Hashima Island

Hashima Island hatte ich bereits letztes Jahr im Mai, allerdings hatten die Photos dort eher Knipsen-Charakter denn wirklich Charme. Nun waren aber Ken Lee und Skorj für die Magnesium Photo Agency ebenfalls dort unterwegs und haben mit einer Nikon F3 und einer Polaroidkamera genau diesen tristen Charakter eingefangen, den die Insel seit mehr als 35 Jahren inne hat.

In aller Kürze: Hashima Island ist etwa eine Stunde von Nagasaki entfernt und diente von 1887 bis 1974 dem Kohleabbau. Die Insel selbst ist gerade mal 480 Meter lang und und 160 Meter breit, trotzdem wurde dort 1959 eine Bevölkerungsdichte von 83476 Einwohnern pro Quadratkilometer festgestellt, einer der höchsten Werte, die jemals gemessen wurden. Die Insel ist seit 1974 unbewohnt, bis vor kurzem war es auch verboten, sie zu betreten. Was man auf den Photos sieht ist derselbe Zustand wie vor über 35 Jahren, gänzlich ohne den normalerweise einhergehenden Vandalismus.

Und es muss verrückt sein, sich dort mit einem Schiff absetzen zu lassen und darauf zu vertrauen, am Abend wieder abgeholt zu werden. Und dann alleine zu sein. Also, völlig alleine. Fast völlige Ruhe, keine anderen Menschen. Das Rad der Zeit 30 Jahre zurückdrehen. Hinter jeder Ecke eine neue Spur der Verwüstung entdecken und dokumentieren. Es hat mich überrascht aber gleichzeitig auch ein wenig betrübt, zu erfahren, dass die Insel mittlerweile für die Öffentlichkeit geöffnet wurde und es zwei Mal am Tag Touren gibt. So wie hier wird man sie schon bald nicht mehr sehen können. Die restlichen Photos sowie noch viel mehr Informationen könnt ihr bei Magnesium Photo Agency nachlesen.

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Diskussion: 2 Kommentare

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  1. 1 Chris (Website)

    Jo, so ein Trip auf der, öh, zu der Insel wär ma’ geil.
    Hach. Schönhäßlich.

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  2. 2 ur

    War vor zwei Wochen mit einer der genannten Touren auf der Insel. Und diese Insel übt tatsächlich eine große Faszination auf die Leute aus, nicht nur auf Japaner selbst sondern auch auf die Ausländer die bis nach Nagasaki runter fahren. Die Touren führen auf gesicherten Wegen ca. 150 m bis zur flachen, fast unbebauten Südspitze und die Guides achten peinlich genau darauf dass man die Wege nicht verlässt, keinen Müll hinterlässt usw. Am ursprünglichen Zustand soll quasi garantiert nichts verändert werden, da man gar nicht bis zu den ehemaligen (Wohn-)Gebäuden gelangen kann. Und das ist auch gut so. Das Netz bietet einen Haufen gute Fotos von Leuten die das legaler/illegaler Weise geschafft haben. Die müssen zum Genießen reichen.

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