Mittwoch, 01. April 2009

re:publica – Tag 1

re:publica Podium
Bild: Ralf

… und während der Rest gerade zu Fettes Brot die dicke Sause macht sitze ich zu Hause und prokrastiniere von den Dingen, die ich eigentlich noch erledigen müsste. Eigentlich keine Zeit also, den ersten Tag Revue passieren zu lassen.

Ganz vorne, 7 Uhr, zwei Stunden vor offiziellem Einlass, der Friedrichstadtpalast fast ganz für mich alleine und begeistert rutsche ich die Treppengeländer runter – das Kind im Manne und so, ihr wisst schon. Hier wird aber schon klar, dass es dieses Jahr nichts mehr ist mit dem kuschligen Bloggertreffen, wie es gewisse Rosinenpicker gerne bezeichen. Unumgänglich, ja, aber trotzdem ein kleines bisschen schade.

Die Keynote von Johnny Haeusler überspringe ich jetzt mal galant, war gut, kleinere technische Pannen gabs auch, die aber gekonnt überbrückt wurden, was das Ganze noch einen Ticken sympathischer werden ließ.

Spannend wird es ja sowieso erst bei den Panels, beginnend mit John Kelly, der die Blogosphäre kartographiert und analysiert. Und das war… langweilig. Ich bin der festen Überzeugung, dass es einzig und allein an mir und meiner völligen Müdigkeit (seit 4 Uhr wach) liegt, aber ich bin mehr als einmal weggenickt, wie mir mich umgebende Bloggerkollegen bestätigten, und habe in den Wachphasen ziemlich genau nichts verstanden. René sieht das anders, da gibts sicherlich die fundiertere Beschreibung.

Den Stand der Blogosphäre habe ich gekonnt übersprungen, da sich dort auch zwei für meinen Geschmack unheimlich arrogante Teilnehmer tummelten, die meinem Blutdruck sicher nicht gut getan hätten. Andererseits, vielleicht wäre ich dann wach geworden.

Die Zeit bis 16 Uhr habe ich genutzt, mir neue Inline-Skates zu kaufen. Skate Nights in Berlin, ich komme!

16:30 Uhr, moot von 4chan, und der weiss zu begeistern. Er erzählt von seinem Forum, komplett anonym, Zugriffszahlen von denen die meisten nur träumen können, zu jedem Zeitpunkt tummeln sich dort mehr Leute als auf diesem Blog hier im gesamten Monat. So ungefähr jedenfalls. 4chan ist gewissermaßen auch die Meme-Schmiede, immerhin sind dort die LOLCats und Rickrolling entsprungen. Für mich alles nichts Neues, und ich hätte mir auch ein paar Infos zu Anonymous vs. Scientology gewünscht, oder gab es die und ich bin nur wieder weggenickt? Aber moot weiß seine Faszination rüberzubringen.

18 Uhr, Großstadtnomaden aka Mobiles Microblogging, und egal wie ich es drehe und wende, ich kann nicht anders: Das Ding war langweilig. Also so richtig langweilig. Völlig auf Twitter fixiert obwohl es mit identi.ca noch mindestens einen alternativen, ernstzunehmenden Dienst gibt, technisches Geschwurbel, von dem ich mal annehme, dass es 80% der Zuhörer nicht interessiert, man hat sich in irgendwelchen belanglosen Details verannt, und nur so ganz nebenbei wird erwähnt, was für einen Einfluss Microblogging heutzutage habe kann (die Notlandung im Hudson River) bzw. allgemeine Informationen geboten. Absolute vertane Chance, zumindest meiner Meinung nach. Einen Aspekt habe ich dann aber doch mitgenommen: Microblogging-Dienste müssen Geolocation implementieren. Die meisten modernen Handhelds haben ohnehin schon einen GPS-Sensor integriert, der Mehraufwand hält sich also in Grenzen, und die Möglichkeiten dadurch wären enorm. Spontan ist mir die Spuckattacke auf Michael Arrington eingefallen: Hätte es Geolocation gegeben, hätte man sich über die Suche einfach alle Tweets zu besagtem Zeitraum und besagter Location anzeigen können – und hätte vermutlich trotzdem nur Arringtons Tweet lesen können. Ich bleib dabei, der Mann lügt, aber das nur am Rande.

Die Gameshow dagegen hats ziemlich gerissen. Das Ding stand ja den ganzen Tag auf wackligen Beinen, da das Wireless LAN mehr schlecht als recht lief, die Kandidaten aber unbedingt im Internet recherchieren mussten. Technische Probleme gab es mehr als genug, stimmt, haben aber nicht die Bohne gestört, dazu war der Rest einfach zu lustig. Und wenn Nilz Bokelberg seine Stories auspackt, wie er mal in der Mini Playback Show in der Jury saß (mit DJ Bobo und Blümchen), die Kandidaten sich freiwillig quasi-rickrollen lassen und die Zuschauer wild rumhampeln… yeah hab gut gelacht.

Tag 1 gelaufen, so viel habe ich gar nicht mitbekommen, die paar Panels halten sich dann aber die Waage. Mal sehen, was morgen bringt.

1 Kommentar

  1. Marco

    Irgendwann bin ich da auch mal dabei, auch wenn du sagst, dass es auch ein bisschen langweilig ist *g* Aber interessieren würde mich das schon mal… hoffen wir, dass du morgen mehr Spaß hast! :)

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