
An dieser Stelle stand ein langer Text, in der ich beschrieb, was ich alles nicht bin. Dass ich kein Experte bin, dass ich gerade mal das Grundwissen – na gut, vielleicht ein bisschen mehr – der Fotografie habe. Dass ich von so vielen Aspekten noch nicht mal ansatzweise Ahnung habe. Dass ich mich zwar gerne mit Technik eindecke, aber nur ansatzweise weiss, wie sie wirklich funktioniert, und dabei sowieso gerne in die kleine Falle tappe, bessere Technik mit besseren Fotos gleichzusetzen.
Dass ich meistens nicht exakt sagen kann, warum mir ein Foto gut gefällt. Warum es bei Fotograf X Klick macht, während ich Fotograf Y links liegen lasse, obwohl er sich vielleicht nur in einer winzigen Kleinigkeite unterscheidet. Dass es da zwar Ansatzpunkte gibt, zum Beispiel bin ich ja ein großer Fan von Schwarzweiss, aber dass ich dieses gewisse Etwas, was für mich diesen Fotograf, diese Aufnahme ausmacht, nicht beschreiben kann. Dass ich es vielleicht auch gar nicht will, immerhin lasse ich damit ja noch Raum für eigene Interpretation. Oder weil ich eher ein Genießer denn Analytiker bin.
Dass ich Fotos mache, wie es mir gerade passt. Dass ich die Rule of Thirds zwar kenne, sie aber mittlerweile auf so vielen Fotos sehe, meistens noch in Kombination mit extremer Tiefenunschärfe, so dass sie mir im Moment ziemlich zum Hals raushängt. Dass mir Symmetrie im Moment viel mehr zusagt. Dass ich das quadratische Format für mich entdecke. Dass es mich freut, wenn anderen meine Fotos zusagen, dass ich offen für Kritik und Verbesserungsvorschläge bin, dass es zuerst und vor allem aber mir gefallen muss.
All das stand hier, noch in einer Rohfassung, vieles noch in Stichworten. Ich bin nicht gut im Schreiben, und deswegen habe ich irgendwann einfach entnervt aufgegeben, daraus einen vernünftigen Text zu machen. Aber das macht nichts, denn der letzte Satz des Beitrags, der völlig ausreicht, war gleichzeitig der erste, den ich niederschrieb:
Ich habe einfach nur Spaß an der Fotografie, das ist alles.
Foto: Andrea Pun
süß. aber mann hör auf so zu untertreiben, du hast es drauf baby :-)
Und nein, ich will damit nicht eine Runde Lob abholen, sondern das einfach nur mal feststellen
Ich glaub Spaß und Begeisterung für eine Sache ist meist noch wichtiger, als das tatsächliche, fachliche Wissen… scheinbar machst du schon intuitiv eine Menge richtig ;)
Spaß sollte man bei allem haben, was man so macht. Gilt besonders für die Dinge, die Geld kosten und keines oder wenig einbringen. Und Geld kann man für die Fotografie ja fast unbegrenzt ausgeben. Somit ist “Weil es Spaß macht” die beste Begründung, die ich mir für das Fotografieren vorstellen kann.
Sehr schoen geschrieben. Kann mich dem nur anschliessen!
Genau so hat Eddie Vedder mal die Tatsache begründet, dass er sich seit dem ersten Pearl Jam-Album weitgehend weigert, Songtext zu erklären – man nimmt dem Hörer, in diesem Falle dem Betrachter, die Möglichkeit, eine eigene Interpretation, einen Bezug zu, ein Stück von sich selbst zu finden. Und genau wie Musik kann auch Fotografie etwas sein, was einem vielleicht sogar eher etwas gibt, wenn man es aus Spaß macht.
Leider muss muss feststellen, dass viele “Fotografen” sehr hölzern schreiben. Also quasi optimal bei der Fotografie gelandet.
Ich versteh dich :)
… und das ist das wichtigste. Word.
Word :)
Könnte von mir sein der Text.
Ohne Spaß funktioniert Fotografie eigentlich nicht, ohne aufgeblasenes Technikequipment allerdings schon. Das ist ja das schöne dabei :)
Ich mag es, wie der Text geschrieben ist – und beim lesen musste ich öfters nicken. Danke.
Toll <3
Ich kann es nicht mehr hören, eure ganze geschwaflerei über das Zen der Fotografie und wie ihr dazu steht…
understaement. find ich gut. mag ich. geht mir in vielen dingen ähnlich.
und fotografieren kann ich auch nicht wirklich. ich knipse und habe spaß dran. aber davon jede menge. :-)
Tiefstapler! ;-)
Aber mir geht es ähnlich. Und die besten Fotos habe ich gemacht, also ich mich am wenigsten mit Technik und “Goldenen Schnitt” beschäftigt hatte. Der Weg der Meisterschaft ist lange und der Weg ist das Ziel – nicht die Meisterschaft.
@Patrick: Warum lässt du dir die posts vorlesen?
@Ngai: Leider muss ich feststellen, dass viele Kommentatoren stets was zu nörgeln haben. Also bist du quasi optimal dort aufgehoben.
@Patrick: Dann geh halt weg.
Ich find den Text gut geschrieben und der letzte und erste Satz sind doch die entscheidenden Sätze.
Ich finde der Text untergräbt die Schönheit der Fotografie!!!!
Ich liebe es zu fotografieren.
Was für eine Kamera hast du ?
Interessante Schreibtechnik. Der aufgebaute Spannungsbogen steht zwar im Widerspruch zu deine These, du könntest nicht schreiben aber Lob wolltest du ja keines hören. Deshalb schreibe ich lieber, dass ich der oft zitierten “Liebe Fotografie” kaum etwas abgewinnen kann. Für mich ist die Fotografie mehr eine Sucht. Eine Sucht nach Fotografie und vielleicht sogar noch mehr, allem was dazugehört: lesen, schreiben, ansehen, nachdenken, Bearbeitungsaufwand so gering wie möglich halten und nachher so umfangreich wie möglich nutzen. Immer wieder interessant, wie unterschiedlichen die Ausdrucksform Fotografie aufgefasst wird. Das ist aber wohl auch die einzige Gemeinsamkeit, die alle Fotografen eint: Der unterschiedliche Bezug.
schön geschrieben, viele sachen sehe ich ganz genau so …
ja, man. spaß.
kannst doch schreiben…