Dienstag, 22. Dezember 2009

Athen

Auf Einladung von Chevrolet, die gerade das Promotion-Material für ihren neuen Wagen Spark machen war ich nun also vier Tage lang in Athen unterwegs. Ja, der Spark gefällt mir, könnte vielleicht noch ein bisschen mehr Power unter der Motorhaube haben, für seinen Einsatzzweck als Stadtflitzer aber ganz und gar ausreichend und vor allem: ich passe da rein. Ja, natürlich war es eine reine PR-Aktion, ja, ich habe sämtliche Rechte an dem Film, der während der vier Tage gedreht wurde, und in dem ich und andere Blogger aus ganz Europa vorkommen, an Chevrolet übergeben, damit sie damit machen können, was sie wollen, ja, bei einigen der Fragen habe ich noch beim Antworten überlegt, was ich da gerade für einen Mist verzapfe. Und ja, es ist mir völlig egal, denn Athen war toll – und eigentlich sind es ja die ganzen Sachen am Rande, die wichtiger sind.

Zum Beispiel die nicht vorhandenen Demonstrationen und Proteste. Es werden zwar nachts diverse Straßen gesperrt, die sich in der Nähe von Regierungsgebäuden befinden, und man kann durch die massive Polizeipräsenz in der Stadt sowie der eindeutigen Botschaft an den Säulen der Universität von Athen erkennen, was hier vor ein paar Wochen passiert ist, auf Nachfrage meinerseits aber wurde mir bestätigt, dass es wie jedes Jahr “Demonstrations” gab, die “Riots” aber fast alle unterbunden werden konnten. Eat this, deutsche Medien mit eurem Drang zum Übertreiben.

Für Sightseeing so an und für sich hat die Zeit leider kaum gereicht, insgesamt, waren es vielleicht drei Stunden. Ein bisschen schade, aber passt schon.

Oder aber das beste Essen, was ich seit etwa einem halben Jahr genießen durfte. Wobei ich immer noch nicht ganz verstehe, warum sich in luxuriöseren Restaurants – oder solche, die sich so bezeichnen – die Qualität des Essens antiproportional zur Quantität verhält. Der Fisch war ein Orgasmus auf der Zunge, die Portion hätte aber gerne doppelt so groß sein dürfen. Vor allem bei den Preisen. Andererseits, ich musste es ja nicht bezahlen, also egal.
Am zweiten Abend hatten wir übrigens das Vergnügen, in dem Restaurant zwei Tische weiter eine chinesische Geschäftsdelegation beobachten zu dürfen. Die sitzen da nicht nur und essen, nein, der ganze Abend ist perfekt durchchoreographiert: Es werden Reden gehalten – etwa 15 Minuten pro Part – wie erfolgreich Firma X dieses Jahr gewesen ist, und dass es der Verdienst eines jeden Anwesenden ist, die Zukunft ist rosig und so weiter und so fort. Es werden Geschenke an wichtige Personen verteilt. Die europäischen Geschäftspartner müssen selbstverständlich auch Reden schwingen, sie verteilen dies und jenes, und nach dem letzten Akt wird das Dinner sofort beendet. Alles wird natürlicht mit Kameras im Gegenwert eines Kleinwagens festgehalten. Sehr sehr interessant.

Und mit “Sehr sehr interessant” meine ich, ich habe nicht das geringste Interesse daran, mir beim Essen anzuhören, wie toll irgendeine Firma in China ist. Bazinga.

Abschließend noch ein paar Stichwörter, die mir gerade noch einfallen: Das Filmteam am Flughafen auszutricksen ist nicht so schwierig, man muss nur den anderen Ausgang nehmen, schon landet man in deren Rücken – führt allerdings dazu, dass die Szene nochmal gedreht werden muss. Autofahren macht immer noch Spaß, auch wenn ich seit Jahren nicht mehr mit Schaltung gefahren bin, so dass ich in der Innenstadt mehr abgewürgt habe als gefahren bin. Überhaupt der Verkehr in Athen: Außer bei Ampeln wird alles nach Augenkontakt geregelt, Roller und Motorräder haben immer Vorfahrt und schlängeln sich zwischen den stillstehenden Autos durch, überholt wird, wie es passt, und der Fußgänger hat immer Recht. Muss man sich auch erst mal dran gewöhnen.
Die Griechen wissen, wie man feiert. Das merkte ich spätestens dann, als ich am Sonntag um halb sechs morgens gen Hotel torkelte und Athen nochmal vor die Füße kotzte. So ist das eben, wenn auch der Alkohol gesponsert ist.
Der Flughafen Athen hat besonders fiese Varianten von “Wir wissen genau, dass ihr hier nicht wegkönnt, also quälen wir euch mit unserer Scheissmusik mal so richtig!”-Weihnachtsjingles – es wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis ich die Aufzugsmusik-Coverversion von Last Christmas aus meinem Kopf kriege. Und abschließend natürlich der Schock, bei 20°C mit Sonnenschein zu starten und in -10°C und ekelhafter Kälte zu landen. Ich will wieder zurück.

Ein paar weitere Impressionen aus Athen:

14 Kommentare

  1. philipp

    50 mm. richtig?
    schöne bilder. bin ja schon ein bisschen neidisch!

  2. thang

    Netter Bericht. Du scheinst alles richtig gemacht und den kostenlosen Alk auch voll und ganz ausgenutzt zu haben, würde ich mal sagen. Hätte ich auch getan ;)

    P.S.: Das einzige was mir zum vorletzten Foto einfällt….uaarrrgh!

  3. S

    Das sind wunderschöne Bilder, die du da gemacht hast.. und es hört sich auf jeden Fall nach einem gelungenen Aufenthalt an :) Freut mich, dass es so geklappt hat. Und ja, Medienübertreibungen,.. überraschung!!

  4. Jeriko

    @thang: Hehe. Ich fands auch eklig und hochinteressant zu gleich, du kannst denen dabei zuschauen, wie die Tiere zerlegt werden. Und frisch gehts ja wohl wirklich nicht ;-)

  5. Toby

    wieder mal 1a Fotos. Gefällt! Und der Aufenthalt scheint ja genauso grandios gewesen zu sein.

  6. Ronny

    Ich würde ja gerne was anderes schreiben, als jene vor mir, aber die Fotos sind nun mal wundervoll.

  7. MC Winkel

    Hihi – ist doch wunderbar, sowas. Der Eine bringt (jaaaa, wirklich tolle) Bilder, der Andere ‘nen Film mit. Und eine tolle Zeit ist es immer. Wobei Monaco leider nur knappe 20°C zu bieten hatte. Was sagte Athen?

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