Freitag, 12. März 2010

Summer In The City… (Andres Hernandez)

Ein Photo, was ich bei Flickrista gefunden habe. Flickrista hat sich eigentlich mehr auf Fashion und Editorials spezialisiert, aber gelegentlich kommen dann doch Photos vor, die auch mir wirklich gut fallen. So wie das hier von Andres Hernandez, Photograph aus Miami. Das besondere daran ist ja, dass laut Hernandez weder Photoshop zur Nachbearbeitung eingesetzt, noch an den Farben gedreht wurde, lediglich der geschickte Einsatz von Spiegeln hat den Effekt erzeugt. Er hätte auch mit Blitz arbeiten können, das Gesicht damit sichtbar machen können, so bleibt aber vieles der Phantasie überlassen, und vor allem die Sonne ist nicht nur vorhanden, sie glüht, sie überstrahlt einfach alles. Ein wunderbarer Kontrast zu diesem verregneten Morgen.

9 Kommentare

  1. Alex

    Ist das ein qualitätskriterium?

    “Das besondere daran ist ja, dass laut Hernandez weder Photoshop zur Nachbearbeitung eingesetzt, noch an den Farben gedreht wurde.”

    Ist es nicht völlig unerheblich wie das Bild zustande gekommen ist?

  2. Jeriko

    @Alex: Es könnte eins sein. Nachbearbeitung erlaubt ja unheimlich viel in der Gestaltung, beispielsweise hätte man die Reflektion auf ihrer Lippe auch nachträglich einfügen können. Und sich deswegen denken “Hey, ich lass die Spiegel einfach weg, Photoshop wird es nachher schon richten!”. So wie es da oben ist steckt mehr Arbeit drin als evtl. hätte sein müssen, was sich am Ende aber bezahlt macht.

    Mal abgesehen davon, dass Qualität immer im Auge des Betrachters liegt.

  3. Roitsch

    Ich stimme Jeriko voll und ganz zu. Es kommt sehr wohl drauf an, wie das Bild entstanden ist. Für mich hat es viel mehr künstlerische Aspekte, wenn man es analog so vorher arrangiert, dass bestimmte Effekte entstehen. Genial, das Bild ist ganz großer Sport!

  4. zimtsternin

    Das ist mal wieder ein grandioses Foto. Danke fürs Zeigen.
    Ich find den Lichtreflex auf den Lippen einfach absolut toll.

  5. Alex

    @roitsch und @jeriko:
    ein bisschen “ärgere” ich mich immer über solche beiträge. Es wird nämlich unterstellt dass es mit Bildbearbeitung “ganz leicht” wäre. Dass es damit “jeder könne” und nur der photopurist wirklich kunstwerke erschafft.

    und das ist unfair und stimmt nicht. bildbearbeitung ist mMng. nach eine Kunst für sich. nicht jeder der sich irgendwo photoshop gesaugt hat weiß das auch zu bedienen. an allen ecken und enden sieht man totvergewaltigte bilder und der DRI/HDR/tonmapping trend tut den “digital artists” keinen gefallen.

    gerade deshalb ist gekonnte(!!) nachbearbeitung sehr hoch einzuschätzen. es gibt kein einziges veröffentlichtes bild von mir das nicht bearbeitet ist. und ich wehre mich dagegen dass diese bilder qualitativ geringer eingeschätzt werden, nur auf grund der tatsache wie sie entstanden sind!

  6. Jeriko

    @Alex: Ich habe nichts unterstellt sondern lediglich vorgehoben, dass das Bild eben nicht durch Nachbearbeitung so entstanden ist, ohne dabei zu werten. Natürlich ist Post Processing auch etwas, was gelernt sein will, ich hab mich ja schon mal für HDR eingesetzt, solange es sinnvoll eingesetzt wird. Und ich staun ja immer noch Bauklötze bei so manchen Videocasts, in denen die Entwicklung eines Photos gezeigt wird.
    Aber ich fand es unabhängig davon einfach beeindruckend, dass Hernandez sich die Mühe mit den Spiegeln macht, anstatt das fertige Bild entsprechend zu verändern. Spontan musste ich an Terminator 3 denken, dort gibt es Szene, in der ein Autohaus mit Glasfront von einem Kran zerstört wird, was die Filmcrew auch wirklich gemacht hat. Sie hatten nur einen Versuch, sie mussten sorgfältig arbeiten, und alles musste auf Anhieb passen. Das war der Vergleich, den ich damit gezogen habe. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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