Die DOA: Dead Or Alive-Videogameserie gibt es jetzt auch seit über 10 Jahren, ein typischer Vertreter der Prügelspiele, der im Hinblick auf seine Popularität aber auch mit ansprechendem Aussehen der weiblichen Kämpfer punkten kann. Machen wir uns nichts vor, die Videospielwelt wird immer noch von Männern dominiert, und im Gegensatz zu noch mehr Gewalt oder innovativen Aspekten konzentriert sich DOA auf den Augenschmaus. Schon allein die Tatsache, dass man in den Optionen festlegen kann, wie stark die Brüste mitschwingen, dürfte Beweis genug sein, welche Schwerpunkte die Entwickler hatten.
Obwohl die meisten Gamer sich wohl nicht daran erinnern werden, welche Plots in welchem Spielteil auftauchen, so gibt es trotzdem den kleinen Versuch, so etwas wie einen Hintergrund zu präsentieren. Wie schon in Street Fighter und Mortal Kombat geht es um ein Turnier, in dem Kämpfer aus der ganzen Welt, alle mit unterschiedlichen Stilen, sich untereinander an verschiedenen Orten auf der Welt messen, nur dass der Veranstalter dieses Mal ein Konzern ist. Jeder Kämpfer hat seine Gründe für die Teilnahme, sei es Geld, sei es Rache, mit dem alles überschattenden Konzern, der durch das Turnier den ultimativen Kämpfer züchten will. Der Film spielt dagegen nur auf einer Insel, die dem Konzern gehört.
Und obwohl man sich auch hier wieder Mühe gegeben hat, so ziemlich jeden Aspekt des Videospiels in die Geschichte einzufügen, hat man wieder vergessen, dass der Hauptgrund für die Beliebtheit der meisten Prügelspiele die sofortige Spielbarkeit ist. Schnelle Action, keine große Story und der direkte Wettbewerb mit Mitspielern machen den Spaß aus, niemand interessiert sich für die Charaktere oder ihre Hintergründe. Konsole an, spielen, Konsole aus, den Rest des Tages etwas anderes machen – ein wenig Ablenkung, an die man im Nachhinein sicher keinen Gedanken verschwendet. So gesehen kann man den Filmmachern wohl Respekt zollen, haben sie selbst dieses Konzept irgendwie auf die Leinwand gekriegt. Jede Szene weiß gewissermaßen zu überzeugen, sei es durch die Attraktivität der Akteure, die furiose Gewalt oder die schnellen, mit Spezialeffekten gespickten Kämpfe. Wenn man einfach nur eine exakte Kopie eines Videospiels mit richtigen Schauspielern haben will, dann dürfte DOA: Dead Or Alive das nahezu perfekte Beispiel sein. Man findet wirklich alles wieder: Die Kostümwechsel, die unterschiedlichen Plätze, die entsprechenden Moves, sogar das Spin-Off Game Dead Or Alive Xtreme Beach Volleyball hat wurde irgendwie in den Plot eingebastelt.
Und während all das ganz und gar großartig für den Fan der Videospiele sein mag, so ist es für den normalen Zuschauer, der mit DOA nicht vertraut ist, doch eher dürftig. Die Aspekte der Games wurden gut übernommen, mehr kriegt man aber auch nicht geboten. Auch hier hat man eher das Gefühl, man schaut seinem besten Kumpel über die Schulter, wie er 90 Minuten lang Dead or Alive spielt. Es gibt kleine Versuche der Charakterentwicklung, die aber nicht genug sind, als das man eine Bindung aufbauen könnte – am Ende geht es ja doch nur um jede Menge Kämpfe und spärlich bekleidete Babes. Wie beim Spiel liegt der Schwerpunkt bei den weiblichen Kämpfern, ganz einfach weil sie sexy und damit ideal für Werbung und Marketing sind. Sex sells, das gilt für die Spiele und erst recht für den Film.
DOA bietet gut choreographierte Kämpfe und einen ansprechenden optischen Stil, Zuschauer mit einem Hang für optische Leckerlis kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten. Der Plot ist kitschig, die Dialoge sowieso, Fans von Trash-Cinema könnten also auch ihre Freude haben. Zählt man sich nicht zu den zwei Gruppen ist DOA eher langweilig: die Story ist uninteressant und mehr als eindimensionale Charaktere gibt es nicht. Jede Szene bietet entweder Gewalt oder optische Anreize, gefolgt von der nächsten Szene mit selbiger Konstellation. Daher auch hier mein Ratschlag, sich eher mit den Videospielen zu befassen: Man kriegt alles, was auch der Film zu bieten hat plus den Riesenvorteil, dass man selber daran teilnimmt. Wahlweise tut es auch dieses Holly Valance Video.
Hach, Holly Valance. Ja, die ist lecker, das Video hatte ich fast schon wieder vergessen. :-)