
Ich war seit zwei Jahren nicht mehr in Brühl, der Stadt, in der ich aufgewachsen bin. Den meisten nur über den Umweg Phantasialand bekannt, wirklich viel gibt es dort auch nicht, andererseits hat die Nähe zu Köln schon seinen Reiz, wenn man kein Großstadtmensch ist.
Geplant war das gesamte Pfingstwochenende, die Eltern besuchen, die Stadt ein wenig mit der Kamera erkunden, ein wenig in der Vergangenheit schwelgen. Kam natürlich anders, und so habe ich mich am Samstag bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen stattdessen in der Eifel wiedergefunden. Wow. Die Ruhe dort ist so ein unglaublicher Kontrast zu Berlin, oder überhaupt zu meiner ganzen, eher hektischen Lebensweise, dass ich den Kurztrip mehr als genossen habe. Keine Hektik, keine Verpflichtungen, kein Internet, keine Ablenkung – lass es nur ein paar Stunden gewesen sein, aber so viel Energie wie dort habe ich schon lange nicht mehr getankt. Nennt mich langweilig, mir egal, aber das Örtchen habe ich mir gemerkt, und ich werde sicher noch das oder andere Mal darauf zurück kommen, wenn ich mich ein wenig zurück ziehen möchte.

Nicht unwesentlich schuld daran hat übrigens diese nette Dame, die ich für mich liebevoll Höllenhund getauft habe. Davor habe ich sie nur ein paar Tage kennenlernen dürfen, als meine Eltern sie vor zwei Jahren als Welpen bekommen haben, ausgewachsen kannte ich sie noch gar nicht. Treudoof wäre noch untertrieben, hat mich aber sofort auch als Herrchen akzeptiert, unglaublich verspielt und mit einer Energie gesegnet dass einem die Ohren schlackern. Es war wirklich eine Freude, mit ihr zu spielen, und mir ist glaube ich erst da wieder so richtig bewusst geworden, wie sehr mir ein Hund in meinem Leben fehlt. Irgendwann…


Die Sigma 10-20 hat sich mittlerweile zu meiner Immerdrauf-Linse gemausert. Gerade in der Natur mit seinen organischen Formen fällt es im Normalfall gar nicht auf, wenn Motive zu den Seiten hin verzerren. Wenn ich mir merke, dass der Bereich von 11mm bis 19mm eigentlich recht harmlos ist, dann bekomme ich damit sowieso nicht wirklich Probleme. Dem gegenüber steht natürlich die knackscharfe Abbildungsleistung – ich will ja gar nicht abstreiten, dass ich mit dem 50mm 1.8er Ähnliches hinkriegen kann, aber ich habe nach wie vor Probleme mit der manuellen Fokussierung, und ich weiss immer noch nicht genau, woran es liegt. Nicht dass es so wichtig wäre, wie gesagt, das 50er kommt nur noch gelegentlich zum Einsatz, das 18-55er nehme ich gar nicht mehr mit, und die Makroscherbe war ohnehin eher ein Fehlkauf.



Die Photos selbst sind nur geringfügig bearbeitet, eigentlich habe ich nur die Farbsättigung ein wenig erhöht, um das Sommerfeeling etwas stärker herauszuarbeiten. Zusätzlich wurde hier und da die Belichtung an manchen Stellen verändert, um Über- bzw. Unterbelichtung in Teilen des Bildes auszugleichen, beispielsweise beim Motiv mit der Sitzbank. Die Schwarzweiss-Bilder wurden dahingehend bearbeitet, dass der interessante Teil etwas herausgestellt wird, Stichwort Kontrast zur Umgebung. Insgesamt wirklich nicht viel, aber völlig ausreichend. Komposition war mir übrigens völlig egal, ich hab so photographiert, wie ich es wollte, nicht, wie die “Regeln der guten Photographie” es gerne hätten. Ich Rebell.

Alle Photos wie immer auch in groß bei Flickr.
Ich will so gerne mal in die Eifel. Mit dem Bulli, den Kindern und der Kamera. Auch deshalb.
In der Heimat ist es doch am schönsten. Vorallem, wenn es sich um einen eher ruhigen Ort handelt – wie es auch bei mir der Fall ist.
Schöne Bilder.
Oh ein Hundilein!
Ich bin mir nicht sicher warum, aber ich musste gerade lächeln. Nicht weil ich irgendetwas witzig fand. Nein, ein ehrliches, einfaches Lächeln. Weil Schön.
Danke, das hat bei mir lange kein Blogeintrag mehr geschafft. :)
(Du lockst mich hier sogar aus meiner chronischen Kommentierfaulheit hervor. Bin seit 4 Jahren stiller Mitleser, wenn ich mich nicht irre.)
@Ronny: fairerweise muss ich sagen, dass ich wohl jeden Ort nehmen würde, an dem ich kein Internet bzw. keine Ablenkung habe, und an dem es Natur gibt. Aber die Eifel hat tatsächlich was, wenn auch etwas sehr uriges.
@chrjs: Heimat ist da, wo man sich niederlässt. Klingt abgedroschen, weiss ich, aber ich würde Brühl nicht mehr als meine Heimat bezeichen, sondern eben “nur” als den Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Und die Ruhe könnte ich auch nur in Dosen genießen, dass dann aber sehr gerne!
@Marcel: Ich ergänze: Ein nicht ruhig zu kriegendes Energiebündel-Hundilein ;-)
@Jeremy: Hihi, freut mich :-)
Hey Jeriko, finde diese Bilder sehr schön. Vor allem das Erste gefällt.
Was mich noch interessieren würde: Welche Kamera war das überhaupt? Würde mich über eine Antwort freuen :)
Ich mag die Bilder! Zwar war ich gestern “nur” im Stadtwald in Krefeld mit der Kamera und dennoch so unglaublich froh mal Gras und Bäume und Kram vor die Linse zu bekommen. Ich muss auf jeden Fall wieder öfter raus aus der Stadt. Hab ich so für mich festgelegt.
danke für die schönen fotos und die gedanken.
meine heimat ist leider nicht so fotogen :-)
@Paul: Meine treue D60 – für was anderes wirds so schnell auch leider nicht reichen, außerdem will ich noch auf die Kameraupdates von Nikon warten.
@Jeriko:
Fotografierst du also “nur” mit einer D60? Ich hätte dich so eingeschätzt, das du etwas dickeres hast…so kann man sich täuschen. nicht schlecht.
ich bin letztens von D40 auf D80 umgestiegen.
@Laney: Nope, hab mir die letztes Jahr gebraucht gekauft, weil ich da noch nicht wusste, ob mich Photographie überhaupt interessiert. Und bevor ich dafür Unsummen ausgebe und es am Ende nur in der Ecke vergammelt…
Diese Art Artikel mag ich. Schöne, authentische Fotos hast du da gemacht!
stimmt so. einfach und natürlich – mit einem Schuss “gesunder Naivität”. gefällt mir :)
Wo genau in der Eifel warst du? Ich bin vor einem halben Jahr von dort nach Berlin gezogen, freu mich schon wenn ich im Juli wieder für eine Woche da bin. :)
Hab seit einiger Zeit das alte 11-22mm Objektiv von Martonos und muss sagen das dieses auch mein immerdrauf objektiv ist. Man hat einfach sol tolle Möglichkeiten mit dem Weitwinkel.