
So langsam dürfte ja bekannt sein, dass ich ein Faible für Polaroids habe, dem Charme der alten Photographien erlegen bin, dieser Ungewissheit, nie zu wissen, was am Ende rauskommt, genauso wie der Technik dahinter, das Bild sofort in der Hand halten zu können. Mal ganz davon ab dass es heute ja fast schon ein Luxus ist, den ich mir nur schwer leisten kann. Zum Glück gibt es ja andere.
PolaroidDIARYBerlin

polaroidDIARYberlin zeigt jeden Tag ein neues Polaroid aus der Hauptstadt. Eine einfache, aber dennoch schöne Idee, die unsere Hauptstadt noch einmal ganz anders präsentiert. Tip of the hat an Ronny vom Kraftfuttermischwerk für den Fund.
Juan Felipe Rubio

Eigentlich zwei Tage zu spät, wenn man denn klugscheißen will: Juan Felipe Rubio hat zwischen Juli und Oktober des letzten Jahres die Serie Love Scenes Between Anonymous Couples gemacht, die aus Polaroidcollagen von Pärchen besteht, dabei aber noch genug Raum für die eigene Phantasie lassen (Anonymous? Get it? Okay okay…). Eine Collage schöner als die andere. Er hat sich übrigens von David Hockney inspirieren lassen, und obwohl er diesen Stil eigentlich entworfen und geprägt hat, finde ich seine Arbeiten nicht so wirklich knorke und erwähne ihn nur der Vollständigkeit halber. Einen Hug an Clemens vom iGNANT für den Tipp!
Patrick Winfield

Und wenn wir schon bei Collagen sind, dann darf Patrick Winfield natürlich nicht fehlen, den der hat es wirklich drauf und setzt aus den unterschiedlichsten Polaroids ein kleines Gesamtkunstwerk zusammen. Oder auch große. Je nachdem. Nettes Detail am Rande: Er erkennt zwar an, dass Polaroids heute nicht das billigste Vergnügen sind, aber immer noch eine ordentliche Anzahl verfügbar ist. Er bewahrt seine Vorräte übrigens im Kühlschrank auf… (via Wooster Collective. COLOURlovers hat ein Interview mit ihm.)
Polaroid, haptischer Natur, ist in der Tat arg teuer. Zum einen des Materiales , aber auch der latenten Eingeschraenktheit wegen, was sich mit der ein oder anderen iPhone APP etwas kaschieren laesst. Letztlich aber “nur” auf digitaler “pseudo Basis”. Das Polaroidmaterial offenbart aber dennoch immer wieder tolle Bilder.
Obgleich diese Optic recht einzigartig, hat man, wie an sich bei allen Bildeffecten, sich dieser recht spezifizierten Anmutung schnell “uebergesehen”, was nach Kreativitaet schreien laesst. D. Hockney war ja einer dieser “Pioniere”. Die obig zuersehenen sind aber auch sehr sehr smoothly. Grandios.
Spontan gefällt mir die Berlin-Reihe am besten. Ich steh aber auf diese City-Serien, besonders mit beleuchteten Sachen. Aber die zweite Serie hat auch seinen Reiz, gutes Konzept.