Mittwoch, 14. Juli 2010

NYC SALT, ein non-profit photography program

Über Feature Shoot bin ich auf SALT gestoßen, ein Non-Profit Programm in New York, dass mich sofort fasziniert hat: Im Jahre 2005 von Alicia Hansen und Rebecca Locke ins Leben gerufen bietet es Jugendlichen die Möglichkeit, ihre verborgenen Talente zu entdecken und sich mit allen Aspekten der Kreativbranche auseinanderzusetzen. Es mag auf den ersten Blick langweilig klicken, ist es aber ganz und gar nicht.

SALT begann 2005 als eine Arbeitsgemeinschaft von sechs Schülern, die sich jede Woche trafen und mit Einwegkameras loszogen. Der Ansatz ist einfach: Jugendliche werden ermuntert, sich mit der digitalen Photographie auseinanderzusetzen, um ihre Kreativität zu wecken, sie auf die Karrieremöglichkeiten hinzuweisen und sie mit anderen Menschen in Verbindung zu bringen. Das Ziel soll sein, die Teilnehmer nicht nur in der Photographie zu schulen, sondern sie auch im Leben voran zu bringen.
Heute ist das Programm mehr als doppelt so groß uind mit modernster Technologie ausgestattet, deren Umgang von Professionellen in der Branche vermittelt wird. Die Teilnehmer treffen sich jede Woche zum Unterricht bzw. Shootings. Es soll dabei aber nicht nur um eine Freizeitbeschäftigung gehen, SALT will die Teilnehmer auch dazu motivieren, Karrieren in der Branche einzuschlagen, in dem sie Photographie studieren. Jeder der Jugendlichen wird am Ende mit einem Portfolio von hochwertigen Photos SALT verlassen.

Es wird nicht das einzige Programm dieser Art sein, und wahrscheinlich wird es auch nicht das erste sein, aber es ist das erste, was ich entdeckt habe und einfach großartig finde. Großartig, ja, denn auch wenn ich jetzt unheimlich alt klinge: ich finde es wichtig, dass Jugendliche eine Perspektive haben, und es sind solche Programme, die zumindest die Möglichkeit dazu bieten können. Die Jugendzentren zu meiner Zeit waren scheisse – es gab sie, ja, aber keine wirklichen Angebote dahinter, so dass wir uns dort eher selten aufgehalten haben. Ich weiss auch nicht mehr wieviele AGs es an meiner Schule gab, ich habe mich damals in der Computer AG engagiert und die erste Website meiner damaligen Schule mit aufgezogen. In diesem Moment war es wohl eher unterbewusst, aber es hat mein Interesse dafür geweckt, und mittlerweile verdiene ich mein Geld in dieser Branche. Und wenn es dann auch noch so etwas tolles wie die Photographie ist, die so viel Kreativität freisetzen kann, die so viel mehr ist als das finale Bild, dann ist das nochmal eine ganze Schippe besser. Denn das, was die Teilnehmer von SALT auf der Website zeigen, ist high quality, und ich würde mir noch viel mehr solcher Programme wünschen, auch hierzulande. Schaut euch die Portfolios der Jugendlichen an, sie sind großartig, das kann ich euch versprechen.

4 Kommentare

  1. zimtsternin

    Das ist wirklich ein tolles Projekt mit faszinierenden Ergebnissen.
    Und du wirst lachen, aber an sowas in die Richtung habe ich auch schon gedacht. Kindern und Jugendlichen die Fotografie näher bringen. Und ich spiele auch mit dem Gedanken, zumindest zu versuchen, den Stadtjugendausschuss hier von der Idee zu überzeugen.

  2. Jeriko

    @zimtsternin: Der Gedanke war natürlich da – aber sind wir als Amateure dazu echt geeignet? Obwohl, wer nicht wagt, der nicht gewinnt – und mehr ist ja mehr…

  3. zimtsternin

    Natürlich stellt sich die Frage: Kann ich das wirklich?
    Und wahrscheinlich würde ich auch nicht sofort dieses hohe Niveau erreichen. Aber ich habe schon mit Kindern gearbeitet. Und mit Jugendlichen auch. Und das macht Spaß. Den pädagogischen Hintergrund hätte ich. Und wahrscheinlich würde ich zunächst auch eher den Spaß in den Vordergrund stellen. Und auf Gossendeutsch ausgedrückt die Kids von der Straße holen. Ihnen zeigen, wie toll Kreativität sein kann.
    Ihnen Perspektiven aufweisen. Und wenn es nur gemeinsam Zeit verbringen, in der man fotografiert, ist.

  4. HR

    Ich würde sogar sagen dass man als Amateur (oder besser: Autodidakt) vielleicht bessere Chancen hat, an die Jugendlich heranzukommen. Du kannst dich wahrscheinlich viel besser in deren Situation hineinversetzen als ein Profi-Photograph der sonst nur mit seinen Kunden und Models zu tun hat. Und was noch hinzu kommt: du stehst da dann nicht als der perfekte Lehrer der ‘eh schon alles kann und nur sein Wissen weitervermitteln will (davon haben die in der Schule schon genug), sondern als jemand der einfach Spaß an der Sache hat und mit den Jugendlichen zusammen etwas entdecken oder ausprobieren will. Ich kann mir gut vorstellen dass das ein wichtiger Motivationsfaktor sein kann. Die sehen dann ja auch: hey, der Typ ist auch nicht anders als wir, der hat sich da ‘reingekniet und hat etwas geschafft. Das motiviert ganz anders als eine AG in der Schule, eben weil sich sich eher mit dem Vorbild identifizieren können und diesen Weg dann auch für sich entdecken.

    Grüße, HR.

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