Sonntag, 07. März 2010

Wetplates von Kristen Hatgi

Dass ich ein Fan von Polaroids bin ist ja nichts Neues, hoffe ich jedenfalls. Mir gefällt daran dieser Instant-Charakter, man schießt ein Photo, und schon ein paar Minuten später hat man das fertige Bild in der Hand – in der analogen Photographie finde ich das nach wie vor ziemlich beeindruckend. Zumal Polaroids ja, was die Prozesse im Hintergrund angeht, eher wenig mit der “klassischen” Aufnahme zu tun hat.

Die Wetplates von Kristen Hatgi übrigens auch nicht (mehr), obwohl das Verfahren uralt ist, was es für mich aber gerade so spannend macht. In a nutshell: Eine Glasplatte wird mit einer entsprechenden Lösung überzogen und direkt als Lichtempfänger für das Bild genutzt. Unmittelbar nach der Aufnahme wird die Platte in eine Eisensulfatlösung getränkt, welche sich als dunkles Pulver an die stärker belichteten Stellen des Bildes hängt, während der Rest abgewaschen wird – ein Negativ also, dass sich vor einem dunklen Hintergrund, beispielsweise schwarz lackiertem Eisenblech in ein Positv umwandelt. Und damit ließen sich schon vor etwa 130 Jahren ziemlich detaillierte Aufnahmen machen. Oder eben auch heute. Sicher, mit Photoshop ließe sich derselbe Effekt sicher auch zaubern, aber mal ehrlich, ein wirkliches Original in der Hand zu halten, mit derselben Technik, die vor 160 Jahren erstmals angewendet wurde, das hat nochmal einen ganz anderen Charakter. Oder nicht?

Noch mehr davon gibt es (neben anderen) im Portfolio von Kristen Haitgi oder in ihrem Blog. Entdeckt habe ich sie bei Karin + Raoul.

2 Kommentare

  1. Florian

    Genau so bekommt man es mit Photoshop dann meistens auch wieder nicht hin. Analogfotografie hat schon ihren ganz eigenen Charme, das darf auf keinen Fall aussterben.

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