Freitag, 13. August 2010

Ein Bild sagt mehr als 995 Worte (Reed Young)

Der Mann in dem Photo ist Suleiman, der 2007 mit dem Golfen auf einem der New Yorker Driving Ranges angefangen hat. Was er macht ist er platziert den Golfball, fühlt die Entfernung zwischen seinem Fuß und dem Ball, stellt sich aufrecht hin und schlägt ab. Für Suleiman ist Golf der Moment, das Gefühl, die Visualisierung, dass alles im Kopf stattfindet, bevor es auf dem Rasen ausgeführt wird.

Denn Suleiman ist blind.

Und das macht seine Geschichte faszinierend. Aber hier habe ich mich gleichzeitig ertappt. Es ist eine von vielen, wirklich guten Aufnahmen im Portfolio von Reed Young, aber würde ich “faszinierend” ebenfalls als Beschreibung benutzen, wäre die Erklärung nicht dabei? Man sagt ja so schön, dass ein Bild mehr aussagt als 1000 Worte, und in den meisten Fällen stimmt das auch, aber geht das auch umgekehrt? Ich will das Portfolio von Reed Young damit in keinster Weise schmälern, ganz im Gegenteil, aber manchmal, genau wie in diesem Moment, frage ich mich dann doch, ob eine Beschreibung zu einem Photo nötig ist, damit es seine wahre Wirkung entfalten kann. Wie seht ihr das?

Das hier ist übrigens ein fantastisches Gegenbeispiel, Infrarotaufnahmen von Mormonen, offen für eigene Interpretationen, zum Beispiel der sprichwörtliche Blick durch die rosarote Brille. Ich wollte sie hier haben, weil ich die Idee und Ausführung großartig finde.

Das Portfolio von Reed Young ist groß, und es braucht Zeit, wenn man sich voll darauf einlassen möchte. Aber ich empfehle es euch sehr, steckt es doch voller kleiner Geschichten. Vielen Dank an Trend.Land für den tollen Fund!

4 Kommentare

  1. Hannah

    Ich finde, dass das Bild von Suleiman für sich spricht. Durch den Aufbau deines Artikels bzw. des Layouts sah ich ja zwangsläufig das Bild, ehe ich die Erklärung dazu las und auch, wenn man natürlich nicht sieht, dass er blind ist, sieht man doch das Gefühl, das er in diesem Moment hatte.

  2. Kai

    Das Portfolio von Reed ist beeindruckend. Egal, ob ein Satz unterm Foto steht oder nicht. (Für die Technikfraktion ist die Behind The Scenes Geschichte bestimmt interessant.)

  3. jens

    ich fand das foto der mormonen voll styler. echt gut und so…. dann las ich, dass es ein infrarotfoto selbiger ist. und siehe da, meine begeisterung hielt sich direkt wieder in grenzen. da kann man mal wieder sehen, wie ne eigene meinung über etwas auch die betrachtung von fotos beeinflusst.

    alles scheinheiligtum:

    die mormonen: http://de.wikipedia.org/wiki/Mormonentum

    und ihre polygamie (welcher viele frauen versuchen zu entfliehen): http://de.wikipedia.org/wiki/Polygamie_(Mormonen)

    sorry, für das posting, aber bei den mormonen bekomm ich hummeltitten auffe haut. ;)

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