
Jeriko wird Produkttester, oder so ähnlich jedenfalls. Aber warum nicht? Ein Blog über Photographie muss sich ja nicht nur mit den Photos selbst beschäftigen, und ausprobieren will ich ohnehin alles. Samsung hat mir freundlicherweise die NX10 zur Verfügung gestellt, wofür ich mich an dieser Stelle nochmal recht herzlich bedanken möchte. Und auch gleich klar stellen will, dass ich keinen wirklichen Vergleich habe – außer mit meiner D60 habe ich noch mit keiner Kamera länger photographiert – und beileibe kein Profi bin, stattdessen aus der Sicht eines Anwenders berichten kann, was aber, denke ich, für die meisten von euch ohnehin interessanter ist.
EVIL?
Die NX10 ist keine DSLR, ihr fehlt die komplexe Spiegeltechnik, stattdessen wird das Bild direkt auf den Sensor geworden, ähnlich wie bei Kompaktkameras. Tatsächlich gibt es noch keine “offizielle” Bezeichnung für Kameras mit einem elektronischen Sucher und austauschbaren Linsen. Den meisten dürfte Micro Four Thirds als Standard von Panasonic und Olympus am geläufigsten sein, von dem die NX10 allerdings abweicht. Ich mag aber EVIL (External Viewfinder, Interchangeable Lens), das lässt sich zumindest gut merken. Durch das fehlen des Spiegelsystems sind kompaktere Gehäuse möglich, gleichzeitig kann aber durch den Einsatz von besseren Linsen als bei Kompaktkameras eine Bildqualität erreicht werden, die an die von klassischen DSLRs heran reicht.
Die NX10 ist nicht zu Micro Four Thirds kompatibel, hat dafür aber den Vorteil, dass im Inneren ein APS-C Sensor werkelt, der wesentlich mehr Fläche hat und damit auch eine potentiell bessere Bildqualität liefert.
Das Gehäuse
Im Gegensatz zu den Micro Four Thirds von Panasonic und Olympus, die eher an Kompaktkameras erinnern, orientiert sich die Samsung NX10 klar an DSLR-Bodies. Finde ich natürlich gut, die Zeit zur Umgewöhnung ist dadurch eher gering und die Steuerelemente sind alle da, wo ich sie auch erwarten würde. Der Body selber ist geringfügig kleiner als der meiner D60, liegt aber trotzdem gut in der Hand – große Pranken werden allerdings leichte Probleme mit dem Wahlrad auf der Rückseite haben, da der Handballen des öfteren unbeabsichtigt die Taste für den Weißabgleich trifft. Dennoch, idealerweise sollte eine Kamera nach kurzer Eingewöhnung blind bedienbar sein, was mir nach zwei Tagen recht gut gelang.




Die Objektive
Mitgeliefert wird ein 18-55mm f/3.5-3.5 Standardzoom, daneben gibt es derzeit auch eine 30mm f/2 Festbrennweite sowie ein 50-200mm f/4-5.6 Telezoom. Die Objektive sind allesamt relativ leicht und lassen sich flüssig bedienen. Am interessantesten dürfte natürlich die Festbrennweite sein, die wegen der sehr flachen Bauweise den Spitznamen Pancake hat. Allgemein können die Objektive aber “dank” des APS-C Sensors keinen Vorteil bei der Größe ziehen, was im direkten Vergleich mit MicroFourThirds natürlich auffällt. Das war es dann aber auch.
Die Objektive sind eine Eigenentwicklung von Samsung und zu keinem der vorhandenen Systeme kompatibel. Angekündigt sind bereits fünf weitere Linsen: ein 18-55mm f/3.5-5.6 Standardzoom ohne OIS, ein 20-50mm f/3.5-5.6 Kompaktzoom, eine 20mm f/2.8 Festbrennweite, ebenfalls als Pancake, ein 18-200m f/3.5-6.3 Superzoom sowie ein 60mm f/2.8 Makro. Zusätzlich gibt es einen K-Mount-Adapter für Pentax-Objektive. Wenn sich alle preislich im selben Rahmen bewegen wie die bereits vorhandenen, dann ist das okay.
Technik
Verbaut ist ein 14 Megapixel Sensor, der sowohl JPG als auch RAW ausspuckt. Letzteres ist ein Samsung eigenes Format, dass ich noch per Adobe DNG Converter behandeln musste, bevor ich die RAW-Aufnahmen in Lightroom 2.6 bearbeiten konnte. Der Akku soll laut Samsungs Angaben für etwa 400 Aufnahmen ausreichen, bei normaler Nutzung bin ich auf etwa 200 gekommen – vielleicht braucht er einfach nur ein paar Ladezyklen, um auf volle Touren zu kommen.
Als Speichermedium kommen SDHDC-Karten zum Einsatz. Verbindung zum Computer nimmt die Kamera per Mini-USB auf, daneben gibt es auch einen HDMI-Ausgang für die Ausgabe auf einem entsprechenden Fernseher bzw. Monitor. Eingebauter Blitz, eingebautes Mikro, Tripod-Mount, alles vorhanden, tatsächlich gibt es hier keine Überraschungen.
EVIL!
Ich habe noch nie mit einer Kamera gearbeitet, die auch Liveview auf dem Display anbietet, war aber angenehm überrascht. Die NX10 hat ein AMOLED-Display, das bedeutet grob gesagt, dass nur an den entsprechenden Stellen Licht ausgegeben wird, im Gegensatz zu einem LCD, das vollständig leuchtet, und an dem das Licht an entsprechenden Stellen blockiert wird – sollte sich jedenfalls positiv auf die Akkulaufzeit auswirken. Das Bild selber finde ich ziemlich gut und ist vor allem auch bei direktem Sonnenlicht noch erkennbar. Schwierig dagegen der elektronische Sucher, der zwar ebenfalls ausreichend hell ist, das aber auch nur, wenn das Okular komplett bedeckt ist – bei Brillenträgern wie mir fällt zuviel Licht ein, das Photographieren wird so leider ein wenig zum Ratespiel. Direkt unter dem Sucher befindet sich ein Sensor, der erkennt, wenn man mit dem Gesicht an die Kamera geht, und dann das Display ausschaltet.
Gezeigt wird, wohl auch um Energie zu sparen, bei Liveview ein niedriger aufgelöstes Bild, erst beim nachträglichen Betrachten einer Aufnahme wird die volle Qualität genutzt – geht so, gerade weil man dank EVIL das Bild schon vor der Aufnahme in voller Pracht auf dem Display sehen könnte.
Handhabung
Dank des elektronischen Suchers lassen sich natürlich viel mehr Informationen als bei einer klassischen DSLR auf dem Display unterbringen. Nicht dass es mich bisher gestört hätte, aber es ist tatsächlich ziemlich angenehm, wenn man blind die Einstellungen zu ISO, Blende etc. ändern will und diese Änderungen auch groß zu sehen kriegt. Oder sich ein Raster anzeigen lassen kann, um die “Rule of Thirds” auch konsequent umzusetzen. Oder oder oder… das Display lässt sich ziemlich vollfrachten, wenn man es mag. Die Steuerung reagiert ein kleines bisschen träge, finde ich aber nicht weiter schlimm.
Wie bereits geschrieben, die blinde Bedienung geht ziemlich schnell von der Hand, auch und gerade weil die ganze Kamera sowohl vom Aufbau als auch von den Funktionen an eine DSLR erinnert. Beginner werden wohl zuerst den Auto-Modus ausprobieren, in der alle Entscheidungen bzgl. des Bilders von der NX10 übernommen werden – was auch gut gelingt, ich hatte da jedenfalls keine Probleme. Daneben gibt es die Aperture bzw. Shutter Priority, die sich dann per Drehrad verändern lassen, sowie den komplett manuellen Modus.
Der Autofokus arbeitet schnell und zuverlässig, nur in dunklen Situation wird eventuell ein wenig länger gesucht. Ich hab aber nicht rausfinden können, wie ich manuell einen Punkt vorgeben kann, auf den fokussiert werden soll. AF-C ist irritierend, da mir nicht angezeigt wird, worauf ich eigentlich fokussiert habe, bzw. was ich eigentlich verfolge. Beim manuellen fokussieren wurde ich beim Blick durch den Sucher überrascht, da das Bild während des Änderns vergrößert angezeigt wird. Zuerst ungewohnt hätte ich die Funktion echt gerne zu schätzen gewusst, denn gerade das ist ja mein Problem mit dem 50mm an der D60, dass ich einfach nicht weiss, ob das Motiv gerade wirklich scharf ist. Leider wird hier aber, soweit ich das erkennen kann, das vorhandene Bild nur digital vergrößert, was nicht viel bringt. Eine Idee für das nächste Firmware-Update?
Das Menü erstreckt sich über sieben Reiter, ist gut zu bedienen und relativ intuitiv. Im Idealfall kommt man ohnehin eher selten damit in Berührung. Ich hatte keine Probleme mit der Bedienung. Zusätzlich gibt es eine FN-Taste, die die wichtigsten Einstellungen per Overlay über das aktuelle Bild legt, die dann per Wählrad entsprechend verändert werden können. Selbst wenn man sich gerade die Nase am Display platt drückt, weil man durch den Sucher schaut, geht das alles recht gut von der Hand.
Die Kamera lässt sich während des Wegschreibens der Daten weiter bedienen. Photographiert man allerdings RAW, dann sind Funktionen wie Playback oder die ISO-Einstellung erst wieder möglich, wenn alle Daten auf der Speicherkarte sind, was bei einer Serienbildaufnahme oder einer Belichtungsreihe schon mal ein paar Sekunden dauern kann.
Wenn die Festbrennweite aufgesetzt ist lässt sich die “typische” Haltung einer DSLR kaum durchführen. Ich habe stattdessen die Kamera auf die linke Hand gelegt und das Bild auf dem Display kontrolliert. Das aber nur am Rande, denn die kompakten Abmessungen sind ja tatsächlich reizvoll.
Qualität
Bis ISO 400 ist alles im grünen Bereich mit genau der Qualität, die man auch erwarten würde, ab ISO 800 rauscht es allerdings schon ordentlich. Mir fehlen wie gesagt die Vergleiche, und wenn ich jetzt sage, dass es trotzdem noch besser aussieht als bei meiner D60, dann hat das wohl nicht wirklich viel Aussagekraft. Dennoch, für Konzertphotographie ist die NX10 weniger geeignet.
Out Of The Box zeigen die Photos eine, wie ich finde, gute Farbwiedergabe, Kontrast und Schärfe. Hier und da mal ein paar Fransen, aber nichts Weltbewegendes, was man in der Nachbearbeitung nicht auch korrigieren könnte. Die JPGs kommen ebenfalls überzeugend raus, falls ihr also keine große Lust auf Nachbearbeitung habt, auch kein Problem. Die Festbrennweite lieferte rein von der Bildqualität die besten Ergebnisse, die beiden Zooms das, was man von einfachen Objektiven in dieser Kategorie erwarten würde – zum Nikkor 18-55mm konnte ich jedenfalls keinen Unterschied feststellen, zum Tele fehlt mir ein Vergleich.

(Hinweis: Die Photos gibt es bei Flickr in Originalauflösung)
Video
Die NX10 kann Videos in bis zu 720p bei 30fps in H.264 aufnehmen. Audio ist leider nur Mono, ein externes Mikro lässt sich auch nicht anschließen. Es gibt gibt zwei verschiedene Modi, Program – die Kamera übernimmt alle Einstellugen – sowie Aperture, bei der man die Blende vorgibt, während die Kamera den Rest macht. AF-S und AF-C lassen sich im Vorfeld auswählen, nicht aber während der Aufnahme. Manueller Fokus ist natürlich immer vorhanden. Ob das ein normales Verhalten ist kann ich nicht sagen, ich habe mich damit aber ein wenig schwer getan. Die Qualität ist gut, allerdings sollte man beim neuerlichen Fokussieren beachten, dass auch diese Geräusche vom eingebauten Mikro mitgenommen werden – evtl. also auf eine komplett exterene Audiolösung umschwenken.
Abschluss

Ich mag die Kamera, sie hat mir in den vergangenen zwei Wochen, in denen ich sie fast jeden Tag im Einsatz hatte, eine Menge Spaß bereitet. Das EVIL-Konzept finde ich gut, über kurz oder lang wird es sich im Bereich zwischen kompakten Digitalkameras und DSLRs sicher etablieren, und nach oben hin gibts ja ohnehin keine Grenzen. Die Bedienung ist eingängig und intuitiv, Einsteiger freuen sich über den guten Auto-Modus, Experten und solche, die es werden wollen, können die volle Kontrolle übernehmen. Die Qualität der Bilder geht absolut klar, solange man in den unteren ISO-Werten bleibt. Lediglich große Hände werden gelegentlich aus Versehen die ein oder andere Taste treffen, und die schlechte Vergrößerung beim manuellen Fokussieren sowie das Blocken von vielen Funktionen während des Wegschreibens der Daten können auf die Dauer wirklich stören.
Samsung ist, soweit ich das sehen kann, ein Newcomer in dem Segment. Zwar haben sie auch vorher schon mit Pentax zusammengearbeitet, die NX10 ist aber laut eigener Aussage die erste vollständige Kamera aus eigenem Haus, und den Einstieg finde ich gelungen. Jetzt muss die Zeit zeigen, wie Samsung das NX-System voran treibt, und ob und wie Dritthersteller mit eigenen Objektiven ankommen.
Ich werde die Kamera noch ein paar Tage behalten, falls ihr also noch Fragen haben solltet, immer raus damit! Und für mich sind Tests ja auch völliges Neuland und mich interessiert brennend, ob es euch gefallen hat, und ob ihr sowas hier in Zukunft öfter sehen wollt?




Ja, das Display ist verschmutzt. Das nennt man Gebrauchsspuren ;-)
Wie ist denn die Qualität des internen Suchers? Ich kann mir ehrlich nicht vorstellen, mit einem elektronsichen Sucher zu arbeiten, aber das liegt vielleicht auch an meinen Erfahrungen mit alten analogen Camcordern und deren elektronsichen Suchern.
ich finde es ja wirklich erstaunlich, dass bei dir sogar Fotos von einer Kamera erstaunlich gut ausschauen :D
Ich muss sagen, als absoluter Laie mit p&s-Camera, der elektronische Sucher war das aller, aller schlimmste an der Kamera. Es hat richtig genervt, nicht “richtig” durchsehen zu können und ständig darauf zu warten, dass er überhaupt eingeschaltet wird.
Die Bildqualitaet ist ja mal echt super, das haette ich nicht gedacht. Da hat die Kamera also doch eindeutige Vorteile gegenueber den Bridges mit festem, aber vielseitigem Objektiv.
Welche Bit-Tiefe haben die RAW-Daten denn? Ich weiss die 14bit meiner EOS 450D wirklich zu schaetzen, da hat man doch noch wesentlich mehr Spielraum als mit 12bit.
@S: Stimmt, dich als Nicht-Brillenträger hätte ich ja auch mal fragen können. Okay, dann wäre das geklärt…
@Sebastian: Na wovon denn sonst als einer Kamera?
@Free the Pixel: Ach Bridges, die kannste doch… naja… weisst schon ;-) Bit-Tiefe müsste ich mal im Manual schauen, ob da was dazu steht. Ein RAW-File ist ungefähr 25MB groß, vielleicht reicht dir das ja schon als Anhaltspunkt
Interessante Informationen! Erstma danke ich dafür.
Ich hoffe, es werden wirklich noch weitere Testberichte folgen.
Die Aufnahmen mit dieser Kamera sehen recht ok aus, wie ich finde.
Also könnte man solche Kameras jetzt als neue Form der “Bridge-Kamera” bezeichnen?
An sich is die Idee auch nich schlecht, eine Kamera zu erschaffen, die keine SLR is und trotzdem wechselbare Objektive besitzt.
Is vielleicht ein besserer Einstieg als wenn man sofort zu ‘ner SLR greift.
Allerdings würde ich mir eher für den Preis (ich bin im Internet bei 500-600 Euro gelandet) der NX10 lieber gleich eine SLR kaufen.
Was allerdings auch daran liegt, dass ich mir generell keine Kameras von Herstellern kaufen würde, die sich für mich eingeprägt haben als Hersteller für Fernseher, Videorecorder/DVD-Player, Taschenrechner oder ähnlichem.
@Jeriko: Ja ich bin ja auch kein Fan von Bridges, haette aber diese Kamera hier aehnlich eingeordnet, doch nachdem ich die Bilder gesehen habe…
25MB ist mal ziemlich gross fuer eine RAW, koennte also doch 14bit sein. Kann aber natuerlich auch daran liegen, dass die Daten schlecht komprimiert sind. Ein Blick ins Handbuch koennte als lohnen, falls es nicht zuviel Aufwand ist ;-)
Die Bilder der Kamera sind klasse, den Text habe ich nur überflogen. Ich rate mal: bei den Strassenmotiven an der Schönhauser biste kurz vor die Tür gegangen, richtig ?
Hallo, Herr Nachbar !
oh cool, schöner test :-)
kamera ist allemal besser wie bridgecams.
Geiles Teil! Hallo Samsung – ich mag die auch testen – hehe…. Super Bericht, danke!
@ToBue: Nee, das ist im Vorbeigehen auf dem Weg zum Mauerpark entstanden. Hätte ich normalerweise direkt gelöscht, da es komplett nichts aussagt, aber als Beispielbild funktioniert es ganz gut. Ist aber fast bei mir um die Ecke, ja ;-)
Cool die Stelle auf dem ersten Testfoto kenn ich sogar :D Die Brücke hab ich auch schon fotografiert :)
Mich würde mal interessieren, ob du tatsächlich noch eine Verbesserung der Akkuleistung feststellen kannst. 200 Bilder sind ja nicht wirklich viel, gerade wenn man mal einen Tag lang unterwegs ist. 50 Kracher für den Originalakku sind zwar im Vergleich zu dem, was einem von Canon oder Nikon abgeknüpft wird, recht bescheiden. Allerdings halten Akkus bei DSLRs meiner Erfahrung nach auch unter der Verwendung von Live-View deutlich länger als nur 200 und ein paar Bilder.
Sonst fand ich den Test super, ich würde sowas auch gerne wieder lesen. ;)
@Jan: Ich denke es kommt auf die Art der Nutzung an. 400 Aufnahmen kriege ich ohne weiteres hin, wahrscheinlich auch mehr – wenn ich nicht viel einstelle und sofort drauf los lege. Wenns aber mit Einstellungen los geht, ich ein Motiv dann doch verwerfe und keine Aufnahme mache etc… kommts dann auf diese 200 runter.
Ich finde es ohnehin etwas müßig in Aufnahmen zu rechnen, exakter, wenn man das so sagen kann, wäre eigentlich ein Wert, wie lange die Kamera bei dauereingeschaltetem Display durchhält, in Kombination mit einem Schätzwert des Energieverbrauchs beim tatsächlichen Aufnehmen eines Bilds (Sensor, wegschreiben etc…)
Ich würde die Kamera bzw. den Typus als digitale Systemkamera bezeichnen. Andere Geräte (z.B. die PEN-Modelle von Olympus) lassen sich ja z.B. noch durch einen externen Sucher oder ähnliche Späße erweitern. Das kommt meiner Meinung nach dem, was man traditionell unter Systemkameras versteht, schon ziemlich nahe.
Ganz unabhängig davon, wie gut die Kamera ist, sollte man vorerst die Finger davon lassen. Die Preise sind noch relativ hoch und das NX-System ist zu nichts anderem kompatibel. Niemand weiß, ob Samsung nicht in 1 oder 2 Jahren entscheidet, das System wieder einzustellen, weil interne Absatz- oder Renditeziele nicht erfüllt wurden. Dann hat man vielleicht in 5 NX-Objektive investiert und die sind alle wert- und nutzlos, wenn Samsung das NX-System aufgibt. Samsung hat sich vor kurzem auch an richtigen DSLRs versucht (unter Nutzung des Pentax-K-Systems), 3 DSLRs auf den Markt gebracht und das DSLR-Geschäft dann wieder aufgegeben. Aktuell kann man keine DSLRs mehr von Samsung kaufen.
Generell ist das Segment der EVIL-Kameras noch sehr neu und entsprechend noch in einem frühen Stadium. Die NX10 hat beispielsweise 14 Millionen Pixel. Der Sucher aber nur 0,307 Millionen Pixel also rund 2% der Auflösung des Bildes. Das ist einem optischen Sucher an einer DSLR noch hoffnungslos unterlegen. Es wird da in den nächsten Jahren noch gravierende Verbesserungen geben und richtig spannend wird das Segment, wenn die Platzhirsche Canon und Nikon einsteigen. Ich will keinesfalls sagen, dass Canon und Nikon dann bessere EVIL-Kameras bauen als Samsung und Olympus, aber erst mit deren Einstieg dürfte der Wettbewerb in dem Segment richtig los gehen.
Generell ist die Samsung-Story beeindruckend. Die haben es in einer Dekade geschafft, vom absoluten No-Name-Elektronik-Billigheimer zu einer recht innovativen Qualitätsmarke zu werden. Trotzdem würde ich raten bei den EVIL-Kameras abzuwarten, ob Samsung da Konstanz zeigt. EVIL-Kameras sind auch noch so neu, dass nicht auszuschließen ist, das sich diese Kameras generell nicht durchsetzen.
Hallo liebe Fotofreunde,
auch ich habe die NX 10 mit Kit-Zoom und der 30er Festbrennweite gekauft. Ich hatte einfach die Nase voll von den riesigen Kameragehäusen wie beispielsweise der Canon 5D, Nikon D700 etc.
Nach einigen Monaten im Fotoforum, geht man gerade als Anfänger, davon aus, dass man am Vollformat und an lichtstarken Objektiven nicht herum kommt, doch in der Praxis wird man mit dem ganzen Plunder eher belächelt.
Ich will nicht polarisieren, denn ich hatte immer viel Spaß an meiner Ausrüstung, doch die Samsung NX10 zeigt hier deutlich, wie viel Kamera man eigentlich wirklich braucht.
Bereits früher hatte ich schon Ausflüge in die kompakte Bauform der Hersteller unternommen, doch die Qualität eine Canon G10 etc., kann man niemals mit der Qualität einer Samsung NX10 vergleichen. Das sind und bleiben Kompaktknipsen, welche bei schlechtem Licht alle samt nur noch grottige Ergebnisse liefern.
Die NX10 bewegt sich auf 450D oder D3000-Niveau.
Lediglich die Aufnahmen mit dem integrierten Blitz lassen zu wünschen übrig. Hier sind Überbelichtungen an der Tagesordnung.
Ich habe mir daher den Systemblitz SEF-42A bestellt, Leider kann ich noch nichts dazu sagen, doch wenn sich meine Hoffnungen erfüllen, dass die 30mm Festbrennweite im Zusammenspiel mit dem Systemblitz, tolle Ergebnisse liefert, bin ich mir sicher, dass dieser Art der Systemkameras die Zukunft gehört.
Gruß – Umut