
Dass die letzten paar Tage hier nichts passiert ist bedeutet ja nicht, dass ich untätig war, ganz im Gegenteil. Aber es dürfte wohl dem phantastischen Wetter geschuldet sein, dass ich die Zeit lieber draußen verbringen wollte als in der finnischen Sauna, die sich meine Wohnung nennt. Dennoch möchte ich euch ein paar der Photos, die ich in der letzten Woche gemacht habe, nicht vorenthalten.
Es ist nur ein Bild vom Nowkoelln Flowmarkt, der letzten Sonntag zum dritten Mal stattfand. Schnieke, noch nicht so überfüllt wie die Klassiker unter den Flohmärkten. Es gibt einiges zu entdecken, zwischendurch gibts immer wieder mal Livemusik, auch wenn der Stil mir kein Stück weit zugesagt hat. In einem kurzen Gespräch kam übrigens noch die Meinung auf, Nowkoelln könnte über kurz oder lang dem Mauerpark den Rang ablaufen. Glaube ich nicht. Dafür halte ich die Location am Maybachufer, schließlich besteht der Mauerpark nicht nur aus dem Flohmarkt, sondern auch noch aus der Liegewiese, dem Basketballfeld, Bearpit Karaoke und den unzähligen Straßenkünstler, die sich dort auf dem riesigen Areal austoben können. Ersetzen lässt sich der Mauerpark nicht, als etwas ruhigere, kleinere Alternative dazu wird sich Nowkoelln aber sicher etablieren.
Ich hab nicht wirklich viele Photos gemacht, bzw. die meisten sind nichts geworden. Er aber war super. Pfeifend schlenderte er durch die Gänge, als er just in dem Moment eine Platte sah, die er haben musste, da sie denselben abgedrehten Namen (der mir gerade nicht einfallen will. Erna oder sowas.) trug wie eine Freundin von ihm. Scharfe Drehung nach links, ein beherzter Schwung nach vorne, schon stand er vor der Bude und schwatzte einer Frau, die die Platte schon in der Hand hatte, diese nochmal ab. Charmebolzen.

(Mehr bei Finding Berlin)
Am Mittwoch sollte das Cafe Zapata am Tacheles zwangsgeräumt werden. Der Mietvertrag ist wohl schon längst ausgelaufen, der neue Besitzer will das Gebäude versteigern und die Künstler weigern sich natürlich, ihre Ateliers zu räumen. Ich muss gestehen, ich blicke durch das Geflecht nicht so ganz durch, dafür kriege ich von viel zu vielen Stellen viel zu viel Input. Zum Beispiel, dass es den Künstlern heute wohl auch nur noch um Geld gehen würde, nur wenn sie einen gemeinsamen Feind haben, halten sie zusammen. Dass sich viele der “alternativen” Berlin schon längst abgewandt hätten. Und so weiter… ich weiss nicht, was ich glauben kann und was nicht, persönlich würde ich es aber unglaublich schade finden, wenn eine Instituation wie das Tacheles, wie auch immer sie heute geführt werden mag, aus dem Bild von Berlin verschwinden würde.
Die Zwangsräumung, die für 8 Uhr morgens angesetzt war, fand nicht statt. Es gab rechtliche Unstimmigkeiten, die die Anwälte beider Seiten noch auf dem Bürgersteig besprachen. Es war keine Polizei anwesend, die einzige Gewalt, die berechtigt wäre, ein Gebäude zu räumen. Und dann erwische ich mich dabei, wie ich mir denke, wofür ich jetzt eigentlich aufgestanden bin. Wollte ich die Eskalation, wollte ich Action, nur damit ich spannende Photos kriege? War mir der Ausgang der Räumung egal, solange am Ende mein Ergebnis stimmt? Bin ich überhaupt nur deswegen an diesem Morgen dort hingefahren? Ich ärgere mich bei dem Gedanken daran, das tue ich wirklich. Ich weiss nicht, ob ich bei den nächsten Terminen für Räumungen auch dabei sein will. Jedenfalls nicht so.
So haben wir dann aber die Gelegenheit genutzt und das Tacheles noch ein wenig in Photos festgehalten. Solange es noch geht.





Noch mehr gibts bei Flickr oder bei Finding Berlin. Ihr habt schon gemerkt, dass ihr letzteres unbedingt verfolgen solltet, oder?
War ja klar dass wir uns beide für schwarz/weiß entscheiden :)
Tolle Bilder, mir gefallen besonders die Hand und auf der andern Seite der Schuss durchs Fenster (das dritte).
Auch die teilweise sehr farbenfrohen Detailaufnahmen sind grandios.
Gruß
Christine
So, jetzt komme ich mal dazu deine letzten Post mir anzuschauen… 5 Tage ohne Internet. :-D
Mir gefällt das letzte wirklich gut. Das schiefe Stiegengeländer als horizont ist super. Und vom Kontrast her erinnert mich der FIlm schön an einen gepushten 400ASA Film.