
Einer der schönsten Momente damals in New York war sicher die Nacht auf dem Dach des 47stöckigen Wolkenkratzer. Es ist ein bisschen ruhiger dort oben, nicht viel, aber gerade so viel weniger, dass man sich ein wenig in seinen Gedanken verlieren kann. Manhattan lag uns zu Füßen, wir genossen die Lichter der Großstadt, schauten in den Himmel, ließen uns treiben, jeder für sich, ohne große Worte, für Minuten, Stunden. Das Dope tat sicher sein übriges, aber das nur am Rande.
Mir ist es gar nicht so sehr bewusst geworden, aber das rooftop concert von tape.tv fühlte sich tatsächlich ähnlich an. Die Situation hat sicherlich dazu beigetragen, dass uns Fotos, Madsen und Gisbert zu Knyphausen den Rücken zugewandt haben, oder wir ihnen. Dass wir während der Aufnahme völlig still sein mussten. Aber es fühlte sich für einen Moment wieder so wie in dieser Nacht vor sechs Jahren – jeder ein bisschen für sich, in seinen eigenen Gedanken, von der Musik beflügelt. Vielleicht der Band zugeschaut, vielleicht den Blick über die Dächer Berlins schweifen lassen. Vielleicht. Und dann hört die Musik auf und alle verfallen wieder in ihren Rythmus. Bis zum nächsten Song. Es war schön, wirklich schön.
Es war gleichzeitig auch das erste Mal, dass ich ganz bewusst auf meine D60 verzichtet habe. Natürlich hatte ich sie dabei, eigentlich wurde sie aber nur als Belichtungsmesser zweckentfremdet. Ja, es macht unheimlich Spaß, mit der Hasselblad zu photographieren. Es ist langsamer, aber auch intensiver. Fehler werden nicht verziehen: beim Wechseln des Films hatte ich den Trenner im Filmmagazin gelassen und war beim Aufziehen gedankenlos – normalerweise blockiert die Kamera ab dem ersten Bild, so habe ich aus Versehen zur Nummer Drei weiter gespult. Es ist auf eine gewisse Art und Weise aber auch befriedigender: das tagelange, gespannte Warten auf die Entwicklung, mit den frisch entwickelten Photos aus dem Labor gehen, noch auf dem Weg nach Hause ein erster Blick, auf dem Sofa dann das genaue Betrachten, die Zufriedenheit am Ende. Kleine Fehler wie Unschärfe, Verwackler, Unter- oder Überbelichtungen sind auf einmal unwichtig, ja fast schon egal.






















Alle Photos gibts auch in richtig groß bei Flickr. Das Photo ganz oben ist von Sara, die auch dabei war.
OH GOTT ICH SCHMEISS MEINE KAMERA WEG
Wirklich wunder, wunder, WUNDERSCHÖNE FOTOS. Hach. Und perfekte Stimmungsbeschreibung, das, was du da geschrieben hast.
Sehr coole Bilder. Wenn auch einige Unschärfen zu sehen sind, aber ist sicher Absicht ;)
Ist der Vignette Effekt bei 111 und 121 Absicht oder der Kamera geschuldet?
Genial.
Hast du sie scannen lassen? Unglaublich stimmungsintensiv.
@robert: Kann ich nicht genau sagen. Das gabs ja schon mal bei der ersten Entwicklung, da hab ich auf die Linse bzw. die fehlende Gegenlichtblende getippt. Aber der Film lag vor der Abgabe 12 Stunden in meinem Rucksack und ist dabei etwas aufgegangen, kann also gut sein, dass es auch Light Leaks sind. Und nein, die Unschärfe war eigentlich keine Absicht, stört mich hier aber auch nicht :-)
@Chris: Jep, der erste (und wahrscheinlich letzte, da scheissteure) Profiscan.
LPs für die Augen: Keinesfalls korrekter, aber eine viel weichere, wärmere Ausstrahlung als die stets überschärft wirkenden CD-Töne bzw. Bilder digitaler Kameras.
Die Schönheit des Unperfekten.
Zu schade, dass dieser Weg vergleichsweise unkomfortabel und teuer ist.
Schöne Bilder!
Aber bezüglich lars: Eine Hasselblad hat üblicherweise *perfekte* Bildqualität. Unperfektheit gibts vielleicht bei Lomographie & Co. aber nicht bei einer Hasselblad.
@Robert Bräutigam: Sorry, wollte die Marke nicht schmälern. Mein gefährliches Analogfotografiehalbwissen beschränkt sich auf die Verknüpfung von Hasselblad mit “finanziell High-End”, nun mal meistens auch mit entsprechender Berechtigung.
Also zweiter Versuch: die Schönheit des nicht extrem Detailauflösenden. Vielleicht mag der Originalscan das hergeben und entsprechend verkleinert und nachgeschäft ähnliches erreichen, aber es wurde vermutlich bewusst darauf verzichtet. Und das macht u. a. den Charme der Bilder aus.
@Jeriko Haben sich die Photos nach dem Scan noch durch einen PS-/Lightroom-Parcours bei Dir begeben?
@lars: Nope, die sind genau so aus der Kamera gekommen.
@lars: Ist schon okay, ich reagier nur manchmal (zugegebenermassen vielleicht etwas zu) empfindlich wenn man analog mit unscharf/unperfekt gleichsetzt. Das geht nämlich auch billiger (siehe Lomo) ;) Gerade die alten, noch von Zeiss hergestellten Hasselblad-Optiken sind *knackscharf*.
Woahh, Herr Boecken, ich verbeuge mich vor Begeisterung .. Dass ich das Metier Portrait, dessen der “Tooten Orte” vorziehe, hast Du event. schon erkannt :o)
Grosses Augenkino !!!!!!
Das war doch eigentlich ein geheimes Kamera Geek Treffen…. Schöne Bilder und Vielen Dank!
OK, ich bin neidisch auf das Teil. Keine Frage.
Bei den beiden Portraits (Nummer 9 und 10) sieht man die Qualität, die die Optik liefern kann. Die 1×1 Optik ist sowieso super. Krass ist aber auch die Unsicherheit vieler auf den Fotos zu sehen. Aber der große Christoph mit dem ulkigen Kasten – kein Wunder ;)
Film hat einfach Charme. Großartig.
Die Bilder sind wirklich sehr gut, mit gefällt die Schärfe oder besser “Nichtschärfe”, der Bildschnitt, eigentlich alles an den Fotos. Sehr gelungen.
Schöne Bilder. Freut mich, dass es mit der Hassi mittlerweile so gut läuft. Wo hast Du den Scan machen lassen und wie wird sich denn Dein Hybridprozess künftig gestalten, wenn Du auf “sauteuren Profiscan” verzichten möchtest?
Bei PPS Imaging am Alexanderplatz. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber Abphotographieren finde ich tatsächlich gar nicht so uninteressant, und für meinen Bedarf auch völlig ausreichend. Eventuell, bei genügend Aufkommen, doch mal einen okayen Negativscanner besorgen. Mal sehen, ich weiss es wirklich noch nicht.
Respekt!
Ich bin begeistert von den Bildern, die du bei dem Konzert gemacht hast! Diese Tiefe und die Unschärfe ist einfach super. Dagegen sind meine Bilder…nunja. Aber ich habe ja auch keine Porträts gemacht.
Profiscans sind zwar schön und gut, aber die Preise, die da verlangt werden horrend!
Vielleicht sieht man sich beim Workshop – da darfst du dann verwackelte Bilder machen ;)
Hey Jeriko,
überleg Dir statt nem Negscanner lieber nen Epson V750. Funktioniert für solche Websachen wohl recht gut was ich mir hab sagen lassen. Mit entsprechend anderen Aufsätzen kannst Du das Foto auch so plan fixieren, das es für mehr taugt. NegScanner kommen eigentlich nur noch Nikon in Frage (9000er Coolscan) und der liegt schon bei gut über 2000Eur. Ich denk Hasselblad wird auch eher uninteressant sein (8000,- EUR+), obwohl es ja zur Kamera passen würde ;-) Ansonsten sieht doch ausbaufähig aus mit der Hasselblad. Falls Du was mit Farbe machen möchtest und es etwas wilder von den Farben sein darf: Kodak Portra VC (160 oder 400er) Besorg Dir mal ne Rolle!
Viel Spass weiterhin!
Gruss Seb
Ich habe von der fotografie zwar überhaupt gar keine Ahnung, aber ich find die Bilder echt super… und darauf kommts ja irgendwie auch an :D
Ich möchte Sara.. bitte.. so richtig dolle lieb haben.. nur einmal.. danke!