Ich liebe es, wenn sich aus kleinen Dingen große Sachen entwickeln, wenn nur ein Kleinigkeit nötig ist, damit mein Interesse geweckt ist, sich dann aus dieser Kleinigkeit aber ein tolles Ganzes entwickelt. So wie bei Lisa Johanna Thiele. Aber der Reihe nach.

Die 23jährige Lisa lebt und arbeit als Fotografin in Berlin. Was ich übrigens auch zuerst nicht wusste, aber zumindest vermutete. Abgesehen von der "Kleinigkeit" waren die Shots von der Mercedes Benz Fashion Week das Erste, was ich von ihr gesehen habe, und der erste Eindruck bestätigte sich dann später auch.

Ihr Portfolio und ihr Flickr-Profil sind ziemlich breit gefächert, von bereits oben erwähnten Fashion Shot über Portrait, Konzerte, Architektur, Objekte bis hin zu Photoserien mit Story dahinter gibt es viel zu entdecken - ich hatte jedenfalls gut Freude daran, mich durch ihre Photos zu klicken!

Und dann natürlich die "Kleinigkeit" in Form einer Flexaret, einer Mittelformatkamera, die von 1939 bis 1971 von der tchechischen Firma Meopta gebaut wurden. Alle 9 produzierten Modelle sind zweiäugige Spiegelreflexkameras, das Format ist ganz klassisch 6 x 6cm (HMW-Foto hat eine umfassende Geschichte zur Flexaret). Und da kommt dann wieder der Retro-Fan in mir hoch; mir gefällt einerseits die Ungewissheit, dass ich zwar Einfluss auf das Motiv nehmen kann, die Kamera aber sozusagen auch noch ein Wörtchen mitreden will, beispielsweise bei der Farbwahl. Und natürlich, dass ein Bild final ist, nein, dass jedes Bild final ist, dass jedes einzelne so viel mehr Aufmerksamkeit fordert, dafür aber im Ergebnis irgendwie... befriedigender sind. Und das kann man in den Photos von Lisa auch erkennen.


Lisa Johanna Thiele hat ein Portfolio, ist bei Flickr vertreten und befüllt ein Blog mit ihren Bildern und Gedanken. Nehmt euch ein bißchen Zeit, es gibt eine Menge zu sehen, aber es lohnt sich! Ein kleiner Retro-Daumenhoch an Jochen von to01.de für den tollen Fund!