Mein Senf zu E-Books und falls ich mal einen Reader besitzen sollte

Ich halte nichts von E-Books. Selbst wenn die entsprechenden Reader dazu mal so ausgereift sein sollten, dass sie mir unter jeder Bedingung (will meinen: Umgebungsbeleuchtung) gestochen scharfe Bilder liefern können, und damit meine ich auch explizit Bilder, denn für Magazine sehe ich gegenüber Büchern durchaus einen Bedarf - selbst dann fehlt mir das haptische, das ein Buch mir liefert. Ein Knopfdruck kann für mich kein Umblättern einer Seite ersetzen, eine Anzeige "Seite X von Y" kann für mich nicht den schnellen Blick ersetzen, wie weit ich in einem Buch bin - und das ist bei einigen Exemplaren wichtig, quält man sich doch mehr durch als sie zu lesen.

Ich hatte mich darüber auch schon mit Nerdcore-René unterhalten (seine Meinung zu Ebooks), und bin dort vor allem zur Erkenntnis gelangt, dass E-Books längst nicht einen solchen Siegeszug hinlegen wird wie es beispielsweise MP3 mit der CD geschafft hat bzw. ziemlich bald schaffen wird. Grund? Jeder Depp kann ein Buch "bedienen". Meine 90jährige Großmutter, wenn es sie denn geben würde, kann ein Buch bedienen. Ein Buch braucht keine Erklärung, schon allein weil man wieder etwas buchähnliches zur Erklärung beilegen müsste. Einen E-Book Reader muss man erkläre. Meine 90jährige Großmutter, wenn es sie denn geben würde, würde so ein Ding nicht verstehen und wieder zum Buch zurückkehren. Die Vorteile, die ein E-Book Reader einem geben kann (Verfügbarkeit, Anzahl Bücher und so weiter) können diesen Nachteil nicht aufwiegen. Schulbücher, noch so ein Ding. Es gibt immer Unterbereiche eines Marktes, die man auf jeden Fall erschlossen haben muss, damit man insgesamt auch erfolgreich ist, und Schulbücher gehören für mich definitiv dazu. Die eigene Bibliothek, mehr noch als bei CDs drückt eine große Privatbibliothek eine gewisse Belesenheit und damit auch Intelligenz aus (wenn es nicht gerade "... for Dummys" Bücher sind...), und es hat doch etwas erhabenes, sich so etwas anschauen zu können, oder nicht? Und all das weg und stattdessen nur noch ein(!) E-Book Reader von der Größe eines Schreibblocks? Das kann alles und nichts sein.

Kurzum, ich halte nicht viel von E-Books, aber ich bin ja auch noch ein glühender Verfechter der CD gegenüber digitalen Downloads, also nicht wirklich die Zielgruppe. Wenn allerdings wirklich mal der Fall eintreten sollte, dass so ein Reader in meinen Besitz kommt, was ja wie oben dargestellt höchst unwahrscheinlich sein sollte, aber sollte es passieren, dann wird die allererste Amtshandlung, noch bevor da überhaupt irgendein Buch drauf kommt, die hier sein:

"Don't panic" reinlasern lassen, genau so, wie es auch die Jungs von Adafruit in Anlehnung an einen XKCD-Strip gemacht haben. Und dann alle Bücher von Douglas Adams drauf.

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  1. 15.03.2009 - Sandkorn im Getriebe » Links zum Sonntag

Diskussion: 1 Kommentar

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  1. 1 Marcel (Website)

    Ich halte auch nichts von denen und außerdem bin ich froh, wenn nicht alle Dinge, die ich in den Händen halte einen Bildschirm haben.

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