Ich habe mir gerade den TED-Talk der Photographin Taryn Simon angeschaut, eine sehr spannender Vortrag. In "An American Index Of The Hidden And Unfamiliar" versucht sie, an Orte zu gelangen und diese zu photographieren, die normalerweise im Verborgenen bleiben sollen. Das Bild oben zeigt einen Ausschnitt von insgesamt 1.936 in Wasser eingelassene Kapseln aus Edelstahl, gefüllt mit radioaktivem Abfall, die sich in der Nuclear Waste Encapsulation and Storage Facility unterhalb von Hanford, Washington befinden. Würde man sich ungeschützt daneben stellen wäre man sofort tot.

Das ist eine Cryo-Unit, die dazu genutzt werden, um Körper einzufrieren, in der Hoffnung, sie irgendwann, wenn die Medizin weiter fortgeschritten ist, wieder auftauen und zum Leben erwecken zu können. Kannte ich bisher nur aus Demolition Man und Futurama, und mir war überhaupt nicht klar, dass es so was wirklich gibt, aber in dieser speziellen Unit liegen tatsächlich die Körper von Rhea und Elaine Ettinger, Mutter und erste Ehefrau von Robert Ettinger, einem Pionier auf dem Gebiet der Cryoforschung.
Der andere Teil des Talks befasst sich mit "The Innocents", Menschen, die wegen eines Verbrechens verurteilt wurden, dass sie nicht begangen haben, und welche Rolle die Photographie darin spielte. So wurde beispielsweise einem Vergewaltigungsopfer eine Reihe von Photos von möglichen Tätern gezeigt; sie konnte niemanden eindeutig benennen, lediglich eine Person wies für sie ein paar Merkmale auf. Die Polizei fragte sie ein paar Tage später nochmal, zeigte ihr eine komplett neue Reihe von Photos, lediglich das eine aus der alten Serie war wieder mit dabei. Wieder benannte sie das Photo, diesmal eindeutig - einfach, weil sich das Bild in ihrem Kopf eingeprägt hat, nicht, weil es wirklich der Täter war. Und von solchen Fällen gibt es viele.
Sehr empfehlenswerte 17 Minuten, sowohl für den Blick dahinter als auch, wie wir uns durch Bilder täuschen lassen.