Die Photos von Arnaud Labgraph, die er am 5. Juni in Paris gemacht hat, liegen seit fast einem Monat mit dem Vermerk "darüber bloggen" in meinem Feedreader. Das hat einen Grund, und der lautet ausnahmsweise mal nicht, dass mir die Photos gefallen. Natürlich tun sie das auch, darum gehts nicht, denn wie der Zufall es so will werde ich wohl irgendwann im September für ein paar Tage ebenfalls in der Stadt der Liebe sein - ironischerweise mit meinem Vater, erfreulicherweise aber des Photographierens wegen. Win-Win-Situation, er kriegt von mir sozusagen Nachhilfe in Lightroom und ich kriege... nun ja, Paris. Passt.
Deswegen hatte ich auch so ziemlich jedes Schnipselchen gespeichert, als Inspiration für die späteren, eigenen Aufnahmen. Ich hatte mir vorgenommen, erst meine eigenen hier vorzustellen und dann nach und nach die anderen Photographen zu posten, die mir so gut gefallen. Und Labgraph hat es mir wegen seines Vintage-Looks ganz besonders angetan, ich wollte genau diese Aufnahmen, aus genau diesen Winkeln, mit genau dieser Nachbearbeitung. Bis, ja bis mir dann auffiel...
Warum eigentlich?
Warum will ich die exakt selbe Aufnahme nochmal selbst machen? Das ist doch Blödsinn, dann kann ich mir auch direkt die Photos anschauen, die mir als Inspiration dienten. Am Anfang habe ich sowas häufig gemacht, sicher, tut doch fast jeder, und es macht ja auch Sinn, wenn man sich mit der Kamera, der Technik der Komposition auseinandersetzen will, wenn man die wirklich tollen Orte in der eigenen Stadt vielleicht noch nicht kennt, wenn man schnell erste Erfolgserlebnisse haben will, wenn... naja euch fällt schon was ein. Zum lernen jedenfalls super geeignet. Aber jetzt? Ob ich mittlerweile ein Profil habe weiss ich nicht. Wirklich nicht. Aber ich käme mir mittlerweile eher doof dabei vor, einen anderen Photographen zu kopieren, dass würde mich ja auch nur zu einem unter vielen zu machen. Klingt das arrogant? Ich hoffe nicht.

Und all das nur, weil mir die Paris-Photos von Arnaud Labgraph so gut gefallen.