Montag, 09. März 2009

Blauer Wurm und (m)ein Rezept für Regenbogenkuchen

In der Odenwaldschule gibt es die Tradition des Blauen Wurms, die immer an einem Freitag der 13. stattfindet: die Schüler der 13. Klasse überlegen sich, wie man den Tag mit etwas anderem als Schule rumbringen kann, und irgendwie mussten die Lehrer auch noch ein klein wenig darunter leiden. Die meisten der anderen Schüler haben es aber eher als willkommenen Anlass gesehen, einfach im Bett zu bleiben – verübeln konnte man es ihnen nicht, auf dem zentralen Platz des Internats den ganzen Vormittag rumzulungern und dabei zuzusehen, wie die Lehrer irgendwelchen Stuss machen mussten fand ich auch nur mittelspannend. Als wir an der Reihe waren, hatten wir uns stattdessen einen Staffellauf mit verschiedenen Aufgaben überlegt, damit auch jeder was zu tun hat. Wurde super aufgenommen und war ein knorke Tag.

Anyway, traditionell gab es dazu auch immer blaues Frühstück, also Brot, Aufschnitt, Milch und so weiter, alles mit blauer Lebensmittelfarbe versetzt. Sowas kriegt man ja nie wirklich geschmacksneutral hin, und bei jedem Bissen hatte ich immer Schimmel im Hinterkopf. Placebo-denken, ich weiss, aber trotzdem, an einem Blauen Wurm war ich immer hungrig.

Rainbow Cake

Und jetzt sehe ich zum zweiten Mal in meinem Leben einen Regenbogenkuchen, und wieder hab ich da folgendes Rezept im Kopf: Man nehme einen Zitronenkuchenteig und teile ihn in fünf Stücke. Das erste lässt man zwei Wochen lang stehen, das zweite einen Monat, das nächste ein Vierteljahr, und so weiter, und wenn das letzte Stück irgendwann eine rötliche Schimmelfarbe angenommen hat, so nach ein, zwei Jahren, dann bappt man einfach alles zusammen, packt noch ein bisschen ranzigen Käse oben drüber, und fertig ist der Schimmel-, äh, Regenbogenkuchen. Stimmt natürlich nicht, aber genau das hätte ich immer im Hinterkopf, und genau deswegen könnt ich nicht ein Bissen davon runterkriegen. Das richtige Rezept hab ich via Super Punch gefunden.

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