Ach ja Doom, mein allererstes Spiel für den Computer – die Shareware-Version auf zwei Disketten wohlgemerkt, für die ich noch, damit sie auf meiner schon damals hoffnungslos veralteten Möhre überhaupt lief, stundenlang an den Konfigurationsdateien rumspielen, dem Computer gut zureden und ich glaube auch einen Regentanz oder ähnliches aufführen musste. Aber das Ergebnis hat für jede Minute Schweiß entschädigt, dass weiß ich auch heute noch, mehr als 15 Jahre später. Wenn man sich also für Doom und all seine Nachfolger begeistern kann, dann dürfte man auch wenigstens ein bisschen was mit dem Film anfangen können. Der Film nimmt seine Videogame-Wurzeln ernst, vielleicht sogar ein bisschen zu ernst, bis hin zu dem Punkt an dem es kein wirklicher Vorteil mehr ist, den Film zu schauen, anstatt zu Hause zu bleiben und das Spiel zu spielen – wobei man den Machern zugute halten muss, dass das wahrscheinlich der gewünschte Effekt ist. Es geht nicht um eine wirkliche, klassische Filmerfahrung, eher darum das Spiel neu zu erfinden, bzw. das spielen des Spiels, in Form eines Films.
Hat man das wirklich vor, dann muss man sich nicht mehr wirklich mit dem Plot beschäftigen. Das Skript stellt die Charaktere so schnell wie nur möglich vor, wirft sie direkt ins Geschehen, lässt sie ein wenig herumschleichen und auf Zeugs in der Dunkelheit schießen. Und hier ist die Krux: Moderne 3D-Shooter haben unheimlich weiterentwickelt und bieten ausgefeilte Charaktere und eine interessante, bisweilen auch recht komplexe Hintergrundstory. Doom dagegen stammt aus einer Ära, in der Spieler Zwischensequenzen, so es sie überhaupt gab, übersprungen haben, um weiter spielen zu können. Nichts war damals so ärgerlich wie Spiele, deren Zwischensequenzen man nicht überspringen konnte. Und hat man doch mal eins erwischt, so stöhnte man meist nur über die dümmlichen, als Entschuldigung herhaltenden Plots. Und genau das ist das Gefühl, dass man bei dem Film hat. Die meiste Zeit fühlt man sich in einer eher langweiligen Zwischensequenz und sucht auf der Leinwand nach der Escape-Taste, damit das mit dem Ballern endlich losgeht.
Und dann wird es sogar lustig, das Gefühl, tatsächlich einen 3D-Shooter zu spielen, wurde großartig eingefangen. Um das vorweg zu greifen, von allen Goovies, die ich bisher gesehen habe, halte ich Doom für den Besten. Filme wie Resident Evil konnten sich zwar auch an den Spielen orientieren, aber nur Doom hat es bisher geschafft, das Gefühl des spielens zu kopieren, und das ist etwas komplett anderes. Man findet sämtliche Klischees vor, angefangen bei der viel beworbenen First Person-Sequenz, die zum Glück nur etwa fünf Minuten dauert. Fünf Minuten, die herrlich albern sind, jede Sekunde mehr und es wäre in Langeweile gekippt. Eigentlich sind es aber die Kleinigkeiten, die am meisten unterhalten: Wenn einer der Charaktere ausflippt und auf sein eigenes Spiegelbild schießt. Die Mustercharaktere: der Neuling, der, der alles viel zu ernst nimmt, der Blödmann, Sarge, und so weiter. Sogar das Aussehen des Spiels wurde mit den nur spärlich beleuchteten Gängen gut eingefangen. Viel Variation wird man nicht vorfinden, das war im Spiel allerdings auch nicht der Fall. Das Set fühlt sich eher an wie ein Level aus einem Spiel anstatt eines Forschungslabors, was es eigentlich sein sollte. Ob das nun gut oder schlecht ist hängt von der Perspektive ab: normalerweise würde man es als schlechten Film abtun, in diesem Fall war aber genau das die Intention. Der ganze Film ist ein Wink in Richtung Computerspieler. Sie werden es verstehen, der ganze Rest wohl eher nicht.
Denn nüchtern Betrachtet ist der Film ein Haufen Mist. Es gibt keine Story, okay, es gibt eine, aber die hätte man auch gleich weglassen könnten. Ein Haufen Marines landet auf Mars, weil etwas ungewöhnliches vorgefallen ist. Um das Problem zu lösen wird alles und jeder umgenietet. Fertig. Es soll alles blutig sein und Angst machen, stattdessen wirkt es einfach nur blöd. Die Action ist mal okay, mal einfach nur dumm – warum der Held seine Waffe fallen lässt um den Erzfeind mit seinen Händen zu bekämpfen muss mir auch noch jemand erklären.
Wer Doom trotzdem sehen will, der sollte nicht vergessen, dass es sich hierbei nicht um einen wirklichen Film handelt. Es ist ein Videogame, aber eins von der Sorte, wo man zuschaut und nicht selber agiert. Ungefähr so, als würde man dem besten Freund über die Schulter schauen, während er gerade spielt. Solltet ihr das jemals gemacht haben, dann dürftet ihr wissen, dass das nicht mal ansatzweise so lustig ist wie selber zu spielen.
Da faellt mir ein Zitat von Carmack ein
“Story in a game is like a story in a porn movie. It’s expected to be there, but it’s not that important.”
Und genau das ist seit Half-Life eben überholt. id Software sind aber auch nicht wegen ihrer überragenden Stories so berühmt geworden ;-)
Stimmt aber nicht immer! Ich denke, dass viele Menschen eben keine Hardcore Gamer sind, sondern mal eben eine Runde zocken wollen. Da passt so ein Shooter wie Doom 3 sehr gut rein. Doom ist Popcorn-Kino, Half Life ist sozusagen ein Jarmush-Film; zwei verschiedene Genres.
wären es dämonen und keine mutanten gewesen, und hätte trent reznor den soundtrack gemacht, wär’s höchst optimal geworden.