Zwei Feststellungen, die mich in nächster Zeit sicher begleiten werden

Die erste habe ich im Posterous-Blog von Johannes Kleske gefunden, und das Zauberwörtchen, was ich bisher so selten berücksichtig habe, heißt "immediately". Ich musste gerade nochmal nachschauen, in meinem Feedreader sind aktuell immer noch ein bisschen mehr als 40 Beiträge als für mich (und damit auch für euch) interessant markiert, der älteste ist jetzt fast 2 1/2 Monate alt. Das kanns ja wohl nicht sein. Zwar hilft immer eine Nacht drüber schlafen, wenn ich mir nicht ganz sicher bin, aber viel zu oft schon habe ich Momenta einfach an mir vorbei ziehen lassen, anstatt ihn zu nutzen. Und dann sehe ich den Beitrag in einem anderen Blog, und denke mir, das hätte auch ich sein können. Ich muss wieder schneller werden, das nehme ich daraus mit.

Je mehr Fotos auf einem Haufen, desto weniger Bedeutung hat ein jedes einzelne von ihnen. Das wäre genau das, was ich nicht möchte, Fotos en mass produzieren, die man sich flüchtig anschaut, weil einfach zu viele davon vorhanden sind. Auf welches soll man sich dann schon konzentrieren.

True. Die zweite Feststellung, danke dafür Catha. Wie ich es mit meinen eigenen Photos handhabe ist mir dabei noch relativ egal, nicht aber bei denen, die ich hier sonst noch vorstelle. Jeder hat das verdammte Recht, hier in bestmöglicher Form präsentiert zu werden, sonst wirkt alles austauschbar. Ich möchte nicht mehr nach Schema F vorgehen, sechs Bilder, ein, zwei Sätze dazu, fertig ist der nächste Beitrag, der beliebig wirkt, dem Photographen nicht gerecht wird und mir und euch das Gefühl gibt, dass da nicht wirklich Motivation hinter steckt. Vielleicht kommen in Zukunft nicht mehr ganz so viele, dafür bessere Beiträge mit weniger Beispielbildern, das nehme ich daraus mit.

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Diskussion: 9 Kommentare

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  1. 1 Ronny (Website)

    Kurz von mir: ich klicke am häufigsten da hin, wo es nur ein einzelnes dafür aber fantastisches Foto eines Fotografen gibt. Alles andere gucke ich mir dann am liebsten bei dem selber an.

    Deshalb mag ich ordentlich gemachte Tumblrblogs. Ein Foto, dass für sich spricht, Link zur Quelle drauf, fertig. Leider gibt es davon viel zu wenige. Ich glaube, dass der Fotograf dadurch die höhste Stufe der Aufmerksamkeit bekommt, weil wer Infos will muss da zwngsläufig drauf klicken. Aber: ich gehe da von mir aus, keine Ahnung, ob dem Wirklich so ist.

    Und ja, du solltest schneller werden. ;)

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  2. 2 zimtsternin (Website)

    “Und dann sehe ich den Beitrag in einem anderen Blog,…”

    Ohja, das ging mir auch schon viel zu oft so und es ärgert mich immer wieder. Dabei ist es meine eigene verdammte Schuld.

    Und zu zweiterem muss ich sagen, dass ich bisher nie das Gefühl hatte, dass das hier austauschbar und lieblos klingt. Jede einzelne Vorstellung fand ich gut und interessant.

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  3. 3 Doktor Katze (Website)

    Wegen der Schnelligkeit: Finde ich nicht soooo wichtig. Fühle mich hier auch ohne die 40 markierten Beiträge gut unterhalten.

    Wegen der zweiten Sache: geht mir ähnlich wie Ronny. Häufig habe ich angesichts der Bilderflut hier nach dem Lesen / Anschauen eines Postings keine Motivation mehr mich auch noch durchs jeweilige Portfolio zu klicken, weil ich das Gefühl habe, schon alles gesehen zu haben.

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  4. 4 HR

    Wieso eigentlich immediately?
    Wird ein Photograph oder seine Arbeit schlechter, wenn man sie sich zwei oder drei Monate später ansieht als die Leser anderer Blogs?
    Ich zum Beispiel lese außer deinem keine anderen Blogs die sich mit Photographie beschäftigen (btw: ich hätte auch nichts dagegen, wenn du dich vom Themenspektrum wieder etwas erweiterst). Wäre schade für mich, wenn du dir eine Vorstellung sparst, nur weil jemand anderes schon früher drüber gestolpert ist oder an dem Tag mehr Zeit zum Blogeinträgeverfassen hatte.
    Diese “Twitter-Mentalität” des Unmittelbaren macht auf mich manchmal den Eindruck, als würde sie vor allem die immer schnellere Abfolge von Trends oder Hypes produzieren, und die etwas eingehendere Beschäftigung mit einem Thema eher verhindern.
    Das Internet kann ein Medium der Unmittelbarkeit, des Moments sein, der fixen Kommunikation und Information – aber das muss es nicht ausschließlich. Man sollte sich meiner Meinung nach nicht darauf beschränken (lassen), sondern auch die anderen Vorteile nutzen.

    Grüße, HR.

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  5. 5 Jeriko (Website)

    @Ronny: Aufmerksamkeit, bestimmt. Aber mir persönlich wäre das einfach zu wenig, ich möchte mich da auch erklären, was mir an der Aufnahme gefällt. Ein erster Versuch war ja vorgestern Adrian Mealand.
    @zimtsternin: Danke :-)
    @Doktor Katze: Wow, okay, das wäre natürlich genau das Gegenteil von dem, was ich eigentlich erreichen möchte. Aber wie geschrieben, ich will da in Zukunft ja auch stärker drauf achten. Bei Todd Glaser waren es beispielsweise nur drei Aufnahmen, die aber das Spektrum seiner Arbeit gut abdecken. Wär das so ein Mittelweg für dich?
    @HR: Klar, Schnelligkeit sollte nicht auf Kosten der Qualität gehen – wenns nur darum gehen würde, könnte ich Beiträge im 10 Minuten Takt raushauen. Aber es ärgert mich immer ein wenig, wenn ich einen Momentum haben könnte, ihn aber vorbeiziehen lasse. Sicher macht es einen Photographen nicht schlechter, wenn ich ihn erst Monate später vorstelle, nur habe ich dann das Gefühl, er hätte vielleicht mehr Aufmerksamkeit bekommen, wäre er nur früher hier aufgetaucht. Aufmerksamkeit, die er natürlich auch bei andere Blogs erhielt, klar. Aber dann kommt einfach mein Ehrgeiz ins Spiel, evtl. doch ein kleines bisschen besser und schneller zu sein… ;-)

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  6. 6 Roitsch (Website)

    Wow, wow! Krass, ich gebe mir diesen Blogstress gar nicht mehr.
    1. habe ich gemerkt, dass ich dadurch weniger das schreibe, was mich wirklich von den Socken haut und ich einfach mal “was” schreibe.
    und 2. soll das ganze ja Spaß machen und Stress macht gar keinen Spaß!
    Immediatly gibt es bei mir ganz selten. Eben nur, wenn ich die Zeit dafür habe bzw mir dafür nehmen kann.
    Ich habe das Poster eher mit etwas Ironie gelesen. Dass nämlich genau das gerade passiert und sehr zu kritisieren ist. Jeder teilt allen anderen sofort mit, was und wie er etwas findet. Twitter, Facebook, Blog… am besten mit Twitpic, dazugehörigem Song via blip.fm
    Dann wissen alle Bescheid. Toll? eher nicht.
    Warum sich nicht die Mühe machen, etwas zu verarbeiten, zu reflektieren, es mit Sorgfalt mit anderen teilen? Für mich sind Sachen nicht weniger interessant, wenn ich sie schon woanders gelesen habe. Wichtig ist für mich WARUM er das gebloggt hat und WAS er darüber denkt. Das ist für mich auch der Unterschied zwischen Twitter und Bloggen. Twitter geht schnell und ist sehr kurzweilig. Beim Blog kommt die Sorgfalt und die Qualität mit ins Spiel.
    Also, lass dich nicht stressen!

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  7. 7 Jeriko (Website)

    @Roitsch: Na stressen sowieso nicht! Aber ich merke immer, wie schnell ich träge werde, wenn ich mal ein oder zwei Tage nicht blogge, und wie aus diesen zwei Tagen dann vier oder fünf werden – fange ich dann aber mit dem Schreiben an, geht es auf einmal locker von der Hand. Ich will nicht in der Sekunde, in der ich etwas entdecke, gleichzeitig darüber schreiben, das würde ich zumindest bei mir mit dem Qualitätsanspruch beißen, da ich nicht auf Knopfdruck (gut) schreiben kann. Und ich setze mir auch kein Limit oder sowas (“Max. 1 Wocheo der gar nicht!”), aber ein 2 1/2 Monate alter Beitrag im Feedreader ist – unabhängig davon, was er behandelt! – für mein Empfinden einfach zu lang.

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  8. 8 Roitsch (Website)

    @Jeriko: Ok, sehe es genau so! Aber wenn er 2 1/2 Monate im Feedreader ist und du in der Zwischenzeit immer wieder anderes geschrieben hast, kann er nicht so wichtig sein. Also lass ihn raus.
    Es ist doch so wie mit dieser Floskel: “Oh ich habe vergessen, was ich sagen wollte.” – “Dann kann es auch nicht wichtig gewesen sein.” Stimmt meistens!
    Die Idee “nicht mehr ganz so viele, dafür bessere Beiträge mit weniger Beispielbildern” finde ich super! Konzentrierte (im Sinne von Konzentrat) gute Beiträge lese ich am liebsten!

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  9. 9 catha (Website)

    Hui- da wurde ich ja zitiert. :-)
    Freut mich zu lesen, dass ich nicht die einzige mit der Ansicht bin :-)

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