
Seit knapp drei Wochen bin ich jetzt stolzer Besitzer eines Sigma 10-20mm F4-5.6 EX DC HSM Ultraweitwinkel-Objektivs, und was soll ich sagen? Ich hab den Kauf definitiv nicht bereut! Aber von vorne.
Zuerst einmal sollte ich erwähnen, dass meine Nikon D60 keinen eingebauten Autofokus-Motor hat, das heißt die Linse muss einen solchen haben, ansonsten kann ich nur manuell scharf stellen. Das hat mich bisher am Nifty Fifty nicht wirklich gestört, bei der Kissenschlacht am Brandenburger Tor beispielsweise habe ich die die ganze Zeit damit gearbeitet, und hatte nicht wirklich Probleme. Es erfordert allerdings schon Konzentration, ich kann nicht einfach draufhalten und mich darauf verlassen, dass das Bild am Ende scharf wird. Die Sigma-Linse hat einen eingebauten Motor und damit auch Autofokus, und es ist selbst bei dem eher bescheidenen 3-Punkte-Fokus der D60 so unglaublich angenehm! Ich überlege ernsthaft, ob ich nur deswegen auf die bessere Variante des 50mm-Objektivs wechsle…
Aber darum solls hier ja nicht gehen. Ultra-Weitwinkel. Klingt schon so beeindruckend, und als ich das erste Mal durch den Sucher geschaut habe kam ja schon so ein kleines “BOAH!” über meine Lippen. Wahnsinn, was man damit alles aufs Bild kriegt. Und im selben Moment hatte ich diesen Vergleich mit einem Lamborghini im Kopf: wird echt schwer sein, das Ding zu beherrschen, aber dann isses sicher unheimlich geil! Also losgezogen und ein paar Touristenpunkten Halt gemacht.
Ein Klassiker, der aber gleichzeitig auch die Schwierigkeit von Ultrawide zeigt, die stürzenden Linien. Natürlich war ich erst mal beeindruckt, ich mein, ich stand allerhöchstens 10 Meter vom Brandenburger Tor weg und konnte es trotzdem komplett ins Bild kriegen, im Nachhinein wirkt es aber so, als würde das Tor gleich nach hinten fallen, ein Effekt, der ja möglichst vermeidet werden will. Nur dass er sofort auftritt, wenn ich nicht parallel zum Horizont photographiere. Es gab noch ein paar mehr Photos dieser Art, alle mit dem selben Ergebnis, bis mir dann klar geworden ist, worum es bei Ultrawide eigentlich geht. Es geht nicht darum, möglichst viel in ein Bild zu kriegen.
Es geht um Tiefe.
Es geht darum, den Betrachter ins Bild einzubeziehen, ihm das Gefühl zu geben, er steht da mittendrin, dadurch, dass das Motiv zu den Rändern hin leicht verzerrt wird. Das, und wirklich nah an das Objekt der Begierde dran zu kommen, dort, wo es vielleicht gar nicht anders geht. Das ist zumindest mein Verständnis von Ultrawide, und wenn ich mit dieser Prämisse durch die Stadt ziehe bieten sich auf einmal auch ganz andere Möglichkeiten und Gelegenheiten. Stürzende Linien sind hier auch nicht mehr so problematisch und können meistens gut in eine Komposition mit einbezogen werden.
Weitere Photos gibt es wie immer bei Flickr.
Bis auf zwei Ausnahmen war die Linse die ganze Zeit auf der Kamera, und es macht unfassbar viel Spaß, damit zu photographieren. War ich am Anfang selber noch ein wenig skeptisch, ob sich die für mich doch recht teure Investition lohnen würde kann ich mittlerweile mit Fug und Recht behaupten: Hell yeah!






Schön das du das auch so siehst. Ich habe, wie schon ein paar Mal hier auch glaub ich erwähnt, die Linse seit Anfang des Jahres und sie entwickelt sich ein wenig zu meinem Immerdrauf. “Normale” Bilder sind bei 20mm drin und alles andere macht dann einfach einen riesigen Spaß. Den Wow-Effekt, den du beschrieben hast, habe ich noch ein paar Mal auch später gehabt.
Das mit dem “nahe rangehen” las ich letztens schon mal auf Englisch. Ich vergas leider schon wieder wo. Im gleichen Text stand auch, wie schwierig das manchmal ist. Recht hatte dieser Mensch! Das hat mich auf meinen letzten Spaziergängen richtig gefordert.
Sehr schöne Fotografien. Vor allem Tempodrom und Grunewald.
Das Objektiv steht auch auf meine HabenWill-Liste. Aber da benötigt es dann doch noch etwas Geld. Leider.
Aber wenn ich mal groß bin…
Ich sehe es schon kommen: du wirst dir einestages ein Shift-Objektiv kaufen.
@Philipp: Never. Dafür müsste ich das schon beruflich machen, der exobirtant hohe Preis für einen Spezialfall wäre sonst nie und nimmer gerechtfertig (gleiches gilt übrigens auch für eine Fisheye-Linse). Aber damit liebäugeln allemal :-)
Dein Beitrag über das Sigma 10-20mm hat nun letztendlich dazu geführt, das ich mir das Objektiv auch kaufe. Bin schon seit ein paar Wochen am Überlegen, sollst du, sollst du nicht, is ja nicht ganz billig, aber die vielen Fotos im Netz, die damit gemacht wurden, sind schon was besonderes. Und nun dein Bericht…Klasse & Danke ;-)
Hell Yeah! Allerdings!
So ein Teil wünsche ich mir auch, aber ich bereue es nicht, mir vorher noch das Sigma 70-300mm 4-5,6 DG Macro APO budgetiert zu haben. Kann man super Makrofotos (z.B. diese hier) damit schießen. Bis mein geldscheißender Esel das zulässt muss ich mich dann wohl mit den 18mm vom Kit-Objektiv zufrieden geben.
Ich weis nicht wie lange ich schon überlege mir ein Ultra-Weitwinkel zuzulegen. Nachdem ich Deine Photos gesehen habe, will ich es noch mehr. Sehr gut.
sehr geile Fotos und ne starke Linse
hab mir damals das Tokina 12-24mm geholt und UWW ist einfach ein klarer Spaßfaktor
Glückwunsch zu der Investition
Du animierst mich dazu, auch einmal wieder das Weitwinkel rauszukramen. Vielleicht wird es ja doch noch etwas mit uns beiden.
Ich bin oft mit dieser, und dann nicht selten, nur mit dieser Linse unterwegs. 10mm sind toll und haben extrem großen Spaßfaktor. Und wenn man ein kleines bissl weiter weg geht, dann braucht man kein Shift Objektiv.. es geht auch mit Photoshop.. ;)
Aber anstatt ein anderes Objektiv zu kaufen, würde ich mal nach ner anderen Kamera schauen, die dann auch nen Motor hat. Die D60 is eh schon’n bissl überholt, nicht wahr? Ne D80 kannste für dünnes Geld schießen und hast ne tolle Kamera.. oder ne D200. Keine bessere Kamera, aber tolle Bedienung! ;)
M.
@DasMaddin: Turnusmäßig sollte bald ein Nachfolger der D90 kommen, man munkelt sowas a la D7000. Dann schau ich mal nach einer gebrauchten, oder eine D5000 oder sowas. D200 ist Vollformat, oder?
Nee, D200 ist keine Vollformat. Die “billigste” Full Frame Kamera ist die D700 (neu um die 2000,-). Aber wenn Du ein kleines bissl ernsthaft fotografierst, dann ist ne D5000 definitiv ne Nummer zu klein. Schon allein vom Gehäuse. Und wenn Du Dich an die direkt anwählbaren Funktionen einer “höherwertigen” Kamera gewöhnt hast, dann willst Du keine kleinere mehr. WIllst länger davon was haben, spare und kauf Dir ne gebrauchte D300. Es lohnt sich definitiv!
Können ja mal nen Fotowalk machen und dann schauste Dir das mal an.. ;)
M.
@DasMaddin: Fotowalk sehr gerne! Aber ich seh in der Technik ja immer “nur” ein Hilfsmittel, und dann bräuchte ich auch erst mal das Geld dazu… ;-)
Tolle Bilder, das scheint viel Spaß zu machen. Habe mich nun endlich auch zu einem Ultra-Weitwinkel durchgerungen. Für das Sigma reichts nicht ganz, aber mit dem Tamron 10-24 komme ich auch ganz gut zurecht.