
Designboom hat vor kurzem die Green Life Competition beendet, und Gewinner war der Murakami Chair. Durch das Schaukeln wird tagsüber ein Akkupack aufgeladen, der abends die OLED in Form eines Lampenschirms (eine “klassische” Glühbirne gibt es nicht) zum Leuchten bringt. Sehr clevere Idee, die mich im Sinne der Nachhaltigkeit ziemlich begeistern kann, lediglich die Position der Lampe finde ich etwas unglücklich gewählt. Und vielleicht kann mir ja einer der mitlesenden Physiker erklären, was da für Prozesse ablaufen? Ich hätte spontan auf Induktion getippt, aber dafür müsste ja ein Magnetfeld vorhanden sein. (via iGNANT)
Wird der wirklich schon hergestellt? Sieht eher nach Konzeptstudie aus. Bin zwar auch kein Physiker, aber ich kenne keine andere Möglichkeit (außer Induktion) um aus Bewegung Strom zu erzeugen.
Aber man sieht ja schon am Fahrraddynamo, wie viel Bewegung man letztendlich braucht um ein kleines Lämpchen zu betreiben. Man wird also viel schaukeln müssen, um genug Licht zum Buchlesen zu produzieren.
Fazit: Mhh. Kann mich nicht so richtig überzeugen.
Nicht vergessen, es handelt sich hierbei um eine OLED; keine Glühbirne oder Energiesparlampe oder dergleichen – der Verbrauch dürfte im einstelligen Wattbereich liegen. Und mit genügend Schaukelei tagsüber dürfte abends für ein oder zwei Stunden sicherlich genug Energie vorhanden sein.
Und das Ding war ja Gewinner eines gerade beendeten Wettbewerbs, hergestellt wirds wohl (noch) nicht.
Ja, das funktioniert per Induktion. Vermutlich ist irgendwo im Gestell eine kleine Röhre versteckt, um die eine Spule gewickelt ist. In der Röhre rutscht ein Permanentmagnet durch die Schaukelbewegung immer hin und her. Dadurch wird in der Spule eine Spannung induziert.
Eine andere Möglichkeit wäre ein Pendel, welches beim Schaukeln immer nach unten zeigt. Dann kann man in der Pendelaufhängung eine Art Fahrraddynamo anbringen.
Im Übrigen gebe ich Marek recht: man wird ganz schön lange schaukeln müssen für ein bisschen Licht. Und es schaukelt sich auch etwas schwerer, als bei einem herkömmlichen Schaukelstuhl. Schließlich muss ja nebenbei noch Strom erzeugt werden. (das Fahrrad fährt mit Dynamo ja auch schwerer). Je nach Konstruktion muss man für die gleiche Menge Strom entweder recht lange oder recht “angestrengt” schaukeln.
Ich nehme an es funktioniert wie von Martin beschrieben, ähnlich wie diese Notfall-Schüttel-Taschenlampen die manche Menschen in den Sicherungskasten legen. Eine solche Vakuum-Röhre lässt sich auch relativ einfach in den Holzstreben verstecken.
Eine andere Möglichkeit bestünde darin, dass auf der Unterseite der Schienen kleine Piezo-Elemente angebracht sind, die durch Druck und Druckentlastung Strom erzeugen. Aber das dürfte deutlich aufwändiger sein, vor allem wenn man lange Haltbarkeit sicherstellen will.
Andererseits steht hinter dem Link etwas von “Advanced nano-dynamo technology which is built in to the skids of the chair” – was hier das “nano” zu bedeuten hat ist mir schleierhaft, es passt schlecht zu den Möglichkeiten die hier genannt wurden. Die Röhre für die Induktionsspule müsste zwar kleiner sein als üblich, aber noch lange nicht “nano”. Vielleicht ist das nur ein Buzzword für die Marketing-Leute.
Zu der Stromerzeugung: die größten Verluste beim Fahrradfahren hat man bei der Übertragung zwischen Radmantel und Reifen-Dynamo, wer schon mal mit Nabendynamo gefahren ist kann bestätigen dass man dabei kaum einen Unterschied zwischen an und aus feststellen kann, gut zu sehen auch an den Leuten die tagsüber mit Licht fahren weil sie gar nicht merken dass es noch an ist. Einen Unterschied zu einem normalen Schaukelstuhl dürfte man also kaum merken, die beweglichen Elemente werden grob geschätzt weniger als 250g wiegen – im Vergleich zur durchschnittlichen Körpermasse also vernachlässigbar.
Grüße, HR.