht mehr das Startup, das jedes Quartal 100 neue Sachen rausbringen muss, um zu sehen, was davon hängen bleibt. Sie sind in dem Stadium, in dem Verlässlichkeit eines Dienstes wichtiger ist – und verlässlich sind sie.
Da meine Bookmarks zu 99% auf delicious beruhen und ich auch täglich den delicious Katalog themengebunden durchforste, ist die Abschaltung dieses Dienstes für mich ein herber Verlust wenn auch seit Jahren absehbar wenn man sich anguckt wie Yahoo mit delicious umgegangen ist. Bei flickr habe ich keinerlei Befürchtungen was ein ähnliches Schicksal angeht.
@robert: Es spricht nichts dagegen, seinen Wurzeln als Platform für Fotos treu zu bleiben und sich trotzdem strategisch neu zu positionieren, bzw. diese Möglichkeiten überhaupt anzubieten. Die beliebteste Kamera bei Flickr ist nach wie vor das iPhone 3G, d.h. man kann ohne weiteres davon ausgehen, dass ein Großteil der Fotos einfach Schnappschüsse sind, und die würden von einer besseren Integration von Social Features bzw. einem leicht anders gelagerten Fokus sicher profitieren – Facebook hats vorgemacht.
Ich finde Flickr gut so wie es ist. Man kann doch Tumblr, Twitpic etc gar nicht damit vergleichen? Sind für mich völlig verschiedene Dinge. Flickr ist Kunst & Herzblut, auf Twitpic lädt man mal eben ein Handyfoto hoch, um es zu verbreiten.
An Flickr schätze ich gerade die Möglichkeit diese unsägliche “Share” Funktion abzustellen. Was ich bei Flickr hochalde, kann gerne dort bleiben. Ich möchte nicht, dass meine Bilder auf zig Facebookseiten und Twitteracounts auftauchen. Mich fragte neulich einer, wo hier der Like Button wäre, er würde mein Foto gerne auf FB zeigen. Gibts keinen, und wenns nach mir geht, wirds auch nie einen geben! Ich hab auch schon mal einen Fotoblogger um Löschung meines Fotos gebeten, da er es für nötig hielt, die Rechtklicksperre zu umgehen, das Bild auf seinen Server zu laden (!) und in seinem Blog zu posten, ohne mich auch nur im Ansatz darüber zu informieren. Wenn ich das gewollt hätte, hätte ich die “Share” Funktion nicht dekativiert.
Meine Fotos dürfen auch nicht in Galerien gezeigt werden – ich möchte es einfach nicht (ohne vorherige Rücksprache). Und es ist perfekt, dass Flickr diese Möglichkeit des deaktivierens bietet.
Insofern ist es genau DAS, was Flickr für mich ausmacht: Ich kann dort Bilder hochladen und meine Arbeit zeigen, OHNE dass die von Wildfremden völlig respektlos bei Twittr, Tumblr, Sonstwasr rumgeschickt werden :)
@Jeriko: Genau. Und wieviele Deiner Fotos hast Du bei Facebook und wieviele bei flickr?
Ich möchte auch gar nicht sagen, dass mehr Communityfeatures der Untergang von flickr wären. Es wird auch zweifelsfrei so kommen. Ich sage nur, dass ich froh bin, dass es bisher nicht so war und man sich bemüht hat mit dem Fokus auf den Bildern seinen Wurzeln treu zu bleiben und die Entwicklung dahingehend auszurichten.
Aber Du hast natürlich Recht, wenn Du sagst, dass es Zeit wird sich dahingehend zu öffnen bzw. zu ändern. Ich sage auch gar nicht, dass Schnappschüsse keinen Platz haben sollen (ich habe ja selber ein entsprechendes Album). Ich fände aber eine “verfacebookung” von flickr mindestens schade. Die Idee mit dem storytelling finde ich da schon attraktiver, denn eine vernünftige Integration von flickr in z.B. WordPress, um ein bestimmtes Set mit einem Blogartikel zu verknüpfen, fehlt mir bis heute. Das wäre eine Route, die ich gerne sehen würde. Und dann von mir aus auch mit tausend Like/Twitter/Share/Bla-Buttons. Kann man ja ignorieren ;)
An Google vlt?
Achso, zum Thema “iphone ist die beliebteste Kamera”: das zeigt für mich eigentlich nur, dass viele den Sinn von Flickr nicht verstanden haben und versuchen, die Seite zu dem zu machen, was sie nicht ist: Twitpic-Ersatz. Ich finds klasse, dass das von den Betreibern nicht weiter unterstützt wird und nicht unter jedemn Foto 20 Facebook/Twitter/Deliciousr-Buttons sind :)
Ach Quatsch. Nicht Alles muss immer super mega social sein. Das ist ein Hype und Alle rennen dem blind nach und trauen sich nichts anderes mehr zu machen.
Das Problem bei flickr ist die Kostenstruktur und die etwas umständliche Handhabung. 2 Klicks für die EXIF Daten und dann nochmal “zurück” um wieder zum Bild zu kommen?? Oder warum seit Neuestem mit diesem lightbox-ähnlichen Hintergrund der Alles nur langsamer macht?? Etc…
Ich finde es auch gut, dass Flickr so ist, wie es ist. Wenn ich dafür bin, dass es verkauft wird, dann nur, weil mir Angst und Bange wird, solange es in Yahoos Händen bleibt. Die schrecken ja vor nichts zurück, wie man am Beispiel Delicious sieht.
Für mich war (und ist) der wichtigste Grund warum ich meine Fotos zu flickr hochlade die dortige Community. Ich habe bisher dort nur positive Erfahrungen gemacht, der generelle Grundtenor ist freundlich und konstruktiv. Es gibt soviele unglaublich kreative Personen dort, die eigentlich daran Schuld sind dass ich vor ein paar Jahren wieder angefangen habe zu fotografieren ;)
Ich fände es sehr schade wenn durch Stillstand Flickr den myspace-Effekt erleidet und in Bedeutungslosigkeit verschwinden würde. Hoffentlich bemerkt Yahoo das brachliegende Potenzial beziehungsweise entscheidet sich wenigstens zum Verkauf. Oder die Community wandert eben ab zum besseren Nachfolger, wie auch immer der heissen mag.
@ Florian: Ich bekomme die EXIF sogar ganz ohne Klicken, sondern gehe einfach mit der Maus über das Bild. Geht aber nur mit Firefox: http://userscripts.org/scripts/show/9476
Ich kann Maren und Robert nur zu stimmen, flickr bedeutet auch für mich Qualität in vielerlei Hinsicht. Bei allen den tumblrs, posterous’, soups, twitpics und wie sie alle heissen, ist flickr für mich der Fels in der Brandung. Meiner meinung nach muss eine Seite die (überwiegend) hochwertigen Content hat, in dem Fall Bilder, nicht so aufdrehen wie Seiten die jedes Feature integrieren wollen/müssen, damit jeder auch nur denkbare Traffic abgegriffen und die Verweildauer künstlich aufgeblasen wird. Auch die sehr nuancierte Weiterentwicklung fand is absolut passend und bin sehr froh das flickr nicht so verramscht wird.
Das heisst aber nicht, das ich sinnvollen Weiterentwicklungen nicht aufgeschlossen wäre, ein paar Features a la storytelling oder die Vorstellungen von Photo-essays in irgendeiner Form wär sicherlich nicht schlecht.
Klar, neue Features im Sinne von Flickrs eigentlicher Grundidee (!) wären nicht verkehrt (wobei ich persönlich eigentlich nix vermisse und via Firefox/Greasemonkey schon ordentlich gepimpt habe).
Aber dieses ganze Socialblabla ist meiner Meinung nach völlig überbewertet oder besser gesagt: Überstrapaziert. Ich war immer froh, dass Flickr da nicht mitzieht (und damit auch die, die Flickr als Twitpicersatz “missbrauchen” langfristig eigentlich keine Chance haben. Ich sehe das nicht so, dass Flickr Chancen verschenkt hat – im Gegenteil, man hat die Möglichkeit genutzt, sich von all den Socialrs abzugrenzen, von denen es eh schon zu viele gibt.
Wie recht du hast. Aber auf der anderen Seite tut mir Flickr auch mal ganz gut. Kein Socialkram, einfach nur Fotos hochladen und dort stehen lassen. Irgendwie entspannt das, wenn man vorher 30 min. auf Facebook rumgehangen hat. Trotzdem hast du recht, dass man damit nicht überleben kann.
Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich so ein wenig zwischen den Stühlen stehe.
Ich mag an Flickr, dass man häufig Kommentare bekommt von Leuten, die man eben nicht kennt. Aber ich finde die Möglichkeiten, mit diesen (zum Teil wirklich interessanten Menschen) dann doch ernsthaft VIA FLICKR in Kontakt zu treten und zu bleiben sind begrenzt/umständlich.
Ich weiß nicht, vielleicht hängt das auch von der jeweiligen Nutzung von z.B. Facebook ab. Für mich ist Facebook eine Möglichkeit mit meinen Freunden in Kontakt zu bleiben, schell und unkompliziert Dinge zu planen und vor allem nennenswerte Netzfundstücke zu entdecken.
Klar hat man bei Facebook Freunde, die mit ihren Apps die komplette Pinnwand vollspammen, die kann man aber auch ausstellen.
Also ich finde, dass hier zwei Ideale verglichen werden, die jeweils sehr stark unterschiedliche Ausrichtungen haben.
Facebook ist irgendwie so ein Ding, dass den Ruf hat Masse zu produzieren, Flickr (und das wird ja auch hier in der Diskussion deutlich) hat den Ruf Qualität zu produzieren.
Ich kann Jeriko zustimmen. Flickr sollte in der Tat seine Communityfunktionen ausbauen bzw. attraktiver machen. Und es ist ja auch das geringste Problem, diese Funktionen als Option anzubieten.
Ich fände es z.B. wirklich gut, wenn man ein Flickr-Set in einer Timeline angezeigt bekäme, und für diesen einen Upload-Batch eine eigene Beschreibung angeben könnte, welche man dann in WordPress z.B. importieren könnte. Das würde mir einige Arbeit sparen.
@Maren: Einspruch, der “Sinn” bzw. die Idee von Flickr ist es, den Usern zu ermöglichen, ihre Fotos zu zeigen. Ob das nun per iPhone oder per Hasselblad H4D geschieht ist dabei erst einmal völlig egal, ebenso, was jeder für sich daraus macht.
MySpace hatte übrigens auch keine nennenswerten Social Features, und die sind mittlerweile so verzweifelt, dass sie ihr komplettes Konzept einmal über den Haufen geworfen haben. Ich bezweifle, dass es ihnen etwas bringen wird, aber es ist ein gutes Beispiel, was Stillstand in der heutigen digitalen Welt bedeutet. Dass Flickr dasselbe Schicksal teilen wird glaube ich auch nicht, trotzdem könnte man da noch wesentlich mehr rausholen. Und damit meine ich nicht zig Sharing-Buttons unter jedem Foto, aber sich vielleicht mal ein Stück weit öffnen, Anbindungen noch leichter machen, den Fokus leicht(!) in Richtung User verlagern, Möglichkeiten abseits der reinen Darstellung von Bildern anbieten. Das wär schon mal was.
Und was das Qualitätsargument angeht: Ja, natürlich gibt es dort eine Menge Weltklasse-Fotografen. Aber ich empfehle mal einen Blick in die neusten Uploads – das Meiste ist bestenfalls Mittelmaß, macht aber den Großteil aller Uploads aus. Es ist eben nur nicht die Art Fotos, die wir uns dort anschauen.
OK, dann anders formuliert: Die Idee hinter Flickr wie ich sie immer verstanden habe bzw so wie sie sich entwickelt hat, ist es in meinen Augen eben nicht, einfach nur beliebige Schnappschüsse zu ZEIGEN iSv Hochladen und dann auf zig weiteren Plattformen verbreiten via “share this image”. Dass dort dennoch viele einfach ihre Schnappschüsse hochladen, steht außer Frage und ist für mich auch okay. Aber ich würds eben schade finden, wenn Flickr zum Soacial Dingsbums verkommen würde, das nur oder primär den Zweck hat, Speicherplatz für Fotos und deren Verbreitung zu bieten. Flickr ist für mich im Kern einfach was komplett anderes als Tumblr oder Twitpic, und zwar positiv anders. Ich lade dort nicht wahllos irgendwas hoch, um es mal eben schnell meiner FB Timeline zu zeigen. Flickr hat für mich ein ganz anderes Publikum – und das ist gut so! Ich persönlich bräuchte auch keine Communityfunktion für noch mehr Dummgelaber a la Fotocommunity, aber das ist Geschmackssache. Mir reicht es so, wie es ist.
Das Schöne ist ja gerade, dass ich mich an den qualitatv guten Groups beteilgen kann und nicht auf diesen Latest Uploads Stream angewiesen bin.
Deine Gedanken machen mir ein wenig Angst, aber sie sind sicher berechtigt.
Wobei ich denke, dass Yahoo durch Flickr wenigstens ein bisschen Geld bekommt. Für die Premiummitgliedschaft zahlen dort viele. Ich weiß nicht, wie das bei delicious war. Und am Ende des Tages ist es doch so, dass uns diese Firmen nicht nur etwas Gutes tun, sondern damit auch Geld verdienen wollen.
Ich finde es schade um delicious. Nicht nur wegen der Bookmarkinggeschichte, sondern auch, wie du richtig anmerkst, diese Mitarbeiter kurz vor Weihnachten mit dieser Nachricht zu konfrontieren. Es gibt kein gutes Timing für Entlassungen, aber ein wenig mehr Feingefühl hätte man walten lassen können.
Sollte Flickr irgendwann das gleiche blühen, mir fiele keine wirklich akzeptable Alternative ein.
Ich verstehe Yahoo auch nicht ganz, dass sie Sachen, die gut laufen, dicht gemacht werden…
Interessanter Beitrag. Als erstes muss ich mal zugeben das ich von “del.icio.us” und “AltaVista” noch nie was gehört habe und nachdem ich eben mal drauf geklickt habe bin ich der Meinung da auch nichts verpasst zu haben..
Bei Flickr bin ich jetzt seit ein paar Tagen auch und bis auf die wirklich nervige Anmeldeprozedur bin ich recht zufrieden mit der Plattform und es haben sich sogar schon ein paar Leute gefunden denen meine Bilder gefallen.. Gut.. das es jetzt irgendwie 3 Versionen von Kontakten (Kontakt, Freund, Familie) gibt ist eher unübersichtlich bzw überflüssig und irreführend aber Flickr bietet auch eine tolle iPhone App an und man kann sich stundenlang wirklich schöne Bilder ansehen.
instagram ist für mich ein weiteres beispiel, für eine Chance, die flickr verschlafen hat.
und instagram zeigt auch, dass “social” sein und qualitativ gute Fotos auf einer plattform zu haben kein Widerspruch sein müssen. allerdings ist mir immer noch nicht klar, wie/ womit instagram mal geld verdienen will, in dem Punkt steht flickr besser da.
Yahoo hat bei Flickr, wie auch den anderen Plattformen, die man gekauft hat, einen großen Fehler gemacht: Man hat sie nie richtig weiterentwickelt. Bei Deli gab es nie eine vernünftige Intergration, wie man die Links regelmäßig ein Blog einlaufen oder bei Facebook sharen konnte. Bei Flickr gibt es keine vernünftige Anbindung an Twitter usw.
Noch etwas sollte man bei Flickr nicht vergessen; Den Jugendschutz, vor allem in Deutschland. Mit einer deutschen Yahoo ID kann man keine “restricted” Accounts ansehen, auch nicht, wenn man mit Kreditkarte gezahlt hat. Yahoo schiebt das auf die deutschen Gesetze, die derartigen vorauseilenden Gehorsam gar nicht mal verlangen. Wie schnell bei Yahoo nach dem Jugendschutz gehandelt, habe ich selbst erlebt. In meinem Account ist genau EIN Foto, auf dem die Brust einer Frau zu sehen ist. Bei mehr als 1000 Fotos, die meisten aus Urlauben. Dennoch hat man meinen Account auf “moderate” gesetzt.
Dass man die Pornographie auf Flickr, die dort auch stattfindet, eindämmen möchte, kann ich verstehen, Yahoo hat aber auch Accounts auf “restricted” gesetzt auf denen man auch nicht mehr sieht, als bei RTL2. Akt-Fotografen aus Deutschland wurden ebenso mit “restricted” gesetzt, wie die Fotos eines Fotografen, der aus den Elendslagern in Dafur/Sudan berichtet hat. Wie gesagt, das betrifft nur die deutschen Accounts, mit einer US-ID hat man auch auf “restricted” Zugriff. Man kann zwar leicht über Yahoo.com einen US-Account anlegen, bezahlen lässt sich der aber auch nur mit einer US-Kreditkarte.
Flickr ist zu groß und zu erfolgreich, als dass Yahoo auf den Dienst verzichten kann oder will. Aber wenn Facebook mit Geotags, größeren Bildern, Blog-Integration, Fotogruppen usw. nachlegt, werden sich viele User überlegen, wo sie ihre Bilder hosten lassen. Vor allem, wenn es auch noch umsonst ist.
Es hat schon fast etwas magisches, dass ich just heute auf diesen Post stoße respektive, dass gestern der Post veröffentlicht wurde. Erst vor ein paar Stunden habe ich meinen Flickr Account mit neuen Bildern bestückt und ins Jahr 2010 befördert. Das letzte mal habe im Juni 2008 ein Bild hochgeladen und das spricht – wie ich finde – Bände.
Wenn ich nicht ein paar Freunde bei Facebook hätte, die (welches Tool auch immer nutzend) regelmäßig ein Status-Update posten würden, (XYZ hat ein Foto nach Flickr hochgeladen), dann hätte ich vermutlich vergessen, dass es Flickr überhaupt noch gibt.
Flickr ist autarkes Universum ohne nennenswerte Schnittstellen nach außen und das ist, wie ich finde, das Problem bei Flickr. Oben finden sich genug Bekundungen, dass genau die No-Share-Option an Flickr geschätzt wird, aber ich hätte gern mehr Kontakt zu Flickr. Für mich wäre ein Share-Button / Like-Button und ein Twitter-Button unter jedem Bild genau das, was ich mir bei Flickr wünschen würde.
Wenn ich auf ein gepostetes Flickr-Bild bei Facebook stoße, dann schau ich es mir wahrscheinlich an und klicke auch weitere Bilder des Fotografen an – mit etwas Glück stolpere ich über ein weiteres Bild, was ich klasse finde und von dem ich denke, dass es meine Freunde sehen sollten – oder bei dem ich einfach nur zeigen möchte “Hey, ich mag es”.
Mag sein, dass Flickr für erstklassige Foto-Ästhetik steht und die Handtaschenknipser eben draußen bleiben (sollen). Aber wenn man ehrlich ist, dann wird Flickr schleichend vor sich dahin siechen, wenn es nicht bald die nötigen Share-Options gibt. Jedes Mini-Blog braucht die Features, um am Laufen zu bleiben, dass ist Web-Standard – kein Web-Schnickschnack. Wo ein Like- oder Share-Button ist, da sharen oder liken die User auch viel öfter – wo nicht, da kommen die User gar nicht auf die Idee, etwas zu teilen.
Vom jetzigen Funktionsumfang von Flickr ausgehend, bevorzuge ich es, meine Bilder ausschließlich auf Facebook hochzuladen (Ausnahme heute) und da kann jeder, der mir wichtig ist, alles mitbekommen, kommentieren und mögen.
Ich wünsche mir, dass es Flickr noch ganz lange gibt, dass es nicht verkauft oder eingestellt wird, aber ich wünsche mir auch die Möglichkeit, Fotos, die ich auf Flickr mag ganz einfach zu teilen. Am Rechner ist Copy&Paste keine große Sache, auf dem Handy kann es kompliziert werden. Der wichtigste Punkt an den Like-Buttons ist aber, dass man inspiriert wird, etwas zu teilen.
Ich finde auch, dass yahoo praktisch doomed for failure ist. Sie waren eimal die global führende Internetcompany und haben diesen Status in jeder Hinsicht verloren. Quasi alles, was sie angefasst haben, wurde erfolglos und Mist. So auch flickr. Ich habe schon ganz lange aufgehört, flickr zu nutzen. Für mich ist es zu einer riesigen mittelmäßigen Masse mutiert, weder. Social Media auf der einen noch Community auf der anderen Seite. Ich persönlich nutze nur noch Facebook, um mich mit meinen Freunden auszutauschen und die fotocommunity, um mich über Fotografie zu unterhalten. Ein flickr brauche ich nicht, iPhone-Fotos will ich eben nur von meinen realen Freunden sehen und die sind auf Facebook.
Bei Flickr, Facebook, Yahoo und del.icious bin ich ne “Karteileiche”.
Brauche auch keine “freunde”, die mich nicht kennen aber meine Bilder hochloben.
Mir reicht ein vernünftig nutzbarer und anpassbarer Dienst für meine Bilder und manchmal auch ein Video. Deshalb bin ich bei ipernity und sehr zufrieden.