
Riego von Wersch glaubt, dass Einsamkeit der einzige unbewusste Zustand ist, aus dem wir ausbrechen wollen. Ein Ziel, was wir nicht erreichen können, wir werden alleine geboren und werden auch alleine sterben, dazwischen denken wir nur, dass wir begleitet werden. Eine Ansicht, die ich nicht unbedingt teilen würde, die es Riego aber erlaubt, dieses Denken in Photos zu legen, jeden Menschen, den er festhält, seine eigene kleine Geschichte erzählen zu lassen, selbst wenn er auf dem Photo von hunderten umringt sein mag.

Und auch wenn es im Kontext der sehr emotionalen Photos etwas unpassend sein mag, isolieren ist auch eine Technik. Es ist doch so, wir versuchen ständig, ein Objekt in den Fokus zu rücken. Zuerst einmal durch fokussieren, klar, dann aber auch durch Techniken wie Freistellen, Framing und so weiter, aber nur ganz selten durch das Spiel von Licht und Schatten. Kameras können nicht mal ansatzweise das Spektrum an Licht aufnehmen, zu dem das Auge fähig ist, und sobald diese Unfähigkeit eintritt, Details gleichzeitig in Licht und Schatten einzufangen kann man ziemlich interessante Effekte erzielen. Das Problem dabei ist, dass wir es eher selten sehen. Ich zumindest, eigentlich habe ich nur per Zufall überhaupt mal einen Shot hingekriegt, der ungefähr dieser Technik zuzuordnen ist. Was wir sehen wirkt nicht so aufregend wie das, was die Kamera aufnimmt. Noch so eins dieser “Wenn du es siehst, dann weisst du es”-Dinger.

Riego van Wersch hat im Alter von 11 Jahren mit einer Kamera seiner Eltern autodidaktisch begonnen, seine erste Ausstellung hatte er mit 17 in Frankreich, die Goblins School of the Image schloss er mit 24 Jahren ab und ist seit dem in der Werbephotographie zuhause. Entdeckt habe ich ihn bei Yatzer, die erst vor kurzem ein Interview mit ihm geführt haben.
Wow, ich bin begeistert vom Einsatz des Lichtes, seine Bilder wollen Geschichten erzählen.