Was hatte ich mich am Samstag darüber geärgert, dass ich auf die Minute genau zu spät erfuhr, dass es im Rahmen der Transmediale die Laser-Regenbogenprojektion From One To Many in Berlin geben sollte, die sich über 3 Kilometer vom Haus der Kulturen zum Fernsehturm erstrecken sollte. An drei Abenden jeweils 4 Stunden lang, und ich habe es einfach nicht mitbekommen. Glücklicherweise wies mich Nico am Montag darauf hin, dass das Projekt für zwei weitere Tage gestartet wird. Glück gehabt! Das hieß dann für mich also nach der durchfeierten Superbowl-Nacht, zwei Stunden Schlaf und einem langen Arbeitstag nochmal die Kamera einzupacken und loszuziehen. Leider sind die meisten Bilder eher so lala, was mir aber die Gelegenheit gibt, ein bisschen so zu tun, als hätte ich von alledem Ahnung und den Werdegang von einem Motiv zu beschreiben.

Der Bundestag, von der gegenüberliegen Seite des Reichtagsufer aufgenommen. Das ist das Bild, wie mit 18mm Brennweite, einer 5.6er Blende und nach 10 Sekunden Belichtung aus der Kamera gekommen ist. Im Nachhinein habe ich dann erfahren, dass es wohl ein recht beliebter Ort ist, um die Szene aufzunehmen: zum einen kann man den Startpunkt der Laser noch einigermaßen ausmachen, zum anderen sind selbige hier auch sehr gut sichtbar. Trotzdem, noch etwas unspektakulär, oder?

Hier wurde das Bild erstmal begradigt sowie der Kontrast und die Helligkeit erhöht. Über die Teiltonung bekamen sowohl die Highlights als auch der Schatten einen leicht-blauen Anstrich verpasst. Das wars, so sieht es aus, wenn man nachts um 2 Uhr in aller Windeseile ein Bild bearbeitet, weil man es unbedingt online stellen will. Nicht gut. Malte hat dann auch zu Recht angemeckert, dass die Verzerrung im Gebäude stört, die sich durch das Objektiv ergeben hat.

Also nochmal von vorne. Eine Begradigung war hier nicht mehr nötig, durch das Entzerren hat sich die Perspektive einfach ergeben. Wieder musste die Teiltonung herhalten, dieses Mal bekam der Himmel aber eine lila Tönung, während der Bundestag leicht gelblich erstrahlen sollte. Die Sättung des Rots wurde um fast 50% erhöht, da die Farbe nur im Laser vorkommt und dieser dadurch noch etwas heller wird. Ein paar Versuche mit Vignettierung waren nicht wirklich erfolgreich, so dass ich noch zwei Filter eingesetzt habe, um den Himmel nach oben hin abzudunkeln und damit den Eindruck zu erwecken, der Bundestag würde gewissermaßen leuchten. Das Ergebnis kann sich hoffentlich sehen lassen.

Das Panorama hätte ziemlich geil werden können, wenn die Laser gut sichtbar gewesen wären. Waren sie aber nicht. So ist es für mich eher als Studie zu sehen, dass die 50mm Linse für Panorama-Shots nur bedingt geeignet ist, erst recht an einer Kamera mit Crop-Sensor. Schade eigentlich, die Abbildungsleistung erscheint mir so viel besser als die Kit-Linse... übrigens, zum Vergleich nochmal der Link zum Photo, das mit einer Brennweite von 18mm gemacht wurde - wofür ich hier sieben Teilbilder brauchte, hätten bei einer kleinen Brennweite schon zwei oder drei gereicht, und selbst dann hätte ich noch mehr drauf bekommen. Das nur der Vollständigkeit halber.

Auf dem Rückweg habe ich noch einen kurzen Schlenker zum S-Bahnhof Alexanderplatz gemacht. 30mm Brennweite, 5.6er Blende, 2 1/2 Sekunden Belichtungszeit und letzten Endes zusammengesetzt aus vier Teilstücken, Kontrast leicht angehoben, Himmel abgedunkelt, Farben etwas intensiviert.
Zwei weitere Bilder gibt es noch bei Flickr zu bewundern.