Dienstag, 27. Juli 2010

Paris von Arnaud Labgraph, nicht nachgeahmt.

Die Photos von Arnaud Labgraph, die er am 5. Juni in Paris gemacht hat, liegen seit fast einem Monat mit dem Vermerk “darüber bloggen” in meinem Feedreader. Das hat einen Grund, und der lautet ausnahmsweise mal nicht, dass mir die Photos gefallen. Natürlich tun sie das auch, darum gehts nicht, denn wie der Zufall es so will werde ich wohl irgendwann im September für ein paar Tage ebenfalls in der Stadt der Liebe sein – ironischerweise mit meinem Vater, erfreulicherweise aber des Photographierens wegen. Win-Win-Situation, er kriegt von mir sozusagen Nachhilfe in Lightroom und ich kriege… nun ja, Paris. Passt.

Deswegen hatte ich auch so ziemlich jedes Schnipselchen gespeichert, als Inspiration für die späteren, eigenen Aufnahmen. Ich hatte mir vorgenommen, erst meine eigenen hier vorzustellen und dann nach und nach die anderen Photographen zu posten, die mir so gut gefallen. Und Labgraph hat es mir wegen seines Vintage-Looks ganz besonders angetan, ich wollte genau diese Aufnahmen, aus genau diesen Winkeln, mit genau dieser Nachbearbeitung. Bis, ja bis mir dann auffiel…

Warum eigentlich?

Warum will ich die exakt selbe Aufnahme nochmal selbst machen? Das ist doch Blödsinn, dann kann ich mir auch direkt die Photos anschauen, die mir als Inspiration dienten. Am Anfang habe ich sowas häufig gemacht, sicher, tut doch fast jeder, und es macht ja auch Sinn, wenn man sich mit der Kamera, der Technik der Komposition auseinandersetzen will, wenn man die wirklich tollen Orte in der eigenen Stadt vielleicht noch nicht kennt, wenn man schnell erste Erfolgserlebnisse haben will, wenn… naja euch fällt schon was ein. Zum lernen jedenfalls super geeignet. Aber jetzt? Ob ich mittlerweile ein Profil habe weiss ich nicht. Wirklich nicht. Aber ich käme mir mittlerweile eher doof dabei vor, einen anderen Photographen zu kopieren, dass würde mich ja auch nur zu einem unter vielen zu machen. Klingt das arrogant? Ich hoffe nicht.

Und all das nur, weil mir die Paris-Photos von Arnaud Labgraph so gut gefallen.

Pin It

7 Kommentare

  1. robert

    Ein bisschen arrogant klingt das, ja. Aber hey, warum machst Du Dir so viele Gedanken darum? Ich meine wenn Du Dich von schönen und beeindruckenden Bildern inspirieren lässt und dabei noch was lernst in Sachen Motivwahl, fotografieren und Nachbearbeitung ists doch gut. Damit verlierst Du doch nicht Dein Profil. Man könnte es ja auch als Hommage sehen, da Du wahrscheinlich eh nicht genau die selben Bilder hinkriegst.

    … und ausgelernt haben wir doch alle nie, oder?

  2. Jeriko

    Argh, ich habs gewusst :-) Nein, anders, ich hatte die ganze Zeit den Gedanken, EXAKT sowas hinzukriegen. Bis mir aufgefallen ist, dass ich es dann ja nicht mehr machen müsste, weils die Photos ja eh schon gibt. Zwar nicht von mir, aber egal. Und dass mein eigenes Profil dabei doch irgendwo auf der Strecke bleiben würde.
    Inspiration ist super, klar. Einfaches kopieren eher nich so. Das wollte ich damit ausdrücken.

    Und klar lernt man nie aus. :-)

  3. micha

    Ja, klingt arrogant. Und eigentlich mehr als ein bisschen. Ich bin der Meinung: andere Photographen kopieren ist kein Weg. Das hab ich schon bei deinen Pics mit diesen Grausamen schwarzen Balken gesagt. Die waren kopiert… zwar nicht schlecht, aber auch nicht großartig.

    Und jetzt: du photographierst noch nicht so lange, hast aber viel erreicht, gut gelernt. Sich inspirieren lassen ist immer gut, nachstellen und kopieren, naja, muss nicht sein. Greife eher das Flair der Bilder auf, ihren Eindruck und versuch daraus was zu machen. Und versuch nicht einem Photographen nachzustellen und exakt das abzulichten, was er getan hat. Das ist Schwachfug. Mach dein Ding, aber lerne stetig von dem Können anderer ohne gleich ein Nachahmer zu werden.

  4. Jeriko

    @micha: exakt, das wollte ich doch sagen! Ach herrje, kann man das so missverstehen? Ich will mich nicht über andere Photographen stellen, ganz im Gegenteil, dass steht mir, dass steht niemandem zu – und das könnte man als Arroganz auslegen. Nicht, dass ich andere kopieren will – das ist es ja, wovon ich weg kommen möchte. Stattdessen ein Profil kriegen, erkennbar werden.

  5. Micha

    @jeriko – ich Depp offensichtlich schon ; ) Um meine Ansicht – und wohl auch deine zufassen: Inspiration und Vorbilder sind eine tolle Sache; ihrer Fähigkeit und ihrem Zauber nachzueifern ebenso. Aber tumbes Kopieren ist der Teufel und irgendwann der Tod der eigenen Kreativität, des eigenen Profils.

    Ich denke damit lässt sich der Keks gut zerkrümeln.

    Und zur Meinung von Kai. Unsicherheit ist eigentlich nicht gut. Man sollte sich seiner Sache schon sicher sein. Vor allem wenn’s um Kreativität – und damit eben Photographie – geht. Viel besser ist eine gute und objektive Selbsteinschätzung; ein vermögen das eigene Können zu beurteilen und eigene Fortschritte aber auch Fehler beurteilen zu können.

  6. jens

    die fotos sind mir auf behance auch über den weg gelaufen. wollt ich auch erst was dazu bloggen.
    was mir allerdings weniger gefällt ist, dass er bei allen fotos den gleichen frame genutzt hat. da wäre mehr drin gewesen. ansonsten sind die schon sehr sehenwert. :)

Kommentar schreiben

SEOs brauchen es erst gar nicht probieren, Kommentare mit dem Zweck der kommerziellen Eigenwerbung (Links zu Shops, Firmen, o.ä.) sowie sinnloser Schrott werden ebenfalls als Spam markiert. Wenn ihr etwas völlig anderes beisteuern wollt, dann bitte über den normalen Kontakt.