Dienstag, 22. Juni 2010

Infinity von Stephane Suisse

Es war dieser Moment am Venice Beach, auf dem Pier, schon etwa 100 Meter weit im Meer drin, als sich vor mir nichts weiter als Wasser und Himmel auftat. Schon die ganze Zeit hatte ich diese Aufnahme von Meredith Farmer im Kopf, die so einfach ist, und doch so wunderschön, und ich wollte etwas ähnliches schaffen. Warum, ich weiss es nicht. Es ist, denke ich, diese Ruhe, die in der Aufnahme liegt, diese Friedlichkeit, die ich ebenfalls empfand, die mich dort einfach nur hat stehen lassen, den Blick gen Horizont gerichtet, alles einfach mal kurz hinter mir lassen, nur den Augenblick genießen, sich durch nichts ablenken lassen. Den Wellen zuschauen, das Rauschen in den Ohren haben. Es war, als würde ich einem Ort entfliehen, an dem ich ohnehin schon einem anderen Ort entflohen bin. Diese Friedlichkeit einer Naturgewalt, die wir nie werden kontrollieren können. Für den Bruchteil einer Sekunde empfand ich es als falsch, nur an das Photo danach zu denken – könnte ich überhaupt denselben Gedanken transportieren? Will ich es überhaupt? Aber, was ist schon ein Bruchteil gegenüber einer ganzen Stunde? Und es hat Klick gemacht.

Bei Jens von MonoStep bin ich vor kurzem auf Stephane Suisse gestoßen, der das, was Farmer in diesem einem Photo begonnen hat, konsequent weiter führt: die Symbiose aus Farbe und der Wasserwelt. Die Unterscheidung nur in kleinsten Details, so dass ich mich mit jeder Aufnahme intensiv auseinandersetzen muss. Und die mich an diesen Moment am Venice Beach erinnert, den ich nicht nur über Photos erleben durfte, und wofür ich tatsächlich dankbar bin. Ich glaube es war diese eine Stunde, die mir seit langem am meisten Energie gegeben hat. So bescheuert das auch klingen mag.

Schaut euch Aqualorée und Infinity an und versucht euch zu vorzustellen, ihr wärt dort. Es lohnt sich, versprochen.

2 Kommentare

  1. Roman

    Einfach wunderbar, die Photographien. Übertragen diese unverwechselbare Ruhe und Verbundenheit mit der Natur, dem Wasser und dem Himmel. Gefällt mir echt gut. Minimalistische Bilder regen meiner Meinung nach, sowieso zu mehr Nachdenken an, weil man einfach nicht abgelenkt und auf ein Motiv hingeleitet wird.

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