
Achtung, es folgt ein selbstreferentieller Beitrag übers Bloggen, in dem ich schreibe, warum ich nichts schreibe, und es damit auch schon widerlegt habe, weil ich jetzt doch schreibe.
Dem ein oder anderen mag es aufgefallen sein, aber viel tut sich hier im Moment nicht. Dreizehn Beiträge im Monat August, einer davon hat nicht mal was mit Photographie zu tun und die beiden Verlosungen würde ich eher als Pflicht denn als Kür bezeichnen. Ist eben so, und es wurmt mich ja auch ein klein wenig, dann aber auch wieder nicht. Es folgt der Versuch einer Erklärung.

Zum einen bin ich seit etwa einem Monat beruflich mit einem neuen Projekt beschäftigt. Es ist groß, wahrscheinlich das bisher größte in meiner noch jungen Laufbahn. Es kostet mich im Moment sehr viel Zeit und noch viel mehr Nerven. Und jetzt gerade ist es an einem Punkt angelangt, an dem ich unfassbar motiviert bin, so dass mich auch am Wochenende noch mit guter Laune vor dem Rechner setzen und areiten kann, dass mich auch weit über das Nötigste hinaus interessiert, und bei dem ich einfach das Gefühl habe, dass es gut wird. Leider kann ich euch noch nicht sagen, worum es geht. Ich weiss auch gar nicht, ob ich es hier überhaupt erwähnen werde, denn mit Photographie hat es nichts zu tun, und vielleicht interessiert es euch auch gar nicht. Kurz gesagt: beruflich bin ich aktuell sehr eingespannt. Teil 1 der Versuch der Erklärung.

Und dann war da noch die gamescom, von der ich für Spreeblick berichtet habe. Eine gigantische Messe mit noch gigantischeren Menschenmassen, elendslangen Warteschlangen, dreckigen Hallen, heftigster Lautstärke, interessanten Besuchern, der Retro-Ecke, Cosplayern, alles noch ein bisschen größer und höher und besser. Einmalig. Also wirklich einmalig, auch wenn ich meinen Spaß hatte, nächstes Jahr brauche ich das sicher nicht. Und ich habe es dann auch nicht mal geschafft, die Photo-Challenge stattfinden zu lassen, was zugegeben etwas lahm ist, da sie von meiner Seite aus am Wochenende eigentlich nicht viel Aufmerksamkeit erfordert und sich für das Thema – Leidenschaft – ein paar tausend Motive angeboten hätte. Sei’s drum, dafür wird sie ja diese Woche nachgeholt. Teil 2 der Versuch der Erklärung.

Ich erwähne die gamescom deswegen, weil Köln gleichzeitig der einzige Ort war, an dem ich die in den letzten zwei Wochen meine Kamera benutzt habe. Es liegt an mir, weiss ich, aber im Moment habe ich mich an Berlin ein wenig sattgesehen und verspüre nicht die Lust, loszuziehen. Köln, wenn auch meine alte Heimat, war dagegen neu, und ein paar der schönsten Photos der letzten Zeit sind dort entstanden (auf der Messe übrigens nur krasse Kontraste, als Dokumentarphotograph wäre ich vermutlich eine komplette Niete). Meiner Meinung nach jedenfalls. Und die Freizeit, die ich im Moment habe, verbringe ich viel mit alten und neuen Freunden. Neue Freunde, die ich erst noch kennen lernen muss. Und will. Mit denen ich auch mal bis zum Morgengrauen irgendwo draußen mit einer oder drei Flaschen Rotwein sitze und über Gott und die Welt plaudere und alles andere, was sich um einen herum so tut, ausblende. Schon komisch, auf der einen Seite möchte ich ja das Leben in Photos einfangen, auf der anderen Seite weiss ich aber, dass sobald ich die Kamera dabei habe sich mein Blick ändert und ich eher nach Gelegenheiten suche als den Moment zu genießen. Und im Moment habe ich mich dafür entschieden, den Erinnerungen im Kopf mehr Wert beizumessen als denen auf Papier (also wenn ich die Photos ausdrucken und auf Papier… ach ihr wisst schon). Und es fühlt sich richtig an. Teil 3 der Versuch der Erklärung.
Vielleicht liegt es aber auch einfach nur am Wetter.

Und weil ich gerade diesen spannenden, motivierenden neuen Job habe, und weil ich mich auf gigantischen Messen rumtreibe und dort für nichts anderes einen Kopf habe, und weil ich im Moment viel mit Menschen unterwegs bin, fehlt mir einfach die Zeit, vor allem aber die Muse, mich mit dem Blog zu beschäftigen. Aber das ist okay. Ich habe nicht das Gefühl, als müsste ich jeden Tag liefern, ich will auch nicht, dass das hier für mich zu Arbeit ausartet, und schon gar nicht, dass das hier zu einer unpersönlichen Nummer verkommt, bloss weil ich die Beiträge gelangweilt runterschreibe. Der Spaß an der Sache ist nach wie vor das Wichtigste. Dann schalte ich lieber einen Gang runter, um dann, wenn die Zeit gekommen ist, wieder voll durchzustarten. Und das wird auch nicht mehr lange dauern. Im Hintergrund tut sich nämlich einiges.
Habt einfach noch ein wenig Geduld.
Zum Glück macht ja nicht die Masse an Posts einen guten Blog aus. Ich warte auf jeden Fall sehr gerne ;)
*imaginärenflattrbuttondrücke*
Ach du, ist ok. Ist so. Es ist, wie es ist. Und die Hauptsache ist, dass es dir gut geht.
Außerdem versteh ich den dritten Versuch einer Erklärung sehr gut. Einfach in der Realität leben und schöne Dinge auch einmal nur für sich behalten. Das zelebriere ich in letzter Zeit auch sehr. Und es fühlt sich gut an. Leise schreiend vor Glück.
Völlig in Ordnung. Und was dein neues Projekt angeht… wir wissen doch längst bescheid: http://twitter.com/JerikoOne/status/22023182107
;-)
Das mit den Erinnerungen im Kopf kenne ich. Ich habe mal in einer Lebensphase ca. 10 Jahre lang kaum fotografiert, obwohl ich z.B. dauernd in die USA oder nach Island geflogen bin. Ich glaube aber dass gerade durch die fehlende Kamera sich viele Eindrücke viel mehr in meinem Gedächtnis verankert haben. Auch heute lasse ich oft bewusst die Kamera zu Hause.
Hey mach dir mal keinen Kopf, ich lese deinen Blog nicht aus langeweile und brauche daher keine 50 Einträge pro Tag, wie bei anderen Blogs. Lieber gute Artikel ;) Und mein Feed Agregator vergisst dich schon nicht ;) Kopf hoch!
Und ich bin noch immer leicht sickig das du uns am Samstag hast sitzen lassen…