
EIZO hat mir und anderen Bloggern vor kurzem einen CG245W Monitor für ein paar Wochen zum Testen zur Verfügung gestellt, ein Produkt weit jenseits von dem, was ich persönlich wohl je in Erwägung für einen Kauf ziehen würde. Finde ich aber nicht unspannend, denn so kann ich aus der Sicht des ambitionierten Amateurs – dämliche Bezeichnung – meine Erfahrungen mit einem Profi-Gerät beschreiben. Mich überhaupt mal mit Farbräumen, Kalibrierung etc. beschäftigen. Und dabei bestimmt keinen klassischen Test schreiben.
Eure Fragen?
Habt ihr Fragen? Ich habe ein paar Ideen, was ich ganz konkret ausprobieren will, aber vielleicht interessieren euch ja ganz gezielt Aspekte, Einsatzgebiete, Situationen oder ähnliches. Beispielsweise kam schon die Frage, wie es sich mit der Farbechtheit verhält, wenn ich Photos in den Druck gebe bzw. selber ausdrucke, was ich auf jeden Fall auch ausprobieren will. Schiesst einfach los, in den verbleibenden fünf Wochen sollte einiges möglich sein.
Meine Meinung
Es kam auch Kritik auf. Wir würden kostenlos Werbung für EIZO machen, wir hätten uns erst mal bewerben müssen, die würden unsere Blogs eh nicht lesen, und am Ende dürften wir die Monitore ja nicht mal behalten, und das geht ja gar nicht! Sehe ich relativ gelassen. Warum? Darum.
Zuerst mal will sich mir nicht erschließen, warum ein Test in einer Printpublikation oder ähnlichem ein Test ist, ein Test auf einem Blog dagegen kostenlose Werbung für den Hersteller. Ich halte letzteres sogar für die ehrlichere Form, da wir ja nicht gezwungen werden, positiv zu schreiben bzw. die Sachen auch aus einer nicht-neutralen Perspektive betrachtet werden. Dass ich dafür kein Geld kriege, geschenkt, allein die Möglichkeit reicht mir schon. Abgesehen davon suche ich mir nach wie vor sehr genau aus, über was ich schreibe, und über was nicht. Natürlich gibt es die Gegenbeispiele, und natürlich ärgert es mich auch, wenn ich sehe, wie manche PR-Agenturen immer noch über Blogs denken bzw. wie billig sie sie abspeisen möchten. Aber ein Profi-Monitor ist für mich interessant, ist für Fotografen interessant, also warum nicht? Ich halte den gesamten Prozess transparent, und ich schreibe, wie es mir passt.
Und dann dürfen wir die Monitore ja nicht mal behalten! Richtig, so wie die 20 Redaktionen, die Computer- und Foto-Hardware testen, und die ich dazu einfach mal gefragt habe. Testmuster sind genau das, Produkte zum Testen. Danach gehen sie an den Hersteller zurück, der sie an den nächsten verschickt. War schon immer so, wird auch so bleiben. Warum Blogger nun auf einmal das Recht haben sollten, eben jene Testmuster behalten zu müssen verstehe ich ebenfalls nicht, und eigentlich finde ich diesen Vorwurf sogar anmaßend bis arrogant. Blog sind schon lange kein Hype mehr, Blogs sind auch nicht mehr der heiße Scheiss.
Blogs sind normal. Ganz einfach.
Und um den Rest der Kritik noch kurz zu beantworten: Dass Eizo mein Blog nicht liest ist mir auch klar, sie gingen aber in ihrer ersten Mail sehr genau auf meine Kritik bzgl. Kommunikation PR <> Blogs ein. Sie haben mich ernst genommen, das finde ich gut. Und an einer Umfrage teilzunehmen ist für mich keine Bewerbung.
Da ich hier auch einen Eizo auf dem Schreibtisch habe und mich in den drei Jahren, in denen der hier jetzt steht, immer die Kalibrierung gescheut habe (Aufwand und Extrainvestitionen – Bild ist so schon super), würde mich in erster Linie interessieren, welche Erfahrungen Du damit machst. Sprich: Lohnt sich der Aufwand, ist aus so einem Monitor (zugegeben meiner kostete ca. ein Drittel von dem was “Deiner” kostet) tatsächlich soviel rauszuholen mit Kalibrierung?
P.S.: Wenn ich Deinen Text richtig lese, hast Du das sowieso vor und daher warte ich einfach mal ab.
Da ich ja auch zu den Fotoblogs gehöre, möchte ich nur kurz meine Meinung dazu kundtun:
Ich persönlich halte von solchen Produkttests von Fotoblogs sehr viel und glaube diesen Erfahrungsberichten mehr als der Fachpresse.
Denn genau eben, weil da auch immer eine persönliche Meinung mit dabei ist und es einfach Menschen sind, die in der Fotografie drin stecken und nicht wie manche Pseudojournalisten, über deren Tischen im Jahr Hunderte Testgeräte wandern, die Zeitautomatik nicht von einem Polfilter unterscheiden können.
