Ich hab Die fabelhafte Welt der Amélie noch nie gesehen. Solange es den Film gibt - acht Jahre also - hab ich ihn immer für einen reinen Mädchenfilm gehalten, so wie Pretty Woman oder Titanic oder Vom Winde verweht, und mich geweigert, ihn zu sehen, in dem es einfach immer etwas besseres zur Auswahl gab. Wobei, zugegeben, so oft wurde ich allerdings auch nicht vor die Wahl gestellt.
Am 22. Juli 2009 haben meine bessere Hälfte und ich den Film dann doch angefangen. Und wider Erwarten war er toll, ich finds ja toll, wenn Menschen so viel Phantasie haben, die Welt ist ohnehin schon trostlos genug. Wir haben an dem Abend nur etwa 30 Minuten geschafft, bevor wir eingeschlafen sind.
Am nächsten Morgen ist sie für sechs Monate nach Indien geflogen.
Und jetzt liegt die DVD bei mir, und obwohl ich ja jetzt weiß, was mich da erwartet, hab ich trotzdem diesen Hintergedanken, dass ich mit der Fortsetzung warten sollte. Warten, bis sie wieder da ist, und zumindest für die Dauer des Films so tun, als hätte es diese sechs Monate nicht gegeben und wir würden morgens einfach da weitermachen, wo wir abends aufgehört haben, bevor wir eingeschlafen sind.
Polar - ihren richtigen Namen kenne ich nicht - ist nicht Amélie. Ich weiß gerade nicht mal, ob sie auch nur entfernt so aussieht wie Amélie, und trotzdem war das mein allererster Gedanke, als ich ihre Photos gesehen habe. Und sie scheint mindestens genauso viele Flusen im Kopf zu haben. Und ein Lächeln liegt auf meinem Gesicht.




Mehr im Flickr-Stream von Polar, gefunden bei Recordis Photography.