Damals

Lords of Dogtown ist ein fantastischer Film. Punkt. Puristen mögen vielleicht bemäkeln, dass der Film nicht authentisch genug sei, da ich die Geburt der Skateboardszene aber nicht mitbekommen habe kann ich dazu auch nichts sagen. Es ist auch nicht mal das Skateboard an sich, obwohl natürlich auch toll – ich habe es immer wieder mal versucht, bin aber stets kläglich an meinem Gleichgewichtsgefühl gescheitert – nein, es ist vor allem das ständig vorhandene Gefühl der Freiheit, tun und lassen zu können, was man will, diese kleine Form der Rebellion, die mich an dem Film so begeistert.

Hugh Holland ist es vermutlich auch ein wenig so gegangen, als er 1975 die ersten Skateboarder auf den Straßen von Los Angeles sah. In den nächsten drei Jahren hielt er die aufkeimende Kultur in Bildern fest, bevor der Kommerz Einzug hielt und er sich nach anderen Feldern umsah. Und ich klicke mich da gerade begeistert durch die Bilder von Stacy Peralte, Jay Adams, Tony Alva und dem ganzen Rest durch und merke gerade, dass es schon wieder viel zu lange her ist, seit ich das letzte Mal Lords of Dogtown gesehen habe.
Heute

Scott Pommier hat es als professioneller Skateboarder nicht geschafft, also ist der Fotograf für diverse Skateboard-Magazine geworden. Am reizvollsten an seinen Aufnahmen finde ich die Verbindung von Mensch, Umgebung und Licht – der Skateboarder ist nicht der Mittelpunkt des Geschehens, sondern Teil einer ganzen Komposition. Pommier’s Portfolio scheint übrigens ein klein wenig nach Rebellion zu schreien, findet man dort schließlich auch Biker und alternative Jugendkulturen wieder. Und es basiert erfreulicherweise nicht auf Flash. Muss man ja leider immer noch erwähnen.
Mal ganz abgesehen von Pommiers Bildern, ist seine Galerie aus funktionaler Sicht ja mal echt fuckingfantastisch.