Freitag, 21. November 2008

Hitman

Hitman Hitman ist ein weiteres Beispiel dafür, warum eine simple Adaption eines Videospiels auf die große Leinwand nicht funktioniert: Mal abgesehen vom Aussehen des Hauptcharakters und Teile des Stils hat man hier einen sehr gewöhnlichen Actionfilm vor sich, der außer dem Waffennarr nicht wirklich viele zu interessieren vermag. Das Drehbuch kommt von Skip Woods, der schon mit Swordfish nicht gerade glänzen konnte – dennoch war der Film längst nicht so langweilig wie diese komplett humorbefreite Tour durch sämtliche Klischees des Actionfilms und sich ständig wiederholender Schießereien.

Agent 47 ist ein Profikiller, der bereits in früher Kindheit in der Kunst des Tötens durch einen Geheimverbund, der nur als The Organization bekannt ist, trainiert wurde. Sein letzter Auftrag ist ein öffentlicher Mord an dem zukünftigen politischen Führer Russlands, und obwohl die Mission ein Erfolg war ist 47 so überrascht wie jeder andere, als er erfährt, dass der Mann, dem er einen Kugel in den Kopf gejagt hat, putzmunter ist. Währenddessen ist ihm der Interpol-Agent Mike Whittier auf den Fersen, dem 47 aber immer einen Schritt voraus ist.

Das Vin Diesel eigentlich die Hauptrolle – produziert hat er Hitman ja bereits – übernehmen sollte überrascht nicht, der Film scheint perfekt auf ihn zugeschnitten – tatsächlich hat man eher das Gefühl, hier wurde sich mehr an xXx als an der Videogame-Vorlage bedient, inklusive osteuropäischen Plätzen, einer exotischen Schönheit für den romantischen Teil, grummeligen Militärs und den austauschbaren Pyromanen. Im Gegensatz zu xXx nimmt Regisseur Xavier Gens das Material aber todernst, nur selten findet man eine Stelle zum lachen, und selbst nach denen muss man schon mit der Lupe suchen. Ebenfalls eher komisch wirkt der Versuch, Agent 47 in so etwas wie einen romantischen Helden zu verwandeln, einen edlen Ritter, der für seine holde Maid kämpft, und dabei dem Tod mehr als einmal ins Auge blickt. Zünden will das jedenfalls nicht, sämtliche Flirtszenen zwischen 47 und seiner besseren Hälfte, der Prostituierten Nika Boronina könnten so auch in einem Luc Besson Film vorkommen. Und das ist nicht gerade schmeichelhaft.

Im direkten Vergleich mit den etwas jüngeren Bourne-Filmen, die sich in Story, forcierter Romantik, geheimen Organisationen und der ständigen Unsicherheit, ob der Hauptcharakter auf der richtigen Seite kämpft, ziemlich ähneln, fällt Hitman klar ab. Agent 47 lernt man kein Stück weit kennen, kann keine Bindung aufbauen, warum er gerade jetzt unsicher ist, warum er demjenigen hilft und demjenigen Schmerzen zufügt, und das, obwohl man doch alles direkt vor Augen hat. Das Interesse für die Person will sich einfach nicht einstellen, so dass der Film eigentlich nur vorbei zieht – bleibt eigentlich nur noch die hochstilisierte Action, von der es aber zu wenig gibt. Stattdessen sieht man monotone Events, die sich an der Bourne-Trilogie orientieren, ihr dabei aber nicht das Wasser reichen können.

Ohne den gewissen Adrenalinkick, ja ohne den Hauch von Interesse ist Hitman eher Zeitverschwendung für alle, die mit hochgezüchteten Waffen oder Kopfschüssen in Großaufnahme nichts anfangen können. Und obwohl ich langsam das Gefühl habe, mich ständig zu wiederholen: Wenn einem der Sinn nach überzogener Gewalt steht, dann besorgt euch das Spiel und nehmt am Geschehen direkt teil, dann müsst ihr euch auch nicht mit der langweiligen Story und der überflüssigen Romanze rumschlagen.

3 Kommentare

  1. Dirk

    Hey. Dein Design ist ja kaputt! Wo sind die vielen schönen Farben hin?

    Hitman fand ich übrigens als Actionfilm einigermassen brauchbar, wenn auch recht flach, wobei ich Nahaufnahmen von Kopfschüssen auch nicht brauche. Und das Spiel hab ich nie gespielt.

    • Jeriko

      Die hat das große Farbmonster gefressen ;-)

      Ebenst, wenn man nicht großartig nachdenken will und gerade sowieso nix zu tun hat, dann tuts auch Hitman, aber es gibt so viel bessere Vertreter dieses Genres (Live Free Or Die Hard, Bourne Trilogie…)

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