Fakt ist aber auch, das wir hier in Europa, wenn es um die Zusammenarbeit von Herstellern mit Blogs geht, noch in den Kinderschuhen stecken. Die Fantasielosigkeit diesbezüglich vieler Hersteller in der Fotobranche ist erschreckend. Auch wird der Wert und die Bedeutung dieser Blogcommunitie noch nicht erkannt, geschweige denn ernst genommen.
Ich habe noch einige Kontakte aus den alten Zeiten, die selbst entweder Blogs oder Ähnliches betreiben und diese hauen sich vor Lachen jedes Mal die Knie wund, wenn ich ihnen erzähle das es zb. hier im deutschsprachigen Raum kaum einer der Top 20 Fotoblogs es schafft, nicht mal seine vier 125×125 Banner Plätze voll zu bekommen!
Was mir aber auch zum Denken gibt, ist, um was geht es denn Herstellern wirklich? Ist ihnen wirklich die Meinung der Fotoblogbetreiber wichtig oder geht es nur um die Links?
Denn anders kann ich mir nicht diese wahllose Verteilung bzw. Anfragen von Testgeräten erklären. Mein Genre(Nah- und Makrofotografie, Streetfotografie) ist klar und auch sind meine Vorlieben in der Fotografie durch meinem Blog ganz klar. Warum wird mir dann von einem Hersteller zb. angeboten, dass ich seine Studioblitze testen soll? Und jetzt kommt es, ich nehme nicht an und verweise aber gerne auf einen Blognachbar, der sich genau mit diesem Thema auseinandersetzt.
Denn bitte was soll es bringen, wenn ich einen Studioblitz teste, von dem ich so viel Ahnung habe wie ein Elefant vom Eierlegen? Aber wenn ich so darüber nachdenke, dürfte es wirklich so sein, das die Hersteller eher nach Bekanntheit und den Leserzahlen gehen als nach der Erfahrung mit solchen Geräten!
Zum Abschluss: Ich freue mich auf die Erfahrungen mit dem Eizo und bin gespannt wie ein Bogen.
@zoomyboy: Genau das. Danke für deinen Kommentar.
Danke. C&P, wenn mich mal wieder jemand nervt.
Also, ich hab vor gar nicht so langer Zeit parallel den CG und den FlexScan SX ausprobiert und fand den CG schlichtweg überkandidelt – der macht erst so richtig Sinn, wenn man in einem fensterlosen Raum sitzt unter Normlicht. Da das aber eher die Selbstmordrate im Büro hochdreht anstatt extra-produktiv zu sein, hab ich mich für den FlexScan entschieden … Beide haben einen erweiterten Farbraum und ein super Bild – allerdings erst mit vernünftiger Kalibrierung mit einem Spektral-Fotometer wie die Teile von EyeOne. Für den CG ist damit auch ein erhöhter Aufwand verbunden. Die Proofs, die ich in der Zeit mit dem CG gemacht habe, kamen schon gut hin. Aber mit Kalibration usw. sahen die dem SX genauso ähnlich.
Mich würde interessieren, ob Du das anders siehst – ich arbeite hier in einer Print-Umgebung, mit viel Material aus unserem Fotostudio … Für mich reicht der SX völlig aus, denn der hat ein deutlich besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis …
Wichtig für den Blogger und Fotografen ist doch der erweiterte Farbraum, die angeblich gleichmäßigere Leuchtdichte-Verteilung, Schwarzwert-Berechnung bla bla ist überflüssig für den normalen Betrieb. Super ist die Software zum Kalibrieren, das ist etwas komfortabler als beim SX. Hauptsache du drehst Helligkeit und Gamma runter, dann wirds schon ;)
Außerdem nutzen doch 95% der Leute, die sich hinterher deine Fotos bei Flickr ansehen, Displays ohne erweiterten Farbraum – da suppen Kontraste, schöne Grüntöne eh wieder zu … Hm. Jetzt hab ich deinen Test irgendwie ein bisschen was vorausgenommen. Wenn Du Fragen zu Farbräumen und Kalibrierung hast, immer her damit … Oh. Und der Monitor nützt nix, wenn du die Bilder zur Entwicklung aus der Hand gibst – da musst du deren Farbprofil haben, damit es zu übereinstimmenden Ergebnissen kommen kann =)
Abschließend: viel Spaß mit dem Ding. Rumexperimentieren ist super damit.
Meine Frage:
Was ist das für ein Schieberegler an der oberen Leiste?
Und was unterscheidet diesen Monitor von den ganz normalen? Gibt es was extra ordinäres oder besonderes? Oder verstecken sich die Details nur in der Bildwiedergabe und Farbtreue? Abgesehen von den schwarzen “Flügeln” drum herum? (Haben diese Flügelnn eine eigenen Namen? :) )
In den meisten Zeitschriften “sponsern” große Firmen Artikel oder sie platzieren gleich ganze Dossiers dort. Dies ist so die super schmale Gratwanderung zwischen Werbung und Selbstbeweihräucherung.
Objektiver Journalismus muss sicher heute in den meisten Magazinen und Zeitschriften mit der Lupe gesucht werden. Kein Pauschalurteil, aber oft bittere Wahrheit.
Pass bloß auf, nachdem du das Teil im Einsatz hattest, wirst du dich mit nichts schlechterem mehr zufrieden geben können. :)
Du musst Dich nicht rechtfertigen.
Ich bin wie Zoomyboy auch der Meinung, dass in Fotografieblogs vielleicht die ehrlicheren Erfahrungsberichte zu lesen sind, auch wenn die Fachpresse natürlich technisch besser ausgestattet ist als der “normale” Blogger.
Ich bin gespannt auf Deinen Test.
Jetzt bin ich wirklich gespannt. Mein Designer schwört auf dieses Gerät, wobei sich mir als “professioneller Laie” nicht so ganz der Nutzen und der Unterschied schließen will. Denn wenn der Monitor des Kunden oder die vielfältigen Abweichungen beim Druck sowieso keine direkte Gewährleistung korrekter Übermittlung bieten, verstehe ich nicht, was das Gerät letzlich für einen Nutzen hat. Daher würde mich interessieren, inwieweit man als interessierter Laie überhaupt einen Unterschied erkennen kann und wo Du Dir da wirtschaftliche effiziente Anwendungsbereich vorstellen kannst.
“Nicht mal behalten dürfen” ist das blödeste Argument ever finde ich. Gerade dadurch würde doch ein positives Urteil forciert werden, ihr würdet so in eine unangenehme Position gebracht.
Bei so einem Blogger sieht man ja auch eher die Person dahinter, als in einem ollen Testlabor. Farbwerte und die ganze Wissenschaft sind ja das eine, aber eine ehrliche Einschätzung direkt aus dem Heimbereich, wo auch eine Flutlicht-Standbyanzeige schneller negativ auffällt (olles Beispiel von mir, sorry), ist doch was nettes.
+100 für Jerikos Sicht – danke für die klare und in meinen Augen richtige Meinung zu Produkttests; entscheidend für mich war und ist immer, dass ich meine Meinung schreiben kann und dies hebt uns von einigen Tests in Printmagazinen oder offiziellen Tests ab.
Dann melde ich mich auch mal zu Wort: Mir ist es völlig egal wieso und warum ein Produkttest durchgeführt wird. Entscheidend ist doch, ob er mich interessiert. Und in diesem Fall ist es so, dass ich mich freue fragen zu können, also: Wie unterscheidet sich ein Kalibrierung (bsp. mit dem Spider 3) vom Standartsetting des Displays? (soll ja auch schon sehr gut sein … ). Kannst du einen Vergleich zwischen einem kalibrierten MacBook und dem Eizo durchführen? So ein Eizo ist wie eine Leica … eine Investition fürs Leben die richtig heftig zu Buche schlägt, aber mehr als lohnenswert sein kann :).
Ich hab nen Eizo für nur 1100 EUR udn ich kann dir sagen du wirst schlechtere Monitore nicht mehr ertragen können. Mir brennen regelmäßig die Augen bei irgendwelchen Bekannten mit irgendwelchen Samsung-, Acer-, Dell-, BenQ- oder Apple-Glotzen.
Willkommen im Club,
bei mir steht zur Zeit auch der CG245W auf dem Schreibtisch. Bin gespannt auf Deinen Beitrag und Meinung.
@Stefan: Das ist das interne Kalibrierungsgerät des Monitors.
@zoomyboy: Word!
Keine Fragen da ich Eizo schon seit etlichen Jahren benutze. Bin gespannt auf deine Ehrfahrung.
Ach so, guter Text da oben ;)!
hach…wären die dinger bloß nicht so teuer…
Hallo zusammen,
ich habe meinen Eizo CG245W mit einem Spyder3Elite kalibiert, erhalte aber interessanterweise ein deutlich anderes Ergebnis als bei unserem Eizo CG223W. Das Bild auf dem CG245W wirkt deutlich kühler und weniger warm, sondern gelblicher. Aus diesem Grund habe ich unterschiedliche Einstellungen wählen müssen, um ein möglichst ähnliches Ergebnis zu erhalten:
CG245W:
- Native RGB Gamut
- Helligkeit 150 cd
- Farbtemperatur 5500 K
- Gamma 1.8
CG223W:
- Native RGB Gamut
- Helligkeit 120 cd
- Farbtemperatur 6500 K
- Gamma 1.8
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Welche Einstellungen verwendet ihr? Der CG245W hängt an einem MacPro und der CG223W an einem MacBook Pro. Kann es daran liegen? Eigentlich sollte es aber aufgrund der Hardware-Kalibrierung keine Rolle spielen.
Wir machen sehr viel Print, aber auch viele Internetseiten, d. h. wir brauchen eine Lösung, die wir beide Bereiche gut funktioniert.
Gruß
Michael