ich erklär dir jetzt mal dieses Twitter, das ist nämlich gar nicht so schwer. Jeder, der da mitmacht, der hat pro Nachricht genau 140 Zeichen. Das ist nicht viel, schon gar nicht für einen so eloquenten Menschen wie dich, der für manche Wörter schon mehr Zeichen braucht. Ich will auch gar nicht bestreiten, dass da ein gewisser Verfall der deutschen Sprache zustande kommen kann, schließlich kommuniziert man dort sehr komprimiert. Twitkrit beweist übrigens immer wieder gerne das Gegenteil, da kannst du ja mal ein bisschen schmökern, wenn du nicht gerade tolle Fotos von opulentem Essen auf ollem Silberbesteck machst oder anderweitig beschäftigt bist.
Jetzt schicken sich die Twitterer aber auch echt gerne untereinander Links, weil es gibt ja total viele tolle Sachen im Internet. Und wenn die Freunde dann mit ihrem Twitter-Client auf diesen Link klicken, dann öffnen sie damit einen Browser, der direkt diesen Link aufruft! Cool, oder? Vor allem, da keiner merkt, wo der Link eigentlich her kommt!
Aber, und jetzt kommts, die Links sind meistens uuunendlich lang, der Link zum dem Beitrag hier hat zum Beispiel 54 Zeichen! Voll viel! Und bei gerade mal 140 Zeichen möchte man ja so viel wie möglich mit eigenem Text benutzen, nicht wahr? Aber, und jetzt kommts, da gibt es diese URL-Kurzmach-Dienste, die machen aus den 50 Zeichen nur noch so ungefähr 20, und der Twitterer kann noch ganz viel mehr Zeug dahinter schreiben. Das funktioniert dann wie eine Weiterleitung: erst gelangst du auf die Website des Kurzmach-Diensts, der guckt dann, wo du eigentlich hinwillst, und kurze Zeit später hast du die Website hinter dem Link schon in deinem Browser. Voll automatisch und total easy! Aber diese Kurzmach-Dienste, die verraten meistens auch nicht, woher die Leute denn so kommen. Bei Statistiktools wird sowas dann als "Direct Traffic" verzeichnet, da die Besucher keinen sogenannten Referer haben. Referer, das ist dieses Dings, was Statistiktools verrät, von wo Besucher auf die eigene Website gekommen sind. Aber das muss ich dir altem Internethasen ja nicht erklären, oder?
Wenn du also das nächste Mal eine Kritik auf Twitter loslässt, es würde keine Besucher auf die Website locken, informier dich doch erst mal über so Dinge wie Twitter Clients, die URLs direkt aufrufen, oder über ShortURL-Services, die keine Referer senden.
Ansonsten halt doch einfach mal die Schnauze.