Über einen Tipp im DSLR Forum kam ich auf die Eisfabrik in Berlin, die ich bisher noch gar nicht auf dem Radar hatte, wenn es um verlassene Gebäude ging. Was ja hoffen ließ, dass es anderen auch so ging und das Gebäude noch nicht völlig zerstört ist. War es zum Glück auch nicht.

Wahrscheinlich war es einfach nur Ignoranz meinerseits, aber ich bin die ganze Zeit davon ausgegangen, dass es sich um ein Schleckeis oder sowas handelt, was dort hergestellt wurde, bevor die Anlage 1991 stillgelegt wurde. Stattdessen handelte es sich um Stangeneis, dass zur Kühlung von Lebensmitteln genutzt wurde, bevor Kühlschränke Massenwaren wurden. Es mag komisch klingen, aber es ärgert mich im Nachhinein ein wenig, dass nicht vorher gewusst zu haben. Ja,ich bin natürlich zuerst für Photos an solchen Orten, aber die Geschichte sollte mich doch mindestens genauso interessieren. Zum Beispiel, dass Kessel- und Maschinenhaus unter Denkmalschutz stehen, während die Kühlhäuser demnächst wohl abgerissen werden. Oder dass die Anwohner es geschafft haben, der Stadt die Sanierung der Dächer aufzudrücken, um dem Verfall entgegenzuwirken. Oder wie Stangeneis überhaupt hergestellt wird.

Das Schwungrad mit zwei Verdichtern, dass das gasförmige Ammoniak durch hohen Druck verflüssigte. In einem späteren Schritt wird das Ammoniak wieder gasförmig, durch die Umwandlung wird Kälte freigesetzt, die die in einem Stahlbecken befindliche Salzlösung gefrieren ließ. Blöderweise war das Kesselhaus nicht zugänglich, oder ich habe den Eingang nicht gefunden, so dass ich die Stahlbecken auch nicht sehen konnte.



Okay, ab hier wurde es richtig creepy. Die Gänge in den Kühlhäusern wurden noch durch ein paar Sonnenstrahlen, die durch die zugenagelten Fenster gelangen konnten, erhellt, die Lagerräume selbst haben aber verständlicherweise keine Fenster und liegen in absoluter Dunkelheit. Selbst ein Testshot mit ISO 1600 und 30 Sekunden Langzeitbelichtung hat nichts außer Schwärze gezeigt. Ich hab nicht einen einzigen Schritt da rein gesetzt.


Noch ein paar mehr Eindrücke von der Eisfabrik gibts wie immer bei Flickr