Sehr schön, was der Stylespion da aufgetrieben hat, ein 10minütiger Promofilm für die Polaroid SX-70 Kamera, 1972 gedreht von Charles und Ray Eames. Und selbst 37 Jahre danach lerne ich tatsächlich noch was neues, dass die Energiequelle bei Polaroid-Kamers im Filmpack steckt, nicht in der Kamera selbst. Bilder, der Lifestyle dazu, die Technik, die Herstellung - lohnt sich, wirklich.
Ich finde übrigens nicht, dass die Technik von heute einem Bild weniger Seele gibt, es ist einfach eine andere Form. Bei Polaroid - oder Analogfotografie im Allgemeinen - ist jedes Bild final, eine Nachbearbeitung findet nicht statt, lediglich über die Kombination aus Film und Kamera kann man ein wenig experimentieren. Man muss sich für ein Bild mehr Gedanken machen, es lässt sich nicht mehr löschen, und der Platz auf dem Film ist rar - von Polaroid ganz zu schweigen. Aber abgesehen von den Möglichkeiten im Postprocessing, die einem heute so zur Verfügung stehen, haben sich die grundlegenden Techniken der Fotografie doch nicht wesentlich geändert. Korrigiert mich, wenn ich mich irre.
Ich bin ja eher der Meinung, dass zum einen Polaroids ihren ganz eigenen Charme haben, der auch heute noch vorhanden ist - die nicht wirklich vorhandene Schärfe, die flauen Farben und die Ungewissheit, ob die Chemie im Film überhaupt noch stimmt und was am Ende raus kommt - vor allem aber auch, dass es ein Luxushobby geworden ist. Bei 2:35 im Film gibt es eine Stelle, in der eine Frau in ein paar Sekunden sieben Polaroids hintereinander schießt, und bei jedem musste ich innerlich ein wenig zusammen zucken, da das heutzutage etwa 15-20 Euro entspricht. Wir wollen immer das haben, was wir nicht kriegen können, und ich glaube, das macht den Reiz von Polaroid auch heute noch aus.