Donnerstag, 20. Mai 2010

Mut. (Alessandra Gerevini)

Manjari Sharma hat es in der Shower Series bereits beschrieben, und ich denke auch, dass das Badezimmer neben dem Schlafzimmer zu den privatesten, den intimsten Räumen einer jeden Person, die dort wohnt, gehört. Deswegen finde ich es – wie übrigens auch viele andere Dinge – auch mutig, Photos von sich und diesen Räumen der Öffentlichkeit zu zeigen und sie damit gleichzeitig auch einer möglichen Kritik auseinanderzusetzen. So wie es Alessandra Gerevini macht.

Architektur oder Objekte sind easy, man muss sie nicht mögen und kann das auch genau so sagen, denn einem Haus oder einem Auto wird das nicht weh tun (höchstens mir, wenn ihr keine Muscle Cars mögt, aber das nur am Rande…). Menschen sind etwas völlig anderes, selbst in Allerweltssituationen, beispielsweise bei einem Spaziergang. Wir sind kritikfähig, aber es stellt sich die Frage, wie viel Kritik – positive wie negative – wir akzeptieren wollen, oder wieviel Meinung wir überhaupt haben möchten, in dem wir eine persönliche Seite von uns zeigen. Photos von uns im eigenen Badezimmer sind genau das, sie sind persönlich. Ich könnte das nicht, bzw. ich will es nicht, aber ich bewundere jeden, der den Mut dafür aufbringt, sich und seine Persönlichkeit einer unbekannten Öffentlichkeit zu stellen. Das gilt übrigens noch viel mehr für Aktphotographie, aber dazu ein andern Mal mehr.

Natürlich hat Alessandra Gerevini in ihrem Portfolio nicht nur Bilder aus ihrem Badezimmer – klickt euch einfach mal durch, von Schnappschüssen zu wirklich tollen Aufnahmen ist eine ganze Menge dabei. Gefunden bei Changethethought.

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