Sonntag, 14. Februar 2010

Winterclash 2010 und meine Erfahrungen mit schneller Indoor-Photographie

Der Winterclash ist das nach eigener Aussage größte Rollerblading-Event der Welt und gastierte dieses Jahr in Berlin und wie der Zufall es so wollte konnte ich meine gierigen Händchen um einen Mediaplass klammern und hatte damit auch die Möglichkeit, ein wenig zu photographieren.

Zuerst einmal gebührt mein Dank Kai von Stylespion, der mich überhaupt auf den richtigen Trichter gebracht hat: AF-C, bzw. Continuous Autofocus. Was nichts anderes bedeutet, dass sich der Fokus ständig dem Objekt anpasst – ohne wäre es vermutlich kaum möglich, schnelle Bewegungsabläufe festzuhalten. Korrigiert mich, wenn ich da falsch liegen sollte. Also, Objekt anvisieren, fokussieren lassen, die Kamera mit dem Objekt mitbewegen, auslösen, und hoffen, dass am Ende etwas halbwegs scharfes dabei rum kommt.

Mit einem solchen Wissen gewappnet und stolz wie nix also den Media Pass umgehängt – und nur ein paar Minuten später wieder ziemlich klein gefühlt. Nicht die Kamera macht das Bild sondern der Photograph, oder so ähnlich jedenfalls, aber wenn ich da mit meiner Nikon D60 mit Kit- sowie 08/15-50mm-Linse auftauche, und genau neben mir ein Photograph seinen Rucksack aufmacht und mir Equipment im Gegenwert eines besseren Mercedes entgegen scheint, und die alle mit sowas ihre Bilder machen… nun ja. Aber das sollte mich ja von nichts abhalten!

Hohe Geschwindigkeit bedeutet aber auch sehr kurze Verschlusszeiten. Sehr sehr kurze. Da das Licht in der Halle nicht wirklich ausreichend war gab es nur zwei Möglichkeiten, entweder mit externem Blitz (der interne hat etwa eine Sekunde Verzögerung, also komplett unbrauchbar) photographieren oder den ISO-Wert hochschrauben. Mangels Blitz also letzteres, ISO 800, um genau zu sein. 1600 kann die Kamera zwar, aber die Qualität ist ab diesem Punkt wirklich nicht mehr akzeptabel und steht der von Digiknipsen in nichts mehr nach.

Ja, ich hätte mit dem Media Pass auch auf den Park gekonnt und vielleicht spektakulärere Shots machen können, wollte mich aber bei meinem allerersten Versuch nicht direkt zum Volldeppen machen. So blieb es dabei, vom Rand aus das Geschehen festzuhalten, zwischendurch immer wieder mal die Linse zu wechseln und verschiedene Dinge auszuprobieren.

In der Nachbearbeitung habe ich das hohe Rauschen, dass durch die ISO-Einstellung zustande gekommen ist, einfach zu meinem Vorteil genutzt: bei den meisten Photos habe ich die Kontraste erhöht und es in Graustufen konvertiert, um ihnen einen Old-Photo-Look zu geben, wo die Körnung auf einmal gar nicht mehr so auffällt.

Alle Photos gibt es wie immer auch in groß bei Flickr.

12 Kommentare

  1. zahnersatz

    Wieder eigene Bilder-Content. Toll! Und bei SW kommt ein wenig Körnung immer gut, finde ich. Benutzt du eigentlich ein Stativ? Also bei den Bildern wahrscheinlich weniger, aber so generell. Und welches?
    Und gerne mehr eigene Bilder! :-)

  2. Joël

    Ich habe keine Ahnung von Fotographie, aber ich find die Fotos ziemlich gelungen. Besonders gut gefallen mir Nummer 2 und Nummer 9, der “Effekt” beim Letzteren ist klasse.

  3. Jeriko

    @zahnersatz: Derzeit leihe ich mir immer noch ein Stativ von einem Freund, tendiere aber dazu, mir das Bilora Professional Combi I Stativ mit dem Bilora Perfect Pro 2251 als Kopf zuzulegen.

    @Joël: das ist dieses angesprochene “Mitziehen” der Kamera. Bisschen mehr als 50 Versuche mit gerade mal vier halbwegs brauchbaren Photos :-)

  4. Oliver

    Mit schneller Indoor-Fotografie, wenn auch auf einem gänzlich anderen Gebiet, sammle ich ja auch gerade so meine Erfahrungen und kenne dein Problem des Rauschens noch von meiner D40!
    Ich finde deine Bilder doch sehr gelungen und wie zahnersatz schon sagt, zu SW-Bildern gehört eine gewisse Körnung einfach dazu!

  5. Zahai

    ist doch garnicht so übel für nen ersten versuch – den helmhaltenden knirps hast du schön eingefangen.
    der AF-C, wie du ja auch selber gemerkt hast, nur die halbe miete (eine andere möglichkeit wäre im übrigen, bspw auf einen vorhergesehenen landepunkt zu ‘vorzufokussieren’) – und auch nur dann wenn der AF einigermaßen klarkommt.
    Lass dich von so objektiv-fuhrpark-leuten nicht ärgern – aber vielleicht kannst du dir von befreundeten fotograf_innen für’s nächste mal eine lichtstarke scherbe ausleihen – das wirkt echt wunder (genau wie ww, das ist geschmackssache, bei so halfpipes und fliegenden leuten aber u.u. ganz ansehlich) – dann klappts auch mit dem iso ;)
    und mit einem mediapass kommst du auch an die ganz feinen stellen – im zweifelsfall lieber “sich zum Volldeppen” machen, als so’ne gelegenheit zu verpassen, oder?

  6. Jeriko

    @Zahai: Stimmt, das hatte ich noch vergessen zu erwähnen: das mit dem “vorfokussieren” hab ich beim 50er ja so gemacht, das hat an der D60 keinen Autofokus – damit ist z.B. das letzte und das “Sprung”bild entstanden. Aber selbst damit war noch ISO 800 nötig, um halbwegs gute Verschlusszeiten hinzukriegen.
    Und ich würd mir ja echt gerne mal ‘ne Linse ausleihen, aber die ganze Welt um mich herum scheint nur Canon zu benutzen :D

  7. Andy Macht

    Sind coole Bilder dabei. Die Mitzieh-Quote ist in solchen Situationen – glaube ich – völlig normal. Jedenfalls bei mir :)

    Ich war heute auch bei einer Indoor-Veranstaltung. Tanzen der Lateinformation. Sicher nicht so cool wie ein Skateevent, aber wohl noch weniger Licht. Ist echt nicht einfach, wenn man nicht so die lichtstarken Linsen im Gepäck hat. Wenn man sich umschaut und alle anderen haben weiße Objektive oder einen roten Rand dran, ist das schon gemein.

  8. Florian

    Fotopass! Nicht schlecht. Mutig, sich mit dem eigenen, doch eher bescheidenen Equipment neben die Profis zu stellen (natürlich nur im positiven Sinn, ich bewundere das). Aber das hast du ja auch schon geschrieben.

    Die Fotos gefallen mir ziemlich gut. Für den Anfang jedenfalls alles andere als schlecht! Insgesamt vermisse ich ein wenig die Schärfe, aber ich weiß selbst, wie unglaublich schwierig es ist, sich so schnell bewegende Objekte vernünftig zu fokussieren. Der Tipp mit dem Servo-Modus war auf jeden Fall sehr wichtig.

    Zum Mitzieher kann ich dir nur empfehlen, so viel wie möglich zu üben. Am besten stellst du dich an eine vielbefahrende Straße und fotografierst die nächsten 200 vorbeikommenden Autos, erfahrungsgemäß dürften sich die Abstände zwischen den gelungenen Aufnahmen gegen Ende hin immer mehr verkürzen.

    Natürlich möchte ich nicht nörgeln, ich hoffe, dass dir meine Kritik u.U. etwas hilft.

  9. Jeriko

    @Florian: Quatsch, konstruktive Kritik hilft mir doch auch weiter. Und ich geb eigentlich nichts darauf, was anderen von mir denken, die ich sowieso nie wieder sehen werde, da kann ich mich auch schon mal mit einer 400€ Knipse neben die Pros stellen :-)

  10. Jan

    Wow, schöne Bilder! Da bekomme ich glatt Lust selber wieder zu fahren :)

Kommentar schreiben

SEOs brauchen es erst gar nicht probieren, Kommentare mit dem Zweck der kommerziellen Eigenwerbung (Links zu Shops, Firmen, o.ä.) sowie sinnloser Schrott werden ebenfalls als Spam markiert. Wenn ihr etwas völlig anderes beisteuern wollt, dann bitte über den normalen Kontakt.