Vielleicht geht es euch ja genau so wie mir, aber als mit dem Photographieren anfing konnte ich mit all den Fachbegriffen so gar nichts anfangen. Okay, mit ISO konnte ich noch etwas anfangen, aber bei den kryptischen Bezeichnungen auf der Linse hörte es dann auch schon auf. Ja, gut, wie sie im Zusammenhang stehen bzw. was sie tun weiss ich mittlerweile auch, dann aber auch wieder nicht so richtig. Und dann gibt es Begriffe, bei denen ich immer noch nicht weiss, was sich dahinter verbirgt. Also drösel ich das mal ein bisschen auf mit der großen Frage: Wie kommt das Motiv eigentlich in die Kamera? Ich fange mal vorne an. Ganz vorne.

Licht trifft auf den äußersten Teil des Objektivs, also die erste Linse in einer ganzen Reihe. Form und Platzierung dieser Linse legt gleichzeitig auch die Brennweite des Objektivs fest. Brennweite? Habt ihr als Kind auch Ameisen mit einer Lupe in einen fürchterlichen Flammentod gerissen? Dann wisst ihr, dass man die Lupe in einer ganz bestimmten Entfernung haben musste, damit sich das Licht auf einen kleinen Punkt konzentrierte. Und eben diese Entfernung ist die Brennweite.

Nun bestehen Objektive ja aus einer Reihe von Linsen, deshalb ist das mit der Entfernung, denke ich, nicht mehr so ganz richtig. Aber, die Brennweite bestimmt ja gleichzeitig, um was für eine Art Objektiv es sich handelt, also Weitwinkel, Standard, Tele usw. Meine Vermutung ist, dass durch die Brennweite einfach der (Blick-)Winkel am Ende der Linse angegeben wird. Wird die imaginäre Lupe nur 10 Millimeter über den Brennpunkt gehalten, dann ist dieser Winkel größer als beispielsweise bei 50mm.
Interessant ist auch noch die Form der äußeren Linse, wenn diese beispielsweise gewölbt ist oder etwas vorsteht kann sie Licht aus einem größeren Blickwinkel aufnehmen. Analog dazu die physische vorhanden Fläche der Linse, je größer, desto mehr Licht kann sie aufnehmen. Lichtstarke Objektive haben zum Beispiel recht häufig große Linsen.
Das Licht passiert also eine Reihe von Linsen, um in der Größe angepasst sowie ausgerichtet zu werden. Klar, Licht kommt nur an einem einzigen Punkt wirklich gerade in die Linse (exakt in der Mitte), alle anderen Lichtstrahlen müssen erst mal ausgerichtet werden, was je nach Objektiv ein ziemlich komplexer Vorgang ist - Fisheye-Objektive bspw. haben ja einen sehr großen Blickwinkel von bis zu 180°. Das Licht fällt also ins Objektiv und wird an jeder Linse gekrümmt, bis es am anderen Ende gerade ausgerichtet ist und so auch auf den Sensor fällt. Je nach eingestellter Blende ist jetzt vermutlich auch ein bestimmter Bereich fokussiert.

Und wie funktioniert das nun? Einige der Linsen innerhalb eines Objektivs sind beweglich, durch Verschiebung lässt sich bei Zoom-Objektiven zum einen die Brennweite festlegen, zum anderen wird darüber auch der Fokus festgelegt, also das Objekt, was scharf erscheinen soll. In dem Zusammenhang fallen immer wieder die Begriffe Linsengruppen, die man, denke ich aber, unterscheiden muss. Da gibt es zum einen Linsen, die tatsächlich physisch zu einer Gruppe verbunden sind, also zwei (oder mehr) die miteinander verklebt sind. Zum anderen, und das ist relevanter, bezeichnen Linsengruppen eine Einheit von Linsen, die sich beim Zoomen und Fokussieren innerhalb des Objektivs verschieben. Eine allgemeine Aussage habe ich nicht gefunden, aber ich gehe davon aus, dass weniger Linsengruppen besser sind - jede Linse kann noch so perfekt sein, sie ist ein Hindernis für das Licht und verändert es wenigstens minimal, wodurch Fehler im Bild entstehen können.
Ein Begriff, der in dem Zusammenhang auch immer fällt, ist der der asphärischen Linse, und wieviele es davon in einem Objektiv gibt. Eine asphärischee Linse ist nicht gleichförmig konkarv oder konvex, sondern wellenförmig aufgebaut, dadurch wesentlich schwieriger in der Herstllung, und dient, denke ich, dazu, das Licht schneller in die richtige Bahn zu lenken.
Ich bin mir übrigens nicht ganz sicher, irgendwie verdreht mir das die Synapsen, aber wenn ich den Lichtgang durch den Sucher richtig verfolgt habe, dann gelangt das Bild auf dem Kopf in die Kamera.

Das Licht trifft auf den Sensor - der Einfachheit halber bleibe ich bei der digitalen Photographie. In Kompaktknipsen ist das ein CDD-Sensor, bei Spiegelreflex & Co. findet man dagegen meist CMOS-Sensoren in verschiedenen Größen. Am einfachsten kann man sich das als eine riesige Ansammlung von Farbeimern vorstellen, auf die das Bild, dass die Linse sieht, projiziert wird. Hier erscheinen dann auch die oben genannten Fehler, zum Beispiel chromatische Aberration, Vignettierung, Unschärfe und so weiter. Das Licht muss dabei so gerade wie nur möglich auf den Sensor treffen, damit die Farben auch wirklich in den dafür vorgesehenen "Eimern" landet, nicht daneben. Wenns doch Überschneidungen gibt, dann auch hier so gering wie möglich, um Schärfe und Kontrast beizubehalten.
Wie auch beim Film ein höherer ISO-Wert mehr Empfindlichkeit bedeutet, so kann auch die Empfindlichkeit des Sensors eingestellt werden. Je höher der ISO-Wert, desto höher die Empfindlichkeit. Führt einerseits dazu, dass man auch in dunkleren Situationen eine kürzere Verschlusszeit auswählen kann, weil der Grad der Veränderung im Bild kleiner sein muss, damit der Sensor es mitbekommt. Klingt kompliziert? Stellt euch das Geflacker einer Kerze vor, während eine niedrige Empfindlichkeit beispielsweise nur die Zustände ganz dunkel und ganz hell erkennt und darauf reagiert, würde eine hohe Empfindlichkeit auch die ganzen Zustände dazwischen erkennen. Führt andererseits aber auch zu einem erhöhten Bildrauschen, das fälschlicherweise mit aufgenommen und kompensiert werden muss.

Sensoren gibt es in unterschiedlichen Größen, geläufig sind APS als sogenannte Cropped Sensors, die nur einen Teil des Kleinbildäquivalents 35mm abbilden, Vollformat, Four Thirds sind ein wenig kleiner als APS, und CCDs... naja, ihr kennt ja die Qualität von Kompakten. Je kleiner der Sensor ist, desto schwieriger wird es, die "Eimer" richtig zu treffen, was die schon genannte Unschärfe zur Folge hat, das lässt sich an Handyschnappschüssen immer noch gut erkennen. 10 Megapixel sind nicht 10 Megapixel, wenn diese von einem Sensor aufgenommen werden, der nicht mal 15% der Fläche eines 35mm Negativs ausmacht und selbst ein APS-Sensor mehr als 4x so viel Informationen aufnehmen kann.
Und das wars! Nach Druck auf den Auslöser wird die Blende geöffnet bzw. geschlossen, evtl. wird der Spiegel weggeklappt, um freie Sicht auf den Sensor zu ermöglichen und das Bild aufzunehmen. Alles, was jetzt passiert, geschieht digital, und entzieht sich damit komplett meiner Kenntnis. Vielleicht hat es dem ein oder anderen von euch ja was gebracht, mir sind nach der Recherche jetzt noch ein paar mehr Begriffe geläufig.
Der Beitrag erhebt keinerlei Anspruch auf Richtigkeit, ich hab mir das auch nur durch Recherche bei Wikipedia & Co. zusammengesucht und meinen Teil dazu gedacht. Korrigiert mich bitte, falls ich nur Unfug geschrieben haben sollte.