Freitag, 02. April 2010

Der Bierpinsel und Turmkunst

Ziemlich abgefahrenes Gebäude, dieser Bierpinsel in Berlin. Wurde in den 70ern gebaut und wirkte damals sicher ziemlich futuristisch, und auch heute noch scheint das Ding zumindest aus einem anderen Universum zu kommen… nun ja. Ursprünglich gastronomisch genutzt ist bzw. war der Bierpinsel seit 2002 geschlossen, weil die Kosten für Instandhaltung bzw. Modernisierung zu hoch waren, es gab gelegentlich mal eine Party, das war es dann aber auch. Bis gestern jedenfalls.

Seit gestern gibts oben wieder ein Kunst-Café, gleichzeitig werden unter dem Turmkunst-Projekt vier Streetart-Künstler die Fassade komplett verschönern. Und den Startschuss, äh, -strich wollte ich mir eigentlich nicht entgehen lassen. Eigentlich. Blöderweise war um 14 Uhr wie versprochen bis auf das Nachbarschaftsfest noch nichts los, und in den Turm selber durfte ich ohne Presseausweis auch erst ab 16 Uhr – leider zu spät. So blieb mir für den Moment nur die noch unbemalte Fassade festzuhalten. urbanartcore als offizieller Photograph hat die Bilder von der Eröffnung.

Das Projekt geht noch bis bis zum 15. Mai, so dass ich zwischendurch sicher nochmal vorbei schauen werde und mir den aktuellen Stand anschaue – spätestens zur re:publica 2010 wieder, schließlich gibts da noch mehr, die sich den Bierpinsel anschauen wollen.

Für mich auch spannend war das verlassene Karstadt-Gebäude in unmittelbarer Nähe, dass sich derzeit im Abriss befindet und eigentlich nur noch eine Ruine ist. Von der Straße kann man nicht viel erkennen, aber das angrenzende Parkhaus bietet einen tollen Blick auf das verlassene Gebäude. Ich wollte dem Ganzen dann trotz Sonnenschein und nur leichten Wolken doch einen leichten Endzeit-Charakter geben, Nuclear Fallout oder sowas.

Hat der letzte richtige Photowalk bei mir ja noch ein paar Schwachstellen gezeigt bin ich ziemlich froh darüber, dass sich mittlerweile eine gewisse Routine eingestellt hat. Okay, da ich sowieso nie Objekte direkt vor der Linse hatte war die größtmögliche Blende sowieso nie gefragt, aber gerade die Shots aus dem Parkhaus hätte ich mir auch ordentlich versauen können, hätte ich die Blende nicht weit genug geschlossen. Der Gedanke war aber tatsächlich immer dabei, in jeder neuen Situation nochmal die Werte zu kontrollieren, bevor abgedrückt wird. Ich bin zufrieden.

Weitere Photos, auch in groß, gibt es bei Flickr.

3 Kommentare

  1. Matthias

    Das alte Karstadt-Kaufhaus finde ich aus architektonischer Sicht auch viel interessanter. Man kann auf dem letzten Bild noch die Lamellen erkennen, die einst die Straßenfront schmückten. Viele fanden das Gebäude hässlich, ich fand dagegen, dass es perfekt in den futuristischen Baustil des Berlins der 70er Jahre passte.

    In der Gegend findet sich ja noch mehr davon. Der Steglitzer Kreisel und v.a. auch das Hauptgebäude des Benjamin-Franklin-Klinikums und die Gebäude an der Krahmerstraße erinnern da ja auch noch daran. In genannter Straße gibt es ein Bauwerk, dass von außen wie ein Raumschiff aus Star Wars aussieht, und die Studienlabore im Benjamin-Franklin-Klinikum erinnern stark an Stanley Kubrick’s Space Odyssey. Finde ich grandios, viele andere aber einfach nur hässlich.

  2. Kirmesheld

    Oh man, Berlin schafft mich jetzt schon. Dabei bin ich noch nicht mal da. Wenn Zeit bleibt, werde ich dort nächste Woche mal vorbeischauen. Besten Dank für den Tipp. :)

  3. Zelina

    schönes bild. wenn ich mir die heutigen bauwerke anschaue, dann ist eins wie das andere. die einzigartigen sind doch das salz in der suppe. warum gibt es nicht mehr davon.

